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Nugent, Ted: Sweden Rocks

Der Redneck live in Schweden!
Wertung: 7/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 122:0
Release: 27.06.2008
Label: Eagle Records

Über Ted Nugent braucht man nicht mehr viel zu schreiben, denn er ist eine der bekanntesten Größen in der Rockszene. Und wenn man ihn doch mal vergessen sollte, macht er schon auf sich aufmerksam. Er hielt und hält seine kontroversen Ansichten nicht zurück und lässt so gerne mal vergessen, dass er eigentlich „nur“ Musiker ist. Vor allem der Durchschnittseuropäer, dem die Amerikaner ohnehin schon suspekt sind, würde dem guten, alten Ted wahrscheinlich ungefragt ein Ticket zum Mond ohne Rückfahrkarte spendieren.

Der passionierte Jäger, das NRA Mitglied, der Autor eines Buches namens „Kill it and grill it!“ (den Titel finde ich persönlich übrigens grandios), das fleischgewordene Klischee eines Texas Rednecks – fehlt da noch irgendwas? Ach ja, der Musiker! Ted Nugent ist all das und hier geht es um den letztgenannten Aspekt seiner Person.

„Sweden Rocks“ enthält den Auftritt Nugents beim gleichnamigen Festival aus dem Jahre 2006 in DVD und CD Form, was ein sehr gutes Package ist. Die Audio Version kann man kurz abhandeln, denn sie ist nicht nur um zwei Songs kürzer als die DVD, sondern kommt auch etwas schwach auf der Brust aus den Boxen.

Die DVD ist natürlich das Herzstück von „Sweden Rocks“ und der darauf enthaltene Auftritt ist wirklich gut. Ted und seine Band (bestehend aus Basser Barry Sparks und Drummer Mick Brown) treten bei bestem Sonnenwetter vor eine gut gefüllte Wiese und legt mit „Stormtroopin'“ auch gleich amtlich los. Ted Nugent selbst ist für 58 Jahre (mittlerweile ist er 60) immer noch erstaunlich fit unterwegs und beherrscht es auch weiterhin, zu singen und gleichzeitig an seiner Gitarre zu brillieren. Ob das wohl an seiner Ernährung liegt? Vielleicht sollte man sich auch mal den Bogen umspannen und ein paar Bären erlegen...

Aber lassen wir das, denn hier geht es um die Musik. Die wird gut gespielt, aber die Publikumsreaktionen sind doch eher verhalten. Wenn die Kamera mal ins Publikum schwenkt, sieht man zwar glückliche Gesichter und vereinzelte Bewegung, aber wirkliche Euphorie sieht anders aus. Man sollte aber nicht vergessen, dass der Altersdurchschnitt bei diesem Gig auch „dezent“ höher lag als beispielsweise bei einem Bullet For My Valentine Konzert. So bleibt es den Klassikern wie „Stranglehold“, dem toll rockenden „Soul Man“, „Hey Baby“ und (selbstverständlich !) „Cat Scratch Fever“ vorbehalten, den Stimmungspegel nach oben zu treiben.

Optisch gibt es ehrlich gesagt nicht viel zu sehen. Die Bildqualität ist in Ordnung, hinkt aber anderen Veröffentlichungen meilenweit hinterher und der Sound ist dem der CD recht ähnlich. Auch auf der Bühne gibt es neben dem sehr agilen Bandkopf und einer großen Fahne (welche das ist, dürfte wohl klar sein) nicht viel zu sehen. Dafür kann man sich an Nugents Ansage zu „Raw Dogs & War Hogs“ erfreuen (oder sich mehrfach die Hand vor den Kopf schlagen) und zusehen, wie sich der Meister bei „Great White Buffalo“ Federn auf das graue Haupthaar setzt.

Abgerundet wird die DVD noch mit Auftritten aus dem Jahr 2007 (die Songs: „Journey To The Center Of The Mind“; „Weekend Warriors“; „Love Grenade“), Interviews von den Recording Sessions zu „Love Grenade“ (ohne Nugent selbst) und Features über das Jagen mit dem Bogen und Herumballern mit Waffen. Was für Kommentare da wieder auf den Zuschauer warten, muss wohl nicht extra erwähnt werden.

Fazit: Der Mann hat´s musikalisch einfach drauf. Ted Nugent ist eine verdammte Bühnensau und es scheint ihm völlig egal zu sein, was andere von ihm denken. Für Fans ist „Sweden Rocks“ eine lohnenswerte Anschaffung, keine Frage. Ich persönlich habe ohnehin schon lange aufgehört, Ted Nugent ernst zu nehmen. Oder würdet ihr das tun, wenn jemand all „den Kriegern salutiert, die diese Arschlöcher von Terroristen umbringen“, sich dabei aber selber seinerzeit mit fadenscheinigen Gründen vor dem Vietnamkrieg gedrückt hat? Eben!

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