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Not Above Evil: The Transcendental Signified

Solide gemacht, aber nicht der ganz große Wurf
Wertung: 6.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 43:59
Release: 30.11.2011
Label: Eigenproduktion

Not Above Evil aus Manchester dürften hierzulande noch ein recht unbeschriebenes Blatt in der Chronik des Metal sein, das könnte sich aber mit etwas Glück schon bald ändern. Die labelfreie Band hat nämlich bereits im November ihr zweites Vollzeitspielwerk „The Transcendental Signified“ auf den Markt geworfen und das kann sich trotz des etwas ausgelutschten Stempels Melodic Death Metal durchaus hören lassen.

Stilvoll und minimalistisch aufgemacht sind das schwarz-weiß gehaltene Cover und das Booklet – keine großartig gekritzelten Bandnamen, keine merkwürdigen Frontbilder, über deren Bedeutung man stundenlang streiten kann. Einfach nur schön. Das stellt man sich dann auch schon mal gerne ins Schränkchen. Ansonsten ist „schön“ nicht unbedingt die passende Bezeichnung für den Sound der Briten, „brachial“ trifft es da schon eher – einigermaßen abwechslungsreich trampelt die Truppe durch die acht Songs der Scheibe, vorangetrieben von teils recht klassischen Gitarrenriffs und der durchaus variablen Stimme von Fronter und Bassist Sideeq Mohammed, der von seinem Gitarristen David Gwynn stimmlich unterstützt wird.

Natürlich herrschen hier und da noch ein paar Kinderkrankheiten, aber schließlich gibt es die Band ja auch erst seit 2009, da muss der passende Sound, der in diesem Fall irgendwo zwischen Göteborger Schule und Bay Area Thrash rumdümpelt, ja erstmal gefunden werden. Hier und da hätten die Vocals etwas kraftvoller abgemischt und die Gitarren ein wenig in den Hintergrund gestopft werden dürfen, nur um das Kräfteverhältnis ein bisschen auszugleichen. 

Alles Meckern nützt aber nichts, denn im Großen und Ganzen machen Not Above Evil hier einen soliden Job. Das zeigt sich schon im Opener „Crossroads“ mit den fast epischen Refrainzeilen, genauso wie bei „Capture The Dawn“, das bereits im Intro ein wenig der alten Thrash-Schule Tribut zollt. Der Groove kommt hier nicht zu kurz und die tiefen Vocals sind genau an der richtigen Stelle eingestreut. Den Song kann man sich gerne auch mal öfter anhören.

Recht untypisch startet dann „Nexus“ mit fast Rock’n’Roll-lastigen Gitarren – im Verlauf bleibt der Song ein bisschen hinter dem Tempo der Vorgänger zurück, was ihm aber erstaunlich gut zu Gesicht steht und die ruhigeren Instrumentalpassagen zwischendurch bieten einen schönen Kontrast zu den härteren Parts. Das Spiel zwischen sanft und hart haben die Jungs also schon ganz gut raus, obwohl es sich hier erst um die zweite Full-Length-Platte handelt.

Spätestens beim eigentlich gut gemachten und rasanten „As The Curtain Falls“, das rein vom Titel her am Ende der Tracklist irgendwie besser aufgehoben scheint, fällt die Musik der Truppe ein ganz klein wenig der Monotonie anheim. Die Gitarren braten immer noch und die Melodieführung lässt eigentlich auch nichts zu wünschen übrig, man kühlt aber allmählich vor den Lautsprecherboxen ab. Hier hätte jetzt nochmal ein Super-Arschtrittsong gefehlt, um den Hörer wachzurütteln, aber irgendwie kommt da wenig bis gar nichts mehr in dieser Richtung.

Das finale „The Duel“ schlägt dann nochmal mit siebeneinhalb Minuten zu Buche – eingeleitet von leicht entrückten Gitarren und einem plötzlichen, absolut geilen Drumhagel rasten die Herren noch einmal aus und vor allem Sänger Sideeq liefert nochmal eine richtig gute Performance; bis das Tempo gedrosselt wird zumindest, denn dieser kurze Ausrutscher in Richtung Gitarrensolo zieht dem Song schlicht die Dynamik unterm Arsch weg. Da kriegen NAE die Kurve leider nicht wieder.

Fazit: Es bleibt eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass sich die Briten noch ein bisschen um ihr Songwriting und ihre Spannungsbögen kümmern sollten. An sich ist „The Transcendental Signified“ nicht übel gemacht, es fehlen aber die Überraschungsmomente, die doch sehr rar gesät sind. Vielleicht bietet das nächste Album mehr „Ah“s und „Oh“s für das hungrige Metalvolk.

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