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Nora Yeux: Nora Yeux

Intelligente und frische Platte
Wertung: 8,5/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 20:46
Release: 07.12.2012
Label: Midsummer Records

Nora Yeux, der Name klingt neu, frisch, jung. Kein Wunder: Die Band an sich hat sich erst voriges Jahr gegründet und entstand aus den Aschehäufchen von Longing For Tomorrow und Thoughts Paint The Sky. Graue Haare haben die Vier auch noch nicht, zumindest keine, die man auf den ersten Blick sieht – der Name passt also zum Rest. Erstmal wenigstens. Denn irgendwie verbindet man mit dem Namen auch fragile Strukturen und ähnliche künstlerische Finessen. Künstlerisch ist die Truppe nun durchaus, wenn auch vielleicht etwas minimalistisch, wenn man zum Beispiel mal das Cover der selbstbetitelten EP betrachtet – dafür haut die Truppe aber auch schon mal gut auf den Putz. Doch mehr dazu gleich.

„Nora Yeux“ kommt nun also mit nicht ganz 21 Minütchen Spielzeit daher – sechs Lieder, deutsche Texte. Unwillkürlich ziehen Bilder von Polohemd tragenden Studenten vor meinem geistigen Auge auf, die unter „Gitarrenmusik“ so was wie Sportfreunde Stiller verstehen (ja, wirklich! Alles schon erlebt!) und auch die zuletzt rezensierte Scheibe von Thoughts Paint The Sky war subjektiv nicht wirklich prickelnd. Glücklicherweise kann und darf man hier keine Vergleiche mit früheren Bands der Jungs ziehen. Nora Yeux fangen bei Null an und machen dabei eigentlich alles richtig.

Man darf es eigentlich nicht sagen, aber den Erfahrungen der Schreiberin nach kann man als Fan experimentellerer Musik sowieso selten etwas falsch machen, wenn man eine Platte von Midsummer Records anhört (wo Nora Yeux jetzt noch recht neu mit am Start sind). Ist das Interesse so erst mal geweckt, lebt es sich mit der EP der Band sehr gut. Der Spaß fängt schon bei „Oberhausenzeit“ an, das richtiggehend belebt – still sitzen ist hier schwierig, der Song treibt nicht nur als Komplettpacket voran, auch die Vocals von Sänger David kommen erfreulich angenehm aus den Boxen. Ebenso viel Spaß machen die Drums – kein Scheppern, kein Kartonagengewummer. Wunderbar.

Schon bei „Leergefegt“ werden dann härtere Saiten angeschlagen, direkt zu Beginn kommt der erste Scream zum Einsatz (und was für einer – da kann sich so mancher Sänger der extremeren Genres noch ordentlich was abschauen!), „Zwischenbild“ bietet dann genau das, was man sich vorstellt: ein kurzes instrumentales Intermezzo, so traurig-schön und filigran, dass man es sich noch mal anhören will, obwohl die Scheibe noch gar nicht zu Ende ist.

„Grandios“ plätschert dann als einziger Song ein bisschen an einem vorbei (da ist der Titel anscheinend nicht wirklich Programm – Anm. d. Red.), dafür horcht man schon beim „Masterplan“-Intro auf – das klingt doch schlagzeugtechnisch ganz verdächtig nach den bunten Achtzigern, auch die Gitarre könnte aus der Zeit der Spandex-Leggings und horrenden Rechnungen für Haarspray stammen –, zum Glück entpuppt sich der erste Eindruck aber als Trugschluss und der Song bietet die mittlerweile übliche Nora-Yeux-Qualität. Ein bisschen resigniert klingt der Gesang, ein bisschen erledigt von der Welt, den Menschen, von allem. Geschrei gibt es natürlich auch wieder – eine schöne Mischung. Allmählich mausern sich Nora Yeux zu einem Gesamttipp.

„Glen Hansard“ (seines Zeichens Sänger der irischen The Frames) bietet dann noch mal einen schönen Abschluss, kann aber nicht ganz an den Vorgängersong anschließen. Macht aber nichts: „Nora Yeux“ hat als Midsummer-Erstlingswerk direkt mal einen bleibenden und vor allem positiven Eindruck hinterlassen, da kann man eigentlich kaum meckern. 8,5 Punkte hat sich das Quartett also schon verdient und gespeichert sind sie auch schon als neue interessante Band auf dem Radar.

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