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Nothgard: Age Of Pandora

Wahnsinnsbrett!
Wertung: 9,5/10
Genre: Folk Metal / Melodic Death Metal
Spielzeit: 49:14
Release: 12.09.2014
Label: Trollzorn

Der Autor wiederholt sich: Niederbayern ist eine Brutstätte für unglaublich talentierte und arbeitsgeile Musiker. Liegt es an der Landschaft, an den hübschen Mädels oder am Klima? Wer weiß das schon. Tatsächlich kommen aber immer mehr talentierte Bands aus der Ecke Cham, Passau, Regensburg und Straubing. Nothgard gehören nicht zu diesen Gruppen - sie waren einer der Vorreiter dieser Bewegung. Die Band, die zur Hälfte auch die Formation Wolfchant bildet und deren Frontmann jetzt auch noch bei Equilibrium aktiv ist, hackt sich schon eine ganze Zeit mit sehr viel Geschick durch das bayrische Unterholz und es scheint fast so, als könnte diese kontinuierliche harte Arbeit mit der neuen Platte ernsthafte Früchte tragen.

„Age Of Pandora“ ist ein brutal wuchtiges Teil, das einem die Füße wegfegt. Soviel vorab. Schuld daran sind alle Mitwirkenden. Nothgard haben das Glück, dass die Band aus großartigen Musikern und sehr kreativen Köpfen besteht. Arbeitswille ist eh Grundvoraussetzung. Bestückt mit drei Gitarristen, einem spielwütigen Basser und einem absolut geilen Drummer hat die Band natürlich die allerbesten Voraussetzungen, um ein Killeralbum zu schreiben. Aber Butter bei die Fische. Von vorne an.

Der erste Eindruck ist episch. Und irgendwie falsch. Man wartet auf donnernden Metal, aber stattdessen gibt es Filmmusik, die schwer an "Fluch der Karibik" erinnert. Während man sich noch die Augen reibt und sich fragt, ob man tatsächlich im falschen Film ist, läuft das Intro ab und nun kommt er, der Schlag mitten ins Gesicht. Völlig unvorbereitet werden die Gitarren aufgerissen und das Mikro angeplärrt. Jetzt wird es interessant. Was nun folgt, ist schwer zu beschreiben. Die Musik pendelt sich ein zwischen Apokalypse und Weltenneuerschaffung. Wunderbar und alles zerstörend. Wer von dieser Platte nicht mitgerissen wird, der ist taub oder blöd. Ganz einfach. Nothgard fahren ultrafette Gitarrenwände auf, die einen einfach umhauen. Dom, Daniel und Skaahl spielen Hand in Hand, reichen sich gegenseitig den Ball weiter und feuern einen Wahnsinnsgitarrenlauf nach dem anderen aus dem Rohr. Es ist beinahe schon unverschämt, was hier so kinderleicht klingend geboten wird. Der quirlige Basser Vic wird aber keineswegs untergebuttert. Die Gitarren sitzen alle drei in einem sauberen Frequenzband, das dem Tieftöner genug Freiraum lässt, um sich auszutoben. Das macht er auch: Vic hält locker mit den Gitarristen mit und baut die Brücke zu Drummer Dominik. Präzise donnert der Schlagwerker Blast Beats, Double-Bass-Salven und jede Menge verzwickte Fills in die Lieder. Hier würde es schon einfach Spaß machen, nur die Schlagzeugtracks zu hören.

Nicht vergessen darf man Shouter Dom. Er gibt mit seinen Screams den Ton an und drückt der Gruppe auch einen gewissen Stempel auf. Insgesamt hat die Scheibe nämlich einen starken Bezug zum finnischen Melo-Death und Folk/Pagan Metal von Bands wie Children Of Bodom, Wintersun, Norther und auch ein bisschen Ensiferum. Wenn auch keine dieser Gruppen in der Musik von Nothgard voll durchschlägt, die finnische Ausrichtung ist nicht zu überhören. Dom macht seinen Job am Mikro sehr gut. Er klingt nicht wie Alexi Laiho, aber er kommt schon nahe ran.

Gibt es eigentlich auch was zu motzen? Ja, wenn auch nicht viel. Der einzige Grund, warum die Platte nicht die volle Punktzahl erreicht, sind die Samples. Ist es wirklich nötig, einen Computer zu bemühen, wenn man auf so tolle Musiker zurückgreifen kann? Eigentlich nicht. Erfreulicherweise wird während der Lieder auf zu große Synthieparts verzichtet. Lediglich das Intro und das Outro sind voll computerisiert.

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