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Nsane: Catharsis

Eine große Mixkultur an musikalischen Experimenten
Wertung: 7/10
Genre: Progressive Melodic Death Metalcore
Spielzeit: 37:04
Release: 30.10.2008
Label: Rape Of Harmonies Records

Nsane lautet der Name der Jenaer Band, die sich laut eigenen Angaben dem Metalcore verschrieben hat. Irgendwie ist das aber nur die halbe Wahrheit. So wie beim Bandnamen etwas fehlt – das I von Insane – fehlen hier doch die klaren progressiven und die Melodic Death Metal-Einflüsse, die doch recht deutlich durchstechen sollten. So hört sich das Ganze meiner Meinung nach doch auch schon um einiges interessanter an.

Sehr ruhig und melodisch beginnt der Opener und sorgt klanglich auf jeden Fall schon einmal für positive Stimmung. Dann erklingt Marcus Schmidts hasserfüllte Stimme und sorgt mit passender Instrumentierung für deutlich härteren Tobak. Schön, wie man im Folgenden immer wieder die Härtegrade wechselt. Obwohl es sich um ein Debut handelt, gelingt der Band dies aber sehr gelungen. Marcel Langes Drums dringen immer wieder mal recht stark hervor und sorgen für deutlich mehr Dynamik. Sehr guter Auftakt.

„Follow Me“ beschreitet einen ähnlichen Weg, die geschrienen Vocals wechseln sich mit cleanen Passagen ab und die hier teilweise etwas traditioneller angesiedelten Gitarrenparts von Holger Mende und Thomas Hartmann sorgen für viel Freude beim Hörer. Es wurde zwar nicht wirklich Neues erfunden, aber in dieser guten Mischung fällt mir momentan erstmal keine andere Band ein, die ich als Referenz angeben könnte. Die Band ist halt ein wenig Insane.

„Body Impact“ gibt insgesamt deutlich mehr Gas und wird nur selten unterbrochen, um dann mit einigem Groove kräftig und im moderatem Tempo mit den Gitarren zu glänzen. Trotzdem setzt beim Hörer schon langsam ein gewisser Gewöhnungseffekt ein. Hoffentlich steigert sich dieser Eindruck nicht noch mehr.

„Ceremony“ weiß dann aberaus der Fahrtrichtung auszubrechen. Teilweise schon fast ein wenig erhaben zelebriert man hier doch eher Death Metal. Im getragenen Tempo wird hier die Zeremonie vollführt, bis dann zwischendurch immer wieder mal die Pferde durchgehen, das Tempo angezogen wird und Marcus eher das Schreien anfängt.

Ohne Unterbrechung geht man dann in „Static World“ über. Da die Songs im Durchschnitt immer nur kurze drei Minuten dauern, fällt einem dieser Übergang fast schon gar nicht auf, zu viele Melodiewechsel werden von der Band eingearbeitet. Stark aber, wie man dann eine recht lichte Passage lediglich mit dem Schlagzeug und Michael Kammholzs Bass einbaut. Stark auch das mehrstimmige Ende.

„Once A New Day“ geht dann im deutlich stärkeren Metalcoregewand voran. Schön abgehackt und mit unterschiedlichen Passagen ausgestattet, wird der anfangs befürchtende Gedanke, nämlich dass eventuell Langeweile aufkommen könnte, nun vollends zerstört. 

Der Bass darf bei „Newstime“ etwas mehr in den Vordergrund treten und sorgt für positive Stimmung, auch wenn in den eher metalcorelastigen Passagen der Sound irgendwie ein wenig vernebelt klingt. „A Million Walls“ kann da nicht ganz folgen und wirkt im Vergleich zum bisher präsentierten Material etwas schwächer.

„One Way Street“ folgt dem Song auch wieder ohne große Unterbrechung. Warum die Band sich so beeilt, weiß ich nicht, denn die Spielzeit von gerade mal 37 Minuten ist doch an sich schon recht mager. Die Gitarre quietscht mal herzerfrischend cool, aber insgesamt weiß der Song zu wenig eigene Akzente setzen zu können.

„Storm Of Harm“ zeigt dann leider auf, was ich anfangs zwar mal befürchtete, aber dann doch verworfen hatte. Man kommt irgendwie trotz der sehr variablen Musik in ein gewisses Wiederholungschema, das ein wenig so etwas wie – hm, nichts neues Überraschendes von der Band - ausdrückt. 
Ohne Unterbrechung wird dann auch schon der vorletzte Song „Catharsis“ raus gehauen. Man erkennt diese gewisse soundmäßige Monotonien daran, dass auch hier nur schwer auffällt, dass schon der neue Song läuft. 

Das wird dann zumindest beim Abschlusssong noch mal geändert und „Reflection“ kann sich vom Rest der Scheibe abheben. Guter Song mit viel geschrienem Metalcore-Charme. Das überraschende verknackste Ende mit der Akustikklampfe sorgt dann noch ein letztes Mal für einen Überraschungseffekt.

Fazit: Ein mehr als gelungenes Debüt mit einer großen Mixkultur an musikalischen Experimenten. Gut umgesetzt, trotzdem bin ich mir nicht sicher, wie häufig die CD noch den Weg in meinen Player finden wird, auch wenn sie es sicher verdient hätte. 37 Minuten Spielzeit sind natürlich schon mehr als dürftig, wogegen allerdings mit insgesamt zwölf Stücken die Songliste spricht.

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