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Nomans Land: Hammerfrost

Viking Metal aus Russland
Wertung: 6.5/10
Genre: Viking Metal
Spielzeit: 47:27
Release: 21.02.2005
Label: Einheit Produktionen

Die Band Nomans Land wurde 1996 in St.Petersburg in Russland gegründet und verschrieb sich danach schnell dem Viking Metal. Vier Jahre später schafften sie es, ein Label zu finden, welches ihr erstes Album "The Last Son Of The Fjord" veröffentlichte. Der Nachfolger "Hammerfrost" wurde zwar schon Ende 2002 fertig gestellt, fand aber erst Anfang 2005 den Weg zu uns. Soweit zur kurzen Geschichte der russischen Band, die im Labelinfo als große neue Hoffnung im Viking Metal Bereich beschrieben wird. Zumindest überschlägt sich der Text in Superlativen.

Musikalisch bekommt hier genau das, was man erwartet, wenn man Viking oder Pagan Metal hören will. Die Texte handeln von der nordischen Mythologie, der Gesang pendelt zwischen Gekeife und klaren Männervocals hin und her und zwischendurch ertönt immer wieder mal eine Flöte oder eine Akustikgitarre, um die Sache etwas aufzulockern. Soweit so gut, aber der Schwachpunkt des Albums liegt neben dem vorhersehbaren Songwriting vor allem beim Klang an sich. Es ist natürlich verständlich, dass eine kleine Band für ihr zweites Album nicht mal eben das Abyss-Studio mieten kann und das erwarte ich auch gar nicht. Leider ist das allgegenwärtig eingesetzte Keyboard wohl nicht gerade das teuerste gewesen, denn es kann einem echt den Nerv rauben.

Gleich beim Opener "Lord Of The Seas", der die Scheibe schön flott starten lässt, ist dies kaum zu überhören. Wer sich am billigen Klang stört, kann die Scheibe dann gleich schon wieder aus dem Player nehmen. Alle anderen bekommen einen Song zu hören, der bei Bands wie Ensiferum wohl nur eine B-Seite geworden wäre, aber dennoch irgendwie Spaß macht. "Breath Of The North" beginnt mit einer schönen Keyboardmelodie und die Band beschränkt sich hier auf cleane Vocals, was gut rüberkommt, da der gekreischte Gesang in keinster Weise besonders ist.

Das Intro und die Riffs in "Source Of Mimir" lassen dann aufhorchen. Hier schimmern tatsächlich Einflüsse der viel zu früh "verschiedenen" Band Mithotyn durch. Das darauf folgende Instrumentalstück "Ale" (eines von drei Instrumentals) erinnert ein wenig an Finntroll. Etwas mehr als eine Minute erschallen fröhliche Melodien, die zum Met Trinken einladen. Und das ist ja auch das, was man sich bei einer Scheibe mit nordischen Texten irgendwie immer wünscht.

Der Rest der Songs plätschert mehr oder weniger spektakulär vor sich hin und könnte sich nur durch vereinzelt gelungene Dinge wie Tempiwechsel oder einen schönen Chorus vor dem Mittelmaß retten. Am Ende der Scheibe steht mit "Balfor" aber dann doch ein Song, in dem Nomans Land ein wenig aus ihrem Korsett ausbrechen und auch mal in andere Richtungen gehen. Mal wird es langsamer und schwer, um dann wieder an Fahrt zu gewinnen. Leider wirken die Riffs oft eher behelfsmäßig aneinandergereiht, anstatt eine Einheit zu bilden, aber dennoch zeigt die Band, dass sie Potential besitzt.

Wie kann man dieses Album nun bewerten? Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit kann man das Keyboard ertragen und die eingängigen Melodien genießen. Die Gesangslinien der cleanen Vocals tragen ihren Teil dazu bei, so dass diese CD eigentlich viel Spaß machen müsste. Der Nachteil ist aber, dass Nomans Land mit "Hammerfrost" beim besten Willen keinen Originalitätspreis gewinnen werden. Im Gegenteil, denn der Kreischgesang ist absolut vorhersehbar und ebenso kann man sämtliche Melodien fast schon mitsummen, wenn man schon einmal Bands wie Ensiferum oder Moonsorrow gehört hat. Das ganze hat etwas von "Malen nach Zahlen im Viking Metal", d.h., dass die Band sich strikt an ihre Vorbilder hält. Und auch wenn es die Band nun schon fast 10 Jahre gibt und sie womöglich schon immer so geklungen haben, muss man bei der heutigen Konkurrenz einfach mehr bieten, als das Wiederaufwärmen von bekannten Elementen.

Das klingt jetzt negativer als es ist, denn zum zwischendurch Hören ist "Hammerfrost" gut geeignet. Und sei es nur, um die Wartezeit auf das nächste Finntroll oder Ensiferum Album zu überbrücken. Beinharte Fans dieser Bands können zu meiner Wertung ruhig noch 1,5 Punkte hinzuaddieren. Ich gebe hier mal 6,5 Punkte mit der Tendenz nach oben, wenn die Band eine eigene Identität entwickeln kann. Nur bitte tut mir vorher einen Gefallen: Kauft euch ein neues Keyboard!

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