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Obituary: Live Xecution - Party.San 2008

Gutes, aber zu kurzes Konzert - essentiell ist diese DVD nicht
keine Wertung
Genre: Death Metal
Spielzeit: 97:00
Release: 18.12.2009
Label: Regain Records / Soulfood

Obituary waren schon immer die etwas andere Death-Metal-Band; im Gegensatz zu vielen Kollegen aus Florida wie Cannibal Corpse oder Deicide bewiesen sie, dass Todesmetall nicht zwangsweise mit permanenten Blastbeats ausgestattet sein und sich stets in oberen Temporegionen aufhalten muss, um als solches durchzugehen. Vielmehr setzt man häufig auf Midtempo- und getragenere Passagen, was die Durchschlagskraft und Heaviness der Band allerdings eher noch deutlicher macht und weswegen ich persönlich sie auch den oben genannten Acts vorziehe. Ein weiteres besonderes Merkmal von Obituary ist sicherlich die außergewöhnliche Stimme John Tardys, die einfach unverkennbar ist. Anstatt wie die meisten Death-Metal-Frontmänner grabestief zu grunzen, bevorzugt der mit arschlanger Matte gesegnete Sänger eher eine Art heiseres Keifen, was einen ganz eigenen Aggressionslevel erzeugt.

Mit „Live Xecution“ liegt nach „Frozen Alive“ (2006 erschienen) nun die zweite DVD der Legende vor, die den Auftritt des Quintetts bei der 2008er-Ausgabe des Party.San Open Air enthält. Die Band ist in sehr guter Form, insbesondere der stark aufspielende Ralph Santolla stellt mit seinen zahlreichen Soli eindrucksvoll unter Beweis, warum die Tardy-Brüder ihn als Lead-Gitarristen verpflichteten, nachdem Allen West wegen Alkoholproblemen und damit verbundenen Konflikten mit dem Gesetz mal wieder aus der Band geflogen war.

Bild und Ton gehen absolut in Ordnung, zumal es erfreulich ist, heutzutage auch mal wieder eine Live-DVD in die Hände zu bekommen, bei der man nicht von permanenten Schnitten und nervigen Kamerazooms penetriert wird, die nämlich keineswegs dafür sorgen, dass das Ganze professioneller wirkt, sondern die lediglich Reizüberflutung provozieren und einfach nur stören. Man will den Musikern doch auch ein bisschen auf die Finger schauen, was in diesem Fall definitiv gegeben ist – besonders Schlagzeuger Donald Tardy bei der Arbeit zuzusehen, ist ein einziger Genuss.

Also alles super? Leider nicht ganz, denn der Auftritt ist mit knapp 70 Minuten eindeutig zu kurz ausgefallen und in der Setlist, die an sich nicht schlecht ist, wurden die drei Alben aus den Neunzigern („The End Complete“, „World Demise“ und „Back From The Dead“) mit keinem einzigen Song gewürdigt. Dass das damals aktuelle Album „Xecutioners Return“ und dessen Vorgänger „Frozen In Time“ mit fünf beziehungsweise vier Stücken am stärksten vertreten sind, ist ja irgendwo verständlich, aber ein bisschen mehr Ausgewogenheit hätte sicherlich nicht geschadet. Dennoch steht natürlich völlig außer Frage, dass auch neuere Songs wie „Face Your God“, „Evil Ways“ oder die Dampfwalze „Contrast The Dead“ ihre Qualitäten haben. Hätte man jedoch auf die eher überflüssigen Drum- und Gitarrensoli verzichtet (nach „Stand Alone“), wären bestimmt noch ein, zwei Klassiker mehr drin gewesen, die ansonsten in Form von Tracks der beiden ersten Alben „Slowly We Rot“ und „Cause Of Death“ vertreten sind. Dass Obituary allerdings auf den Titelsong des erstgenannten Werks nicht verzichten durften, liegt wohl auf der Hand.

Weiterhin hat es wohl selten unnötigeres und langweiligeres Bonusmaterial gegeben: Es handelt sich hierbei um zwei mit einer Handkamera gefilmte Songs von einem anderen Konzert und eine etwa 20 Minuten dauernde Aufzeichnung einer Bandprobe. Gähn! Warum hat man, wenn man denn schon nur einen Festivalauftritt filmt, der zwar gut, aber entsprechend kurz ausgefallen ist, nicht zum Beispiel einfach noch ein zweites Konzert mit anderer Setlist gefilmt und die Kapazität der DVD etwas mehr ausgereizt? So wirkt das Ganze ein bisschen wie ein Schnellschuss, was in der Bewertung Punkte kosten würde; nur da ich es grundsätzlich als wenig sinnvoll erachte, Livematerial zu bewerten, ist dies natürlich hinfällig.

Insgesamt würde ich aus diesem Grund wohl eher das eingangs erwähnte „Frozen Alive“ empfehlen, welches ja auch noch nicht allzu lange zurückliegt, und denke, dass „Live Xecution“ eher was für die Die-Hard-Fans ist. Wer sich an dem etwas kurzen Auftritt und dem Fehlen einiger Klassiker in der Setlist nicht stört, kann dennoch sicherlich zuschlagen, denn wie bereits angesprochen, kann sich der Auftritt selbst trotz allem ohne Zweifel sehen und hören lassen.

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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend