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Non Opus Dei: Eternal Circle

Nietzsche auf Death Metal
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 31:54
Release: 15.09.2010
Label: Witching Hour Productions

Death Metal ist Tod, Wut und Verderben! Das ist wohl hinlänglich bekannt. Aber wer hätte gedacht, dass ein Death-Metal-Album auch mal auf der Grundlage von philosophischem Gedankengut entstehen kann? Non Opus Dei legen mit „Eternal Circle“ genau solch ein Album vor. Seit 1997 ist diese polnische Band bereits musikalisch tätig und veröffentlicht nun mit „Eternal Circle“ ihr sechstes Album.

Non Opus Dei zeigen sich auf ihrer neuen Scheibe überaus brachial und durchschlagend. Führung übernimmt bei diesem Album allen voran eine mächtige Double-Bass, die tatkräftig von enormem Blast-Beats unterstützt wird. Klingt wie ein ziemliches Geballer? Ist es auch! Non Opus Dei wollen keine Kompromisse machen und genauso klingt ihr Death Metal den Ohren des Hörers wider. Wer auf eine ordentliche Prügelei aus ist, ist hier genau richtig. Für alle anderen kann aber das ewige Gedresche auf diesem Album bald zu einer anstrengenden Partie werden, da dies bei „Eternal Circle“ äußerst markant und vordergründig ist. Ausnahme bildet hierbei das Lied „Death Hussar Legions”, bei welchem die Beine des Drummers im Vergleich zum Rest des Albums weitestgehend ruhig stehen. Zudem sind in diesem Lied die Melodien ausgeprägter, was diesen Song auch zur einer Empfehlung auf dem Album macht.

Des Weiteren stellen die Lieder auf „Eternal Circle“ keine große Abwechslung dar. Der Sound des Albums bleibt mit Ausnahme von dem Lied „Death Hussar Legions“ über die gesamte Spielzeit gleich. Durch das magere Songwriting ist auf der CD zudem kaum Vielfalt erkennbar. Die Riffs sind eintönig, wie unverkennbar bei Liedern wie „The Prisoner Of The Worlds“ oder „Przystrojona Sloncem“ deutlich wird. Zudem entfaltet die durchgehende Double-Bass des Schlagzeugers im Laufe des Albums eine triste Monotonie.

Hätten Non Opus Dei sich ein wenig mehr auf Kompromisse eingelassen, hätte aus der Musik von „Eternal Circle“ noch viel mehr herausgeholt werden können. Die nötigen Fertigkeiten scheinen der Band dazu jedenfalls nicht zu fehlen.

In dem Maße wie es diesem Album an Abwechslung fehlt, so durchdacht und tiefgründig ist dafür der Grundgedanke dieser CD. „Eternal Circle“ nimmt nicht nur durch den Liedtitel „Demon Nietzschego“ deutlich Bezug auf die Lehren von Friedrich Nietzsche, auch der Albumtitel selbst spielt auf ein Gedankenkonstrukt des Philosophen an. Die „Ewige Wiederkunft“ ist eine Theorie laut derer sich alle Ergebnisse unendlich oft wiederholen, was in Nietzsches Sinne für ihn den Grundstein seiner Lebensbejahung darstellt.

Auf diese Weise erschaffen Non Opus Dei auf ihrem Album eine ungewöhnliche Kombination aus Lebensbejahung und niederschmetterndem Death Metal.
Obwohl diese Grundidee für das Album sehr tiefsinnig ist und der Band ein gewisses Maß an philosophischer Natur zugesteht, bleibt das musikalische Ergebnis dasselbe.
Der Sound kann dem Gedanken einfach nicht das Wasser reichen. So verbleibt der Hörer mit einer prügelnden Death-Metal-Scheibe von durchschnittlichem Einfallsreichtum, bei der nach der kurzen Spielzeit von rund 32 Minuten eher die Bass-Drum des Schlagzeugers als die Mauer der Skepsis einzureißen scheint.

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