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Nox Interna: XIII

Spanischer Gothic Rock mit schönen Piano-Melodien
Wertung: 7.5/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 53:16
Release: 18.09.2009
Label: Hellfest Records

Musiker, die sich der melancholischen Kunst verschrieben haben, findet man in Spanien für gewöhnlich eher selten. Mit Nox Interna präsentiert nun aber ein interessanter Newcomer aus dieser Richtung sein Debüt. Geboten wird Gothic Rock mit klassischen Einflüssen und viel Keyboard – jedoch mit einer entscheidenden Besonderheit: Die Texte sind allesamt auf spanisch gehalten.

Das ist zwar anfangs ungewohnt, beschehrt der Band aber auch eine große Portion Eigenständigkeit, mit der man sich von der Konkurrenz abhebt. Ansonsten wird nämlich eher geradliniger, aber ordentlicher Gothic Rock zelebriert, der insbesondere von den wunderschönen Piano-Melodien profitiert. Manchmal wird zwar auf Keyboards zurückgegriffen, bei vielen Tracks kommt aber angenehmerweise ein echtes Klavier zum Einsatz. Neben diesen klassischen Einflüssen, zu denen auch einige Streicher-Klänge gehören, werden die Stücke immer wieder durch elektronische und Metal-Elemente verfeinert, so dass insgesamt eine durchaus gelungene Mischung entsteht.

Beim Songwriting gibt man sich keine Blöße und begeistert mit einigen gerne auch mal kitschigen Melodien, die schnell im Ohr hängen bleiben und selbst Hörer, die der spanischen Sprache nicht mächtig sind, nach einer Weile mitsingen lassen. Leider ist dies nicht immer der Fall, denn gelegentlich schleicht sich auch schon einmal eine eher uninspirierte Melodieführung ein.

Ebenfalls nicht nur für Begeisterung sorgt die Stimme des Sängers und Bandkopfes Richie Nox: Oftmals verwendet dieser einen Gesangsstil, der eher melodischem Sprechen als richtigem Gesang ähnelt, wodurch einigen Songs ein wenig die Emotion genommen wird. Sobald der Mann jedoch anfängt, melodiös zu singen, verändert sich dies jedoch grundlegend, denn obwohl ab und zu mal ein paar Töne nicht getroffen werden, kann man den Gesang durchaus als angenehm bezeichnen, zumal eine Menge Emotionen transportiert werden.

Schon das eröffnende Stück „Lagrimas Rotas“ legt die Messlatte sehr hoch, verzaubert es doch mit einer melancholischen Piano-Melodie, gut positionierten Keyboards und einem eingängigen Refrain. „Decepcion“ kann dieses Niveau dann aber leider nicht halten, denn hier wird dem Song der besagte Gesangsstil und der ein wenig schwache Refrain zum Verhängnis. Bei „En La Eternidad“ wird das aber schon wieder ganz anders, denn der Song, der auch gleichzeitig die erste Single darstellt, überzeugt in den Bereichen, in denen der zuletzt genannte es nicht konnte.

Bei dem düsteren Stück „El Silencio Del Rencor“ kommt dann auch mal ein wenig Metal-Riffing zum Einsatz, während bei Piano-betonten Tracks wie „A Traves Del Dolor“ und „Nox Interna“ die ruhigere Seite der Band betont wird. Insbesondere sticht das fast schon psychedelische „Hipnotico Juego“ heraus, das definitiv zu den Highlights des Albums gehört. Mit „Love Song“ von The Cure und „Hechizo“ von der spanischen Hard-Rock-Band Heroes Del Silencio sind zudem noch zwei gelungene Cover-Versionen vorhanden.

Dem hübsch aufgemachten Digipack liegt zusätzlich noch eine DVD bei, auf der sich unter anderem die nett gemachten Videos zu „En La Eternidad“ und „Hipnotico Juego“ sowie ein Interview mit den Bandmitgliedern, in dem die Videos und das Konzept der Band genauer erläutert werden.

„XIII“ ist letztendlich ein wirklich gutes Album, reißt aber auch keine Bäume aus, denn bis auf den Einsatz der spanischen Sprache gibt es hier keine großartigen Innovationen. Dafür gibt es auf dem Album eine Menge Melancholie und viele schöne Melodien, die durch optimalen Keyboard- und Pianoeinsatz eine hohe Qualität erreichen, so dass auch Altbewährtes in aufpolierter Form Spaß macht. Jeder, der sich an der spanischen Sprache nicht stört und ein Faible für klassischen Gothic Rock mit modernen Elementen hat, sollte hier ruhig einmal reinhören, denn insgesamt liegen Nox Interna immer noch ein ganzes Stück über dem Durchschnitt.

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