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NYMF: NYMF

Gute Ansätze, aber es fehlt an der richtigen Mischung
Wertung: 6/10
Genre: Heavy Metal, Stoner Rock, Doom Metal
Spielzeit: 42:44
Release: 28.01.2011
Label: Transubstans Records

Eine Mischung aus Heavy Metal, Stoner Rock und Doom, kredenzt von einer schwedischen Band, die den Sänger Niklas Sjöberg in ihren Reihen hat, nebenbei ebenfalls Mikrohalter bei The Graviators und ohne Zweifel einer der Besten seiner Zunft – das verspricht, eine interessante Platte zu werden, die uns Nymf da zu Beginn des neuen Jahres vor den Latz knallen. Zwar ist Sjöbergs Stimme alles andere als gewöhnlich und somit vor allem gewöhnungsbedürftig, aber einen echten Heavy-Rock-Fan schreckt das mit Sicherheit nicht ab.

Via Transubstans Records wird nun also das selbstbetitelte Debüt veröffentlicht, ein Label übrigens, das man als Kraut Rock-, Stoner-, Doom- oder Psychedelic-Fan im Auge behalten sollte, denn auf dem schwedischen Label versammelt sich eine illustre Truppe an ebensolchen aufstrebenden Bands. Aber nun zur Musik: Traditionell gehaltene Gitarren treffen hier auf Sjöbergs teils recht hohes Organ, das zeitweise an eine hysterische Version von Bruce Dickinson erinnert. Aber keine Sorge, Growlen kann der Mann auch, obwohl dieser Stil eher selten auf der Platte zum Einsatz kommt.

Schon der Opener „The Grave“ weist die dynamisch-rasante Richtung, in die der Rest der Scheibe ebenfalls gehen könnte: Tiefer gestimmte Gitarren und ein schön dominanter, aber nicht aufdringlicher Bass rechtfertigen den Stoner/Doom-Stempel und tatsächlich rutscht das Tempo, gesteuert durch die beiden Gitarristen Martin Fairbanks und Kristofer Stjernquist immer wieder in doomige Breaks ab. Spätestens der Refrain zeigt aber den sehr tanzbaren Charakter des Songs auf und man erwischt sich ungewollt dabei, wie man mit beiden Füßen mitwippt.

Als krasser Kontrast dazu startet „Dark Autumn’s Fire“ mit gekonnten Black Metal-mäßigen tiefen Growls – alter Schwede (sorry für den Wortwitz), der Mann kann wirklich was! Der Rest der Songs dümpelt aber leider eher unpräsent daher, statt ordentlich Druck zu machen. Schade, daraus hätte wirklich was werden können. Auch der Titeltrack beziehungsweise die bandeigene Hymne gleitet erst in ein merkwürdig depressives Jammertal ab, bevor man sich in Gitarrensoli verstrickt, die so gar nicht zur Stimmung passen wollen. Technisch alles vom Feinsten, keine Frage, aber atmosphärisch klaffen da doch große Defizite.

Überraschend psychedelisch mutet dann „Forsaken“ an, dessen an The Doors erinnernder Start rasch durch Alternative Rock-Gitarren abgelöst wird. Immer mal wieder bricht sich die akustische Bahn und zaubert wunderbare Melodien in das sonst eher traurig anmutende Lied. Im Gegensatz zum Titelsong passen hier die verschiedenen Stimmungen perfekt zusammen und ergeben ein derart stimmiges Bild, dass man sich fragen muss, warum NYMF das nicht schon vorher hinbekommen haben. Anders bei „Evil Itself“: Hier wird kurz vorm Höhepunkt abgebremst, um einer etwas lahmen Gitarre und einem von einer auf die andere Sekunde demotiviert klingenden Sänger Platz zu machen. Wer zur Hölle hat sich das denn ausgedacht?! Da können auch das ambitionierte Gitarrensolo und der zaghafte Tritt aufs Gaspedal nichts mehr retten. Zwar wird auch im Rausschmeißer „Bleeding Heart“ schön gegrowlt und auch die Soli wirken nicht ganz so fehl am Platz, aber wirklich reißen kann der Track mit seinem leicht stolpernden Tempowechsel zu Anfang auch nichts mehr.

Schade, dass die Platte sich am Ende doch nur so mittelmäßig präsentiert, wo doch zwischendurch wirklich großartige Songstrukturen aufgeblitzt sind. Vielleicht können wir uns mit der Tatsache trösten, dass es sich hier schließlich erst um einen Erstling handelt und NYMF vielleicht erst noch die richtige Mischung zwischen Heavy Metal, Stoner Rock und Doom Metal finden müssen, um ihr Talent optimal entfalten zu können – bis das jedoch geschieht, pendelt sich „NYMF“ auf sechs Punkten ein.

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