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Obliteration: Black Death Horizon

Mittelmäßiger Old-School-Death-Metal
Wertung: 5/10
Genre: (Old School) Death Metal
Spielzeit: 42:12
Release: 01.11.2013
Label: Indie Recordings

Von vielen werden sie als Wiederauferstehung des Old-School-Death-Metals gefeiert. Dabei war diese Spielart doch nie verschwunden. Bands wie Deicide (die übrigens auch gerade erst ein neues Album veröffentlicht haben) oder Morbid Angel sind nach wie vor noch produktiv und unterwegs. Von sämtlichen Deathern der alten Schule aus der zweiten Reihe brauchen wir hier gar nicht erst anfangen. Es drängt sich nun die Frage auf, wer denn die Norweger Obliberation unbedingt braucht. Mal sehen, ob diese Frage geklärt werden kann.

Bekommt man die Scheibe in die Finger, dann fällt zuerst das trashige Cover auf. Was es so wirklich darstellen soll wird wohl immer ein Geheimnis des Künstlers bleiben. Die Melange aus Rot, Grau und Schwarz könnte genauso eine von tausend anderen Death Metal Scheiben als Frontbildchen zieren. Mit anderem Logo natürlich.

Ab in den Player mit dem Teil und los geht die Sause. Holprig, sehr holprig rumpeln die Songs vor sich hin. Es dauert nicht lange bis die Gitarristen Sindre Solem und Arlid Myren Torp als Zauberer an ihren Instrumenten erkannt werden können. Was die beiden sich aus dem Handgelenk schütteln verdient ehrlichen Respekt. Von wirklich gestörten Soli bis hin zu ultrakranken Riffs fahren die beiden alles auf, was das Death-Metal-Herz begehrt. Zwei tolle Gitarristen machen aber noch lange keine geile Band. Deshalb gibt es bei Obliteration auch noch einen fähigen Drummer. Kristian Valbo beherrscht sein Instrument ebenso gut wie seine Axt schwingenden Kollegen.

Einen Basser gibt es auch. Nur leider hört man von Didrik Telle etappenweise gar nichts. Alleine in den doomigen Parts kann man den Tieftöner gut ausmachen. Um einen Rückschluss auf das Können des Klampfers zu unternehmen reicht das nicht aus. Zudem ist der Bass immer wenn man ihn hören kann durch einen schrecklichen Verzerrer verunstaltet. Dieser entnimmt dem Instrument jeglichen Druck und fast einen jeden hörbaren Anschlag.

Die Produktion an sich ist sehr, na ja, oldschoolig. Praktisch retroscheiße. Warum das sein musste weiß man nicht so genau. Mit Sicherheit gibt es Fans, die auf genau diesen rohen Vintagesound stehen. Den Fans gegenüber stehen aber auch unzählige Platten, die genau diesen Sound haben (ob absichtlich oder nicht sei hier mal dahingestellt). Warum sich eine junge und talentierte Band so einschränkt ist fraglich.

Ein paar geile Momente bietet die Scheibe trotz aller Kritik. Das Gitarrensolo zu „Goat Skull Crown“ ist einfach nur der Wahnsinn. Ebenso das Geholze und der Blast Part in „Transient Passage“. Als ganzes Album gehört wird die Scheibe aber schnell zur Belastungsprobe für das Gehör und das Gehirn. Als finaler Kritikpunkt ist anzubringen, dass der Band jegliches Alleinstellungsmerkmal fehlt. In der Schiene, in der die Truppe im Moment fährt, wird sie sich dieses auch nie erarbeiten können.

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