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Obszön Geschöpf: Symphony Of Decay

Gruseliger Industrial Metal aus Frankreich
Wertung: 6/10
Genre: Horror / Industrial Metal
Spielzeit: 67:24 Min
Release: 27.08.2010
Label: Twilight Vertrieb

Schon seit geraumer Zeit spuken die Industrial Metaller der französischen Truppe Obszön Geschöpf durch die musikalischen Gemäuer des Undergrounds, wobei sie es geschafft haben, sich mit ihrer Horror-Thematik, welche an so manche Death Metal-Band erinnert, einen Namen zu machen. Mit frischer Unterstützung des Twilight Vertriebs aus deutschen Landen möchten die Franzosen nunmehr auf sich aufmerksam machen, zu welchem Zweck nun mit „Symphony Of Decay“ bereits das zweite Album in zwei Jahren auf den Markt kommt. Mangel an kreativem Output sucht man hier also vergebens, zumal die CD mit satten vierzehn Liedern und zusätzlich zwei Remixen aufwartet.

Passend zur Horror-Aufmachung startet die Scheibe mit dem illustren Titel „The Boogeyman“, welcher seinerseits mit groovigen Riffs und düsteren clean Passagen zu Gefallen weiß. Die hochgradig verzerrte Stimme des Sängers wird hier und dort von industrialtypischen Samples unterstützt und kreiert somit eine passend schaurige Atmosphäre. Der Klang des Albums und allgemein die Produktion ist sehr elektronisch gehalten, was allerdings keinen Nachteil darstellt. Das Liedgut zeichnet sich vor allem durch treibendes Midtempo-Drumming und rhythmisches, eingängiges Riffing aus, so klingt Obszön Geschöpf vor allem aufgrund des Gesangs wie eine bitterböse Variante von Rammstein.

Von Zeit zu Zeit wissen die Drums aber auch ordentlich das Tempo anzuziehen, hier und dort sogar mithilfe von Blastbeats und Double-Bass, was in Kombination mit den manchmal aufblitzenden Gitarrenmelodien für Abwechslung sorgt. Für noch mehr Abwechslung sorgt dann ein Song wie „Zodiac“, der mit Techno-Beat einsteigt und viel Elektro zu bieten hat, wozu der Vokalist ein aggressives Flüstern zum Besten gibt. Mit zwei Horrorfilm-Interludes lassen die Jungs aus dem Nachbarland richtig Stimmung aufkommen und besonders in der zweiten Hälfte des Albums nehmen die düsteren Elemente stark zu, was dem Hörer ein wenig das Gefühl verschafft, den Soundtrack eines Schockers vorgesetzt zu bekommen.

Jedoch muss man eingestehen, dass die meisten Songs aufgrund des klaren Ziels der Band sehr vorhersehbar strukturiert sind und es nicht schaffen, überraschende Wendungen oder gar unerwartete musikalische Ereignisse zu präsentieren. Monotone Beats und zu sehr gewollte Grusel-Effekte lassen "Symphony Of Decay" phasenweise ganz schön flach wirken. Auch die Riffs erscheinen hierbei streckenweise viel zu konventionell. Allerdings sind Songs wie das brutale „33 Knife Thrust For A Satanic Crime“ und das geradeheraus preschende „Bloody Ice Scream“ durchaus hörenswert.

"Symphony Of Decay" macht Spaß und Genre-Fans sollten ohne Bedenken zugreifen können, doch insgesamt reichen die etwas holzigen Drumbeats und das zu schnell durchschaubare Konzept nicht aus, um die Scheibe deutlich aus dem Mittelmaß zu heben. Das gibt sechs von zehn Punkten.

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