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Nox Interna: The Seeds Of Disdain

Der Schritt zu internationaler Aufmerksamkeit?
Wertung: 7.5/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 47:51
Release: 30.09.2011
Label:

Zu Zeiten des Debüts „XIII“ bestand die Truppe um Sänger und Songwriter Richy Nox noch darauf, dass ihre Musik ausschließlich in spanischer Sprache erscheinen würde, um dem lyrischen Anspruch der Band gerecht zu werden und Emotionen unverfälscht zu transportieren. Doch schon ein Blick auf die Tracklist des zweiten Albums „The Seeds Of Disdain“ lässt erahnen, dass nicht mehr alles beim Alten ist und tatsächlich, bis auf wenige Ausnahmen sind dieses Mal sämtliche Texte auf Englisch verfasst und auch die Musik hat sich merklich verändert, was nicht weiter verwundert, wenn der Bandleader ganz offen sagt, dass von nun an ein internationaleres Publikum erreicht werden soll.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist mit dem vorliegenden Material definitiv getan, denn nicht nur fällt die Sprachbarriere trotz deutlichen Akzentes weg, auch die wesentlich eingängigere Ausrichtung bringt die Möglichkeit zur Erschließung einer breiteren Zielgruppe mit sich. Der grundlegende Stil ist dabei jedoch geblieben: Melodischer Gothic Rock mit viel Keyboardeinsatz beherrscht das Feld und verliert im Vergleich zum Debüt ein wenig an Komplexität, stattdessen wird eine Hookline an die andere gereiht. Passend dazu hat sich auch der Gesang von häufig tief und monoton vorgetragenen Textzeilen zu einer variableren Leistung gewandelt, die Richy Nox gereifter als zuvor zeigt und eine deutliche Steigerung darstellt. Ein wenig abhanden gekommen ist hierbei die allgegenwärtige Melancholie auf „XIII“, was in erster Linie dem reduzierten Klaviereinsatz und der Club-tauglicheren Ausrichtung zuzuschreiben ist, die Nox Interna so manches Mal ein wenig die Identität raubt.

Wenn „The Seeds Of Disdain“ nämlich nach dem kurzen „Prelude“ mit „Pray“ eingeleitet wird, kann man sich nur schwer dem Gefühl erwehren, das alles so schon einmal in leicht abgewandelter Form gehört zu haben – mit den wuchtigen Drums, tief gebrummten Vocals und sehr präsenten Synths erinnern die Spanier frappierend an die Deathstars. Das muss nicht unbedingt etwas Schlechtes sein, vor allem dann nicht, wenn ein so zwingender Refrain wie der von „Misery“ dabei herauskommt, die eigene Note vermisst man jedoch schnell. Nichtsdestotrotz ist der latente Pop-Appeal vieler Songs aber ansprechend umgesetzt und sorgt auch in den melodischeren Songs für reichlich Ohrwurm-Potential, wobei wie bei „Our Last Song“ oder dem mit wunderschöner Streicher-Unterstützung ausstaffiertem Titeltrack „The Seeds Of Disdain“ Richies enorm verbesserter, emotionaler Gesang die Songs merklich aufwertet.

Auch generell mangelt es durchaus nicht an Abwechslung, wie Stücke wie das auf hart getrimmte „Too Sweet“ oder „1984“ beweisen, das trotz bedrohlich-schleppendem Tempo mit symphonischer Begleitung wie der zuerst genannte Song nur bedingt vom Hocker zu reißen vermag, aber zumindest mit einer mitreißenden Bridge aufwarten kann. Der eigentliche Trumpf des Albums sind aber, man mag es kaum glauben, die Stücke in spanischer Sprache – obwohl nur in dreifacher Ausführung vorhanden, stellen diese Songs eindrucksvoll zur Schau, wie gut und vor allem eigenständig Nox Interna inzwischen in ihrer Muttersprache klingen. Während „Abismo“ durch hohes Tempo, mitreißende Breaks und optimal eingesetzte Keys besticht, ist es insbesondere „Rechazo De Sueños“, das zeigt, wozu die Spanier in der Lage sind: Ungewöhnliche Tonfolgen treffen auf die eigenwillig vorgetragenen spanischen Lyrics und einen dramatischen, mit jeder Menge Bombast ausgestatteten Refrain, der zu den größten Momenten des Albums zählt – eine ähnliche Intensität erreicht nur „Born Under Saturn's Sign“, das sich von sanften Klaviermelodien in einen orchestral verstärkten Chorus erhebt.

„Besser gut kopiert als schlecht erfunden“ heißt es häufig – doch obwohl Nox Interna durchaus eine gelungene Aufbereitung eines bewährten und bekannten Stil bieten, hat die Band dies gar nicht nötig, denn gerade bei den eigenständigeren Songs kommen die Qualitäten der Spanier am besten zur Geltung. So oder so hat sich insgesamt das Songwriting im Vergleich zu „XIII“ spürbar verbessert und verleiht vielen der Songs ihren Ohrwurm-Charakter, denn der nun erworbene Spielfluss war auf dem Debüt noch nicht in dieser Form gegenwärtig. Ob der Wechsel zur englischen Sprache und zu massentauglicheren Songs nun der richtige Weg ist, hängt schlichtweg davon ab, welche Richtung man als Hörer bevorzugt – so oder so ist „The Seeds Of Disdain“ in technischer und kompositionaler Hinsicht ein deutlicher Fortschritt zu „XIII“ und für jeden Anhänger melodischen Gothic Rocks äußerst empfehlenswert, am besten klingen Nox Interna aber immer noch dann, wenn sie einfach sie selbst sind.

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