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Noteingang: Gegen die Zeit

Es gibt bessere, aber auch schlechte Genre-Kollegen
Wertung: 6/10
Genre: Deutschrock/Punkrock
Spielzeit: 31:46
Release: 14.12.2011
Label: Kolwalsky Records/7Music

Eine Band, die ihren Stil als "LariFari Arschlochpop - Musik von Arschlöchern für Arschlöcher" bezeichnet, hat bei der Schreiberin dieser Zeilen schon einmal von Vornerein einen riesen Stein im Brett. Im Einzelnen handelt es sich um die Komponenten Deutschrock und Punkrock, eine immer wieder beliebte und bierselige Mischung, die ab einem gewissen Pegel auf den Konzerten genauso gut ankommt wie im Bierzelt ums Eck. Das dürfte den Herren von Noteingang (wieso denkt man da automatisch an irgendwelche rektalen Geschichten?!) aber herzlich egal sein, solange die Leute beim Hören Spaß haben. Nach ihrem 2008er Debüt "...und keiner kann's verstehen" und der Live-EP "Dilletantenstadl" musste nun einmal wieder ein Nachfolger präsentiert werden: Erstmals in Viererbesetzung wurde also "Gegen die Zeit" eingespielt und Ende des Jahres 2011 auf die Punkrocker dieser Welt losgelassen.

Zwölf Songs haben die Herren aus Alzenau ausgepackt, einige davon kratzen hart an der Grenze zum Prolltum, andere, wie beispielsweise das geile "Der Soundtrack unserer Liebe" lassen sich ohne Weiteres auf Dauerschleife hören. Allein der Text, in dem der Protagonist seiner Freundin romantische Tage beschert, inklusive Spaziergängen, nur um sie danach flachlegen zu können, dürfte einigen bekannt vorkommen. Das gerade einmal 35 Sekunden lange "Was ich dir noch sagen wollte" spricht dann allen aus der Seele, die gerade das Ende einer Beziehung hinter sich haben. Allein für den Satz "Dass dies kein Liebeslied mehr wird ist mir mittlerweile klar/Ich würd dir viel lieber sagen wie beschissen's mit dir war" könnte man aufspringen und in laute Begeisterungsstürme ausbrechen.

Solche Stücke stehen im krassen Gegensatz zu unnötigen Ergüssen wie in "100 Jahre alt": "Ihr geht jetzt malochen und ich bin immer noch blau" strotzt nicht gerade vor kulturell wertvollem Inhalt und macht nicht einmal besonders viel Spaß, aber es mag durchaus (leider) Menschen geben, die sich mit diesen Zeilen identifizieren können. Glücklicherweise halten sich solche Aussetzer aber in Grenzen, dafür gibt es gute Songs wie die Motivationshymne "Die kleine Welt" oder das ruhige, aber zum Glück erstaunlich unkitschige "Zu lange hier". 

Gegen Ende hinterlässt "Gegen die Zeit" ein zwiegespaltenes Gefühl. Einerseits gibt es hier wirklich gute Songs, auch wenn weder die Singstimmen noch die Instrumente extrem hervorstechen, aber immerhin gibt es hier auch kein unangenehmes Gejammer oder Proll-Geröhre. Songs wie "Anders als der Rest" und "100 Jahre alt" sind dann zumindest inhaltlich eher am unteren Ende der Bewertungsskala anzusiedeln - trotzdem, für soliden Arschlochpop gibt es letztendlich noch sechs Punkte.

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