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Obsidian: Point Of Infinity

Progressives Blei aus Europas Drogenmetropole
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Death Metal
Spielzeit: 44.42
Release: 25.10.2010
Label: Candlelight Records

Die holländische Metropole und Hauptstadt Amsterdam hat ihren zweifelhaften Ruf wohl in erster Linie gewissen bewusstseinsverändernden Rauschmitteln und leichten Mädchen zu verdanken, so dass die ansässige Metalszene und ihr aktiver Untergrund nicht jedem geläufig sein werden. Doch das könnte sich nun schlagartig ändern, denn die seit einiger Zeit in besagtem Untergrund tätigen Todmetaller der Band Obsidian bringen mit „Point Of Infinity“ ein mehr als vielversprechendes Stück Studioarbeit auf den riesigen Metalmarkt. Seit der Gründung im Jahr 2002 und dem in Eigenregie veröffentlichtem Debüt mit dem passendem Erstlings-Titel „Emerging“ hat sich die Kombo mit ihrem eigenen Stil und Auftritten mit den ganz Großen wie etwa Satyricon, Sodom & Unleashed einen Namen gemacht. Für das neue Album hat man sich nun auch vom kleinen Label Rusty Cage Records in Richtung Candlelight losgesagt und steht nun in einer sehr günstigen Ausgangssituation für das neue Machwerk.

 

Nach den ersten Klängen der Scheibe lässt sich das holländische Quintett getrost in den Gefilden des Technical Death mit Prog-Anleihen einordnen. Der Opener „Illuminate“ erleuchtet die Stille mit brutalen Blastbeats und anspruchvollen technisch und rythmisch vielseitigen Riffs, apokalyptischen Leads und plötzlichen, ruhigen Phasen, die an Cynic erinnern. Klare Gesangseinlagen sorgen hierbei neben den messerscharfen Growls für reichlich Abwechslung und Tiefgang. Die Jungs schaffen es geschickt, atmosphärische, ruhige Progressive-Passagen mit aggressiven Tech-Death-Anstürmen zu verbinden und beweisen dabei auf imposante Art und Weise ihr musikalisches Talent. Mit einem Song wie „Tidal Waves“, dessen Intro tatsächlich einer melodischen Brandung nahe kommt, wird dann auch noch Songwriting-Talent offenbart, bei dem vor allem die 6-Saiter mit gefühlvollen Soli eine richtig gute Figur machen. Die Wechselwirkung zwischen einem Stück der Sorte „Radiating Light“, welches ruhig beginnt und sich dann stetig steigernd als musikalische Reise entpuppt und dem Gegenentwurf brachialer Brecher, zu denen „Incinerate“ zählt, verleiht dem Langspieler eine Dynamik, die erfolgreich das Aufkommen von Langeweile verhindert. Den unbestreitbaren Höhepunkt des Albums findet dann in Form des Titel-Tracks „Point Of Infintiy“ statt, der eingeleitet durch das sphärische Instrumental „The Upward Spiral“, mit seinen einschneidenden Melodien sofort im Kopf hängen bleibt und mit ein paar Riffs, die an Enslaved erinnern, zu begeistern weiß. Trotz allem Grund für Lob gibt es dann aber auch den ein oder anderen Kritikpunkt, so zum Beispiel die ab und an zu ähnlichen Songparts, die untereinander austauschbar erscheinen und auch das Fehlen von Liedgut, das sich etwas schärfer aus dem Korpus des Albums abzuheben vermag, so dass es trotz der guten Musik teilweise etwas uninteressant werden kann.

 

„Point Of Infinity“ ist allerdings in jedem Fall ein äußerst gelungenes Machwerk, das Obsidian zumindest unter den Fans von progressivem und technisch anspruchsvollem Metal zu einem gewissen Grad an Respekt und Bekanntheit verschaffen sollte. Jeder, für den sich ein Mix aus Cynic und Psycroptic schmackhaft anhört, wird mit dem Machwerk mehr als zufrieden sein. Die nächste große Nummer unter den Prog-Metal-Bands werden die Oranjes aber erst einmal nicht.

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