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Noise Gegen Armut

Geiles Teil für einen guten Zweck
keine Wertung
Genre: Death Metal, Grindcore
Spielzeit: 28:07
Release: 09.01.2012
Label: W-Productions

Metaller an sich sind ja sehr soziale Menschen. Hier und da wird immer mal was gespendet, nun gibt’s das Ganze aber auch als etwas größer angelegte Veranstaltung. „Noise Gegen Armut“ ist so ein Event, bei dem ein Großteil der Einnahmen an karitative Zwecke gehen, in diesem Fall die Armenspeisung Rappelkiste e.V. Gelsenkirchen. Da weiß man wenigstens, wo das Geld ankommt, im Gegensatz zu vielen unsicheren Spendenaktionen, denen man sonst so anheim fallen kann. Zu dem Festival, das natürlich von The-Pit.de auch live begutachtet wird, gibt es nun auch den Sampler – ebenso betitelt wie das Konzert, bestückt mit zehn Death- und Grindtracks. Dabei gehen die sieben Euro Kaufpreis komplett an den Rappelkisten-Verein. Zulegen kann man sich das gute Stück übrigens über www.w-productions.net .

Genug der unauffälligen Schleichwerbung, es geht hier neben der guten Pfadfindertat natürlich auch um die Musik. Natürlich sind auch die Grinder Yuppie Club mit von der Partie, die das Noise gegen Armut mit auf die Beine gestellt haben und es tatkräftig an allen Ecken und Enden supporten. Mit von der Partie sind neben dem Yuppie Club und des Sängers Zweittruppe Lee’s Request auch die Death Thrasher Sabiendas sowie die Hagener Stillbirth

Den Anfang auf der knapp halbstündigen Reise durch die Ursümpfe des Deathgrind machen aber die Berliner Postmortem, die zwischenzeitlich bereits gute 25 Jahre auf dem Buckel haben. „Give Us Hate“ beweist eindrucksvoll, dass das alte Eisen nicht immer das Schlechteste sein muss – mit einer gehörigen Portion Rock’n’Roll rotzen die Herren ihren Openertrack auf Platte. Sehr genialer Einstieg, der unbedingt Lust auf mehr macht. Viel mehr!

„A Promise“ wird dann von Yuppie-Club gestellt, die wesentlich roher zu Werke gehen als die Berliner Kollegen und vor allem ist das ganze Spektakel gleich mal ein gutes Stück tiefer gestimmt. Da kann man sich die Beckenbodenübungen für den Tag zumindest schon mal sparen, es wird sowieso alles durchgemischt – zu all dem kommt natürlich Lees schweinetiefes Gegrunze. Tacheless legen dann mit „Bite By Bite“ und gerade mal anderthalb Minuten Laufzeit den kürzesten Sprint des Samplers vor, nehmen in der Zeit aber mehr auseinander als andere Bands des Genres auf einem ganzen Album.

Ein bisschen komisch mutet dann die folgende Kombination an: Die Pigsqueal-erprobten Bleeding Heaven stellen die Hütte auf den Kopf, bevor One Bullet Left mit Metalcore daherkommen. Die Jungs aus Oberhausen kamen mit der Scheibe „Armageddon Suicide“ in der Redaktion mit sieben Zählern noch ganz passabel weg und schlecht gemacht ist auch der hier vorrätige Track „Not Our World“ keineswegs – im Gegenteil, der Song gehört schnell mal zu den Anspieltipps, trotzdem fällt die Truppe auf „Noise gegen Armut“ auf wie ein Black-Metaller bei der Schlagerparty.  

Danach hauen Eat My Body ordentlich auf den Putz. Die „Blood For The Animals“-Gitarrenspur erinnert zeitweise witzigerweise an die Darth-Vaider-Erkennungsmelodie, aber vielleicht hat einem die Brutalokeule inzwischen auch so den Verstand verballert, dass man Sachen hört, wo gar keine sind. Das ist aber nur ein Beweis dafür, dass „Noise gegen Armut“ genau in die richtige Kerbe schlägt – karitativ, chaotisch, niederwalzend. Wunderbar. Genau das Richtige für einen stimmungsvollen Abend. 

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