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Nox Aurea: Ascending In Triumph

Der letzte Kick fehlt
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal, Doom Metal
Spielzeit: 62:44
Release: 02.07.2010
Label: Napalm Records

Es war Mitte des ersten Jahrzehnts dieses Jahrtausends, als sich in Schweden die Death-/Doom-Formation Nox Aurea zusammenfand. Letztes Jahr kam die erste Full Length-Scheibe „Via Gnosis“ auf den Markt. Nun, erst knapp ein Jahr später, gibt es aus Schweden bereits das Nachfolge-Album namens „Ascending In Triumph“. Zu schnell, mögen die einen meinen. Zugegeben, die Zeitspanne ist wirklich etwas knapp bemessen. Ob sich das emsige Treiben aber auch in qualitativer Hinsicht auf das musikalische Material ausgewirkt hat, bleibt abzuchecken.

Grim Vindkall (Gitarre, Vocals, Synths), Peter Laustsen (Gitarre, Synths), Joakim Antonsson (Drums), Robert Persson (Bass, Synths, Vocals) und Patrick Kullberg (Vocals) samt ihrer weiblichen Sanges-Verstärkung Alice Persell haben ihr Können dem Death/Doom der glorreichen Neunziger Jahre gewidmet: schleppende Riffs, vor Melancholie triefende Melodielandschaften, die auch mal gerne vom Tasteninstrument intoniert werden, dabei allerdings erfreulicherweise niemals vor Kitsch triefen. 

Das Titelstück gleich zu Beginn der Scheibe ist mehr als vielversprechend: Voll atmosphärischer Dichte dank der Keyboards, die das alles schön im Hintergrund erledigen, gelingt den Schweden ein gutes Stück melancholischen Deaths mit gothicesken Ansätzen. Aber eben nur ein gutes solches, denn es fehlt das allerletzte Quäntchen, was das Stück zum Knaller werden lässt. 

Getragene Melodien von Streichern läuten „The Loss And Endeavour Of Divinity” und man denkt an ganz frühe My Dying Bride, Gott hab sie selig. Der etwas schnellere Part dann lässt die Gedanken Richtung Candlemass schweifen, bevor Alice mit ihrem Gesang beginnt. Glücklicherweise klingt ihre Stimme in diesem „Beauty & Beast“-Gefüge nicht kitschg oder überkandidelt. 

Atmosphärisch dicht und stimmig gestaltet wurde „The Shadowless Plains“. Die Growls wirken hier etwas farblos, man wartet förmlich auf die süßliche Stimme von Alice. Doch als diese dann zum Einsatz kommt, ist man etwas enttäuscht, denn sie klingt viel zu wenig aussagekräftig. 

Viel zu lang zieht sich der unmittelbare Beginn von „Mother Aletheia Chapter II“ hin. Zumindest eine sehr runterziehende Stimmung vermittelt dieses Stück. Was zu dieser nicht so recht passen will, ist die weibliche Gesangslinie, die hier im Gesamtkontext eine Spur zu süßlich klingt. Später nimmt das Stück eine dramatische Ausrichtung, die aber auch noch ausbaufähig gewesen wäre. 

Der gesamte Aufbau von „The Delight Of Autumn Passion” hat durchaus seine Reize. Hier gelingt es der Band, dass sich der Hörer in den Soundlandschaften verliert und eins wird mit diesem wunderbaren Stück. Schade, dass nicht mehr Songs auf diesem Album diesem Kaliber entsprechen, denn dieses Teil hier verzaubert, da es einfach wundervoll ist. 

Ob sich jetzt mit „My Voyage Through Galactic Aeons“ doch noch alles zum Besten wendet? Der gewaltige Eingangsgrowl vor der verträumt-melancholischen Soundkulisse lässt hoffen. Doppelgitarrenläufe und Doublebass-Einsätze lassen das Herz schneller schlagen. In der Tat ist dies einer der besten Songs dieses Albums. Und das noch nicht einmal aufgrund seiner doomigen Ausrichtung, sondern vielmehr, weil er stellenweise an die verträumten Passagen von Blut Aus Nord auf deren genialem Werk „Memoria Vetusta II – Dialogue With The Stars“  erinnert. Zudem klingt Alice´ Stimme hier wirklich zauberhaft, einfach schön. Warum nicht mehr davon?  

Verträumt-melancholisch dann auch der letzte Track „To The Grave I Belong”. Hier wird am ehestem auf das Growl-Female-Konzept gesetzt. Ich hatte mir aufgrund der letzten zwei Stücke, die wirklich stark waren, weitaus mehr erhofft, aber dieses Stück kommt wieder mal nicht über das lediglich als gut zu bezeichnende Mittelmaß hinaus – schade. 

Etwas, sagen wir mal, gewöhnlich und zu dünn wirkt lediglich das klangliche Ergebnis seitens des Keyboards beim abschließenden Instrumental „Emendare“. Da hätte man sich etwas Opulenteres oder aber intensiver Melancholisches gewünscht. 

Fazit: Eine alles in allem handwerklich solide Scheibe, aber mehr als nur ein „gut“ ist leider nicht drin – es fehlt der letzte Kick, der das Album zu einem großen gemacht hätte. Man vermisst die Momente, in den man ein Taschentuch zücken möchte, um die aufkommenden Tränen aufzuwischen.

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