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Noumena: Anatomy of Life

SO muss finnischer Melodic Death Metal klingen!
Wertung: 9.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 44:9
Release: 01.12.2006
Label: Spinefarm Records

Ja, ja… Dani und ihr Finnland … Mit dem aktuellen Noumena-Album „Anatomy Of Life“ darf ich euch endlich weiteres Highlight aus dem Land der langen, kalten Winter und der Polarlichter präsentieren, das eine absolut begeisterte und faszinierte Rezensentin zurücklässt.

Ich habe es ja schon in einigen früheren Reviews erwähnt, dass die finnischen Bands einfach dieses ganz gewisse Etwas ihr Eigen nennen, einfach wahnsinnig geile Songstrukturen und Melodiebögen in ihre Songs einzubauen. Somit ermöglichen sie es, diese ganz speziellen Stimmungen in ihren Songs direkt zum Hörer zu transportieren.

Ich durfte Anfang des Jahres Noumena zum ersten Mal auch live kennenlernen und war schon da total beeindruckt, was die Herren inklusiver weiblicher Sängerinnen-Unterstützung auf der Bühne für eine eindrucksvolle Präsenz zeigten. Schon mit ihrem älteren Material von ihrem Debütalbum „Absence“ gehörte die Band zu diesem Zeitpunkt für mich auf meiner Beliebtheitsskala nach ganz weit oben.

Doch jetzt setzen die Skandinavier mit ihrem neuen Album noch deutlich einen drauf: Im Midtempo ziehen sie alle Register, die es braucht, um so richtig geilen Melodic Death Metal zu zelebrieren. Die Zutaten im Einzelnen: Es gibt gefühlvolle Akustic-Parts, tieftraurige Gitarrensoli, den Kontrast von Antti´s sehr voluminösem Growling zu der weiblichen Stimme. Dabei kommen die Songs nicht mit einer derart brutalen melancholischen Note rüber wie das Insomnium perfekt mit ihrem neuen Longplayer geschafft haben. Vielmehr findet man in den Melodien eher kurze Lichtblicke in Form von Melodie gewordener Hoffnungsschimmer, die wage durch die Oberfläche blinzeln … aber einen Touch dieser tiefen Traurigkeit haben Noumena´s Melodylines natürlich auch.

Sehr schöne Melodylines bietet bereits der Opener „Misanthropolis“, bei dem es midtempomässig, aber auch mächtig druckvoll zur Sache geht. „Burden Of Solacement“ erinnert mich an Amorphis zu „Tales From The Thousand Lakes“-Zeiten – Antti´s Stimme kommt hier auch wieder sehr eindrucksvoll zur Geltung. Die Arbeit der beiden Gitarristen Tuuka und Ville lässt bei mir keine Wünsche offen. Und dann kommt mit „Retrospection“ auch schon der nächste Kracher um die Ecke. Dieser Song wird durch diese wahnsinnig geilen Riffings unvergesslich. „The Burning“ wartet mit Antti´s kehlkopfzerschmetterndem Growling und wieder mal geilen Gitarrenklängen auf.

Der Beginn von „Monument Of Pain“ sagt alles aus, wofür der Songtitel steht: Ein geiles, melancholisches Gitarrenintro und dann kommt zum ersten Mal auf diesem Album die weibliche Stimme zum Einsatz. Zu meinem grossen Erstaunen singt Antti hier auch einige Parts clean, und ich hätte nicht damit gerechnet, dass die Klangfärbung seiner Stimme der von Metallica´s James Hetfield gar nicht so unähnlich ist. Das Gitarrensolo ist unbeschreiblich, dafür und für diesen monumentalen Song insgesamt gebe ich die Note 1!

„Triumph And Loss“ geht dann etwas flotter zur Sache. Anttis zeigt hier, dass er variabel ist, indem er auch höhere Tonlagen drauf hat. Im Refrain ist cleaner Frauengesang zu vernehmen. Sorry, aber für mich ist dies ein kleiner Schwachpunkt auf dem ansonsten genialen Album, vielleicht weil er in meinen Augen nicht so ganz Noumena-typisch ist.  „Marionettes“ entschädigt danach aber auch schon wieder vollends. Es geht hier wiederum etwas flotter zur Sache, aber dieser Song berührt mich wieder um einiges mehr als der Vorgänger, weil er wieder unmissverständlich Noumena´s Schriftzug trägt.

„Through The Element“ beginnt mit der verdammt powervollen weiblichen Stimme. Dann folgt der Break, für den ich den Gitarristen glatt um die Hälse fallen könnte… dieser Song ist einfach so genial … Und dass Antti´s verdammt geiles Growling so einen super Kontrast zu der cleanen Frauenstimme abgibt, brauche ich an dieser Stelle wohl eher nicht explizit zu erwähnen. Dies ist ein ganz, ich sagte ein GANZ starker Song, der Emotionen und Power perfekt zu vereinen weiss!

„Fire And Water“ bildet dann schließlich den krönenden Abschluss dieses für mich nahezu perfekten Albums. In diesem Song werden noch mal alle Stärken der Finnen fokussiert auf den Punkt gebracht: diese schon angesprochenen gefühlvollen Akustikparts, die quasi wie geschaffen sind für verregnete Novembertage. Dann diese powervollen Parts, in denen alle so richtig vom Leder ziehen und alle Musiker ihr Können zeigen. Dieser Song ist einfach ganz, ganz grosses Kino!!!

Jeder der neun Songs hat seine ganz eigene Seele und besticht durch absolute Unverwechselbarkeit. Dabei möchte ich dieses Album gern mit Amorphis Meisterwerk „Eclipse“ vergleichen. Aber nur vergleichen, um zu sagen „das klingt so wie..“ wäre für jede der beiden Bands vermessen. Vielmehr stelle ich hiermit Noumena mit ihrem „Anatomy Of Life“ auf dieselbe hohe Qualitätsstufe wie Amorphis mit ihrem aktuellen Werk „Eclipse“.

Tuomo Valtonen hat bei der Produktion dieses Albums alle Vorzüge Noumena´s aber so was von perfekt in Szene gesetzt, dass ich mich hiermit auch ganz besonders bei ihm bedanken möchte, dass „Anatomy of Life“ zu einem derart wunderschönen Album geworden ist.

Fazit: Fans von Amorphis (der ganz alten und auch der ganz neuen) sowie alle, die finnischen Death Metal mögen, werden dieses Album ganz oben auf ihrer Playlist wieder finden! Dafür gehen von mir 9,5 Punkte an Finnland!

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