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Noctem: Oblivion

Furiose Musik aus Spanien
Wertung: 9/10
Genre: Death Metal / Black Metal / Thrash Metal
Spielzeit: 54:20
Release: 10.06.2011
Label: Rising Records / Cargo

Die Spanier von Noctem bringen mit „Oblivion“ ihr zweites Album auf den Markt. Die Scheibe folgt dem 2009 veröffentlichten Rundling „Divinity“ nach und wurde auch inzwischen sehnlich erwartet. Die Südländer haben sich auch beim zweiten Album das Ziel gesetzt, möglichst aggressiv auf diverse Missstände unserer abendländischen Kultur und unseres sozialen Zusammenlebens hinzuweisen. Dabei kommen sie zwar über die üblichen religions- und sozialkritischen Texte nicht hinaus, dafür wurden die Texte in sehr ansehnliche Gewänder gehüllt.

Die Musik von Noctem lässt sich sehr schwer kategorisieren. Im Grunde besteht sie aus drei Elementen, die sich immer wieder in unterschiedlichen Verhältnissen vermischen. Zum einen wirken vordergründig recht viele schwarzmetallische Einflüsse. Diese gehen aber nur sehr selten in die Tiefe. Meist kann man nur den Gesang oder einzelne Gitarrenriffs direkt dem Black Metal zuordnen. Die Gesamtausrichtung der Musik verschafft ihr aber trotzdem einen sehr dunklen Anstrich. Ein wirklich tragendes Element ist der Death Metal. Sehr viele Elemente, vor allem auch das Schlagzeugspiel von Vhert, lassen sich nur dort zuordnen. Dadurch könnte man das Todesblei praktisch als Fundament der Musik von Noctem bezeichnen. Als dritter Faktor schleicht sich jetzt noch der Thrash Metal ein. Am einfachsten erkennt man ihn in den Gitarrenriffs, die sich immer wieder genreübergreifend verwandeln. Die Spanier schaffen so eine Symbiose, für die es eine Leichtigkeit ist, den Hörer zu fesseln.

Die Lieder bieten allesamt eine beeindruckende Stimmung. Düster, bedrohlich und dunkel geht es zur Sache. Die keifende Stimme von Beleth setzt dem beängstigenden Szenario dann noch die Krone auf. Mitreißend peitschen die Songs vorwärts und man kann sich kaum von der brutalen Macht der Lieder losreißen.

Anspieltipps für die Scheibe auszusprechen, ist gar nicht einfach. Praktisch jeder Song inklusive dem Intro „Popol Vuh“ hat seine Besonderheiten und Stärken. „Seeking The Ruin Of Souls“ zum Beispiel stützt sich sehr auf Todesblei-Riffs während der Nachfolger, „Unredemption“, schon wieder ein voller Thrash-Kracher ist.

Trotz der Vielfältigkeit weist das Album einen kontinuierlichen Fluss auf. Die Lieder greifen ineinander und wirken so wie eine Einheit. Das ist eine der ganz großen Stärken der CD.

Ähnlich schwierig wie Anspieltipps zu vergeben, ist auch die Empfehlung an bestimmte Hörerkreise zu verfassen. Viele unterschiedlich ausgerichtete Metalfans dürften sich angesprochen fühlen. Ganz grob kann man sagen, dass sich jeder, der sich der harten Gangart zugeneigt fühlt, die Scheibe zumindest einmal anhören sollte. Das Album ist es wirklich wert, sich damit auseinander zu setzen, und die darauf enthaltene Musik beweist eindrucksvoll, dass es nicht nur Einheitsbrei und ausgetretene Pfade im Metal gibt. Manche Bands trauen sich noch immer, ihren eigenen Weg zu gehen und schaffen dann, wie in diesem Fall zum Beispiel, wunderbare Werke, die mit hoher Wahrscheinlichkeit leider viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätten als sie bekommen werden.

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