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Obscurity: Tenkterra

Und was für ein bergischer Hammer
Wertung: 9.5/10
Genre: Epic Pagan Black Metal
Spielzeit: 43:02
Release: 19.11.2010
Label: SMP/Trollzorn Records

Lange mussten die Fans der bergischen Horde nicht auf einen neuen Release warten, denn erst knapp eineinhalb Jahre nach der „Várar“-Scheibe ruft die bergische Löwentruppe im Herbst des Jahres 2010 mit einem neuen Longplayer zum Eroberungsfeldzug. 

Mit einem gewaltig stimmungsaufbauenden Gitarrenintro und alsbaldig lospreschender Energie starten wir den Kriegsmarsch mit „Keltiwald“. Und ganz wie man es von den bergischen Kriegern gewohnt ist, gibt es melodisches Riffing samt einem Drumming, das einen nichts anderes als mitreißen kann. Ein sehr gelungener Einstand in das neue Werk. 

Sehr treibend wird es bei „Tenkterer“ – ich kann förmlich genau vor meinem inneren Auge sehen, wie die Fans in den Pits der Locations die Band abfeiern und wie aus einem Hals schreien „Wir sind die Tenkterer!“. Fein gemacht, das mit den Doppelgitarrenläufen – und dann noch der Zwischenpart mit der Akustikgitarre, mit dem ich ja mal gar nicht gerechnet hätte – sehr fein.

Fast schon wie entfesselt wirkt dann „Keldagau“, die ein weiteres Mal eine mit herrlichen Melodien gespickte, heftige Attacke auf die Trommelfelle darstellt. Wer dabei nicht ungeduldig mit den Hufen scharrt, um mit in die Schlacht ziehen zu dürfen, dem ist nicht wirklich mehr zu helfen. Schön auch, dass man Agalaz' Vocals durchweg so gut verstehen kann. Im Refrain ziehen die Jungs das Tempo noch mal einen Tacken an. Ein wuchtiges Stück. 

Ein wenig schwerfällig kommt nach den vorangegangenen richtig flotten Schlachtfetzen der Rhythmus zeitens des Eingangs von „Blut Für Blut“ rüber, wobei das mit dem treibenden solchen in den Strophen schnell wieder ausgeglichen wird. Das Gitarrensolo klingt wieder mal wunderschön, es bleiben keine Wünsche offen.

Durch melodisches Riffing wird das folgende „Raubzug Der Sugambrer“ geprägt, das sowohl Elemente des Pagan, des Black als auch des Melodic Death Metals aufweisen kann. Das Stück weist einen treibenden Charakter auf, man wird förmlich von der Energie mitgerissen. „Auf in die Schlacht…“ heißt es in den Lyrics … ja, ich will! Klasse Stück!

Seitens des Mainriffs sehr metallastig gefärbt ist auch das folgende „V Legion“. Tja, was jetzt zu lesen ist, ist lediglich meckern auf höchstem Niveau: Im Vergleich zu den anderen bärenstarken Stücken kann „V Legion“ leider nicht ganz mithalten. Man hat hier irgendwie leider nicht das Gefühl, vollends von diesem Stück mitgerissen zu werden. Schade, dass „Germanicus' Rache“ recht simpel gehalten ist, was Melodieaufbau und Songstruktur angeht. Mann, ich hoffe echt, das Album kriegt in den letzten Zügen wieder die Kurve, wo es doch so gut angefangen hatte.

Falls also wirklich zwischendurch ein kleiner Leerlauf vorhanden gewesen war (ich kann mich eigentlich schon gar nicht mehr daran erinnern), so ist dieser Eindruck mit „Brukterer“ wieder vollkommen hinweg gefegt. Schon von Beginn an wird dank des Gitarrenintros die Erwartungshaltung extrem hoch geschraubt. Ein Stück, das bestens dazu geeignet ist, dem Haupthaar eine gehörige Portion Lüftung zu gönnen. Das vorletzte Stück „Grenzland“ verfügt danach wieder über diese Hingabe, die den ganz großen Stücken der bergischen Kombo so eigen und charakteristisch für die Recken ist.

Und dann ist es an der Zeit, Platz zu machen für das letzte Stück „Bergischer Hammer“: Hier wird erst einmal im getragenen Midtempo allmählich in das Songthema eingeführt. Doch das Tempo bleibt nicht so auf Sparflamme, keine Sorge: Im Refrain wird das Tempo angezogen. Wunderbar, an den Gitarren erkennt man sofort, dass man es mit keiner anderen Bands als Obscurity zu tun hat. Ganz klar das beste Stück der Scheibe. Dieses geniale Riffing… Man kann eigentlich nur noch schwärmen. Mich soll Thors Hammer treffen, wenn das Teil live nicht einschlägt wie ein Blitz. Welch ein Abschluss für das starke Album.

Fazit: Hochqualitativen und höchst mitreißenden Pagan Metal aus hiesigen Landen liefern Obscurity einmal mehr mit „Tenkterra“. Wo soll die Reise bloß noch hingehen, wenn die bergischen Löwen schon jetzt einen solch hohen Qualitätslevel erreicht haben? War die „Várar“ schon stark, so kann oder muss man für die „Tenkterra“ noch mal einen nachlegen. Was das in Punkten bedeutet? Ist doch jetzt wohl nur eine rhetorische Frage, oder?

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