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NRT: Ambition

Tolle Songs und eine lästige Wiederholung
Wertung: 7/10
Genre: Alternative Rock / Electro
Spielzeit: 33:55
Release: 05.02.2016
Label: Timezone

Es ist schon etwas besonderes, was uns die Alternative-Electro-Rock-Popper NRT mit ihrer Scheibe „Ambition“ präsentieren. Zwar dauert die Platte nur etwas über eine halbe Stunde lang, doch sind diese fast 34 Minuten gespickt mit interessanter und eigensinniger Musik. Fast zumindest.

Landet das Werk mit dem eher nichtssagenden Cover auf dem Plattenteller, dann wird der Hörer vom Titelsong „Ambition“ in Empfang genommen. Schwermütig und zögerlich, ja fast schon verschlossen beginnt das Werk der norddeutschen Musiker. Erst nach zweieinhalb Minuten setzt die erste E-Gitarre ein und „Ambition“ bekommt einen rockigen Anstrich. Auffällig ist hierbei, dass Instrumente wie das Schlagzeug oder eben die Gitarren sehr erdig und natürlich klingen, wogegen vor allem die Gesangsstimme eher künstlich und stark manipuliert klingt. Diese Aussage sollte man jetzt nicht missverstehen, denn dieser künstliche Klang (sei er nun natürlich oder wirklich stark manipuliert) passt zur Musik von NRT. So wirkt das Werk noch abstrakter und unwirklicher. Außerdem verfremdet die Stimme so das menschliche und gibt den Kompositionen einen kalten, unwirklichen Charakter.

Diesen kann die Platte auch gut vertragen, denn was den Hörer die nächsten Minuten erwartet, ist wie Trockeneis. Irgendwie schön, es kann coole Sachen, und trotzdem holt man sich bitterböse Erfrierungen. Im Klartext: Die Musik bleibt sehr kühl und geradezu minimalistisch. Dafür hat sie aber einen besonderen Glanz, der immer wieder unerreichbar durch die äußere Hülle schimmert und den man gerne erreichen würde.

Damit wird es aber nichts, denn NRT sind sehr darauf bedacht, mit ihrer Musik auch immer einen gewissen seriös wirkenden Weg einzuhalten, den man gut und gerne mit Popmusik aus den Achtzigern vergleichen kann. Dieses Unterfangen klappt während der ersten fünf Stücke auf der Scheibe auch recht gut. Zumindest wirkt das Werk durchgehend harmonisch und eben immer ein bisschen unnahbar und unantastbar.

Leider hat sich die Truppe am Schluss des Albums (oder eher der EP) eine Schnitzer erlaubt, der ziemlich viel von der bisherigen Lobhudelei wieder kaputt macht. Warum zur Hölle hat man denn „Marching“ in zwei Versionen auf die Scheibe gepackt? Bei einer Spielzeit von nur knapp über 30 Minuten muss doch beim Hörer der Eindruck bleiben, dass hier krampfhaft versucht wurde, die halbe Stunde irgendwie vollzubekommen. Eine andere Erklärung kann man sich kaum denken. Nicht, dass es keine Berechtigung gäbe, verschiedene Mixes von einem Stück zu veröffentlichen, aber das macht man dann auf einer Singleauskopplung oder auf einem Album, welches eh schon über eine Stunde Spielzeit aufweisen kann. In beiden Fällen ist nämlich die Spielzeit egal.

In diesem Fall liegt die Sachlage aber anders. Wenn man nämlich den letzten Titel weglassen würde, dann wären wir deutlich unter der halben Stunde Spielzeit, was für ein Album sehr lächerlich wäre. Nun muss sich doch der Verdacht aufdrängen, dass hier in die Länge gezogen wurde (ob der Verdacht nun stimmt oder nicht, das ist ja schon gar nicht mehr wichtig). Liegt es nun wirklich daran, dass NRT kein weiteres vernünftiges Material mehr in der Schublade hatten? Mal sehen wie lange es dauert, bis die nächste Veröffentlichung kommt. Vielleicht erklärt sich dann einiges.

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