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Noctem: Divinity

Schwer verdaulicher Stoff
Wertung: 6/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 45:14
Release: 20.04.2009
Label: Relapse Records

Neun Jahre ist es her, dass sich Noctem zusammengetan haben. In dieser Zeit erschienen mit „Unholy Blood“ das erste Lebenszeichen, mit „Live 2004“ ein Livealbum, mit „God Among Slaves“ eine MCD und schließlich im Jahr 2009 ihr erstes Album „Divinity“. Darüber hinaus hat die Band bereits mehrere Videoclips und Konzerte mit Napalm Death, Malevolent Creation oder Vomitory vorzuweisen. Wie die Bandnamen vermuten lassen, geht es auch bei Noctem brachial und heftig zu. In ein Genre stecken lassen sich die Spanier aber nicht so leicht. Grob könnte man ihren Stil als Black Metal einordnen, wirklich gerecht wird man ihnen damit nicht.

Gaukelt das Intro „Atlas Death“ nämlich noch eine entspannte Platte vor, föhnt „In The Path Of Heleim“ dem Hörer erstmal die Haare nach hinten. Sänger Beleth keift direkt drauflos und seine Kollegen stehen dem in nichts nach und lassen wahrhaft infernalisches Geprügel erschallen. Erst im Verlauf des Songs und nach mehrmaligem Durchhören kristallisiert sich die Methode hinter dem Wahnsinn heraus. Dies gilt im Übrigen auch für den Rest des Albums.

Es ist nicht leicht, „Divinity“ am Stück zu hören, wenn man dem extremen Genre nicht vollends zugetan ist. Ein Break jagt das nächste, Beleth gönnt seinen Stimmbändern keine Erholungspause und die Drums klingen zwar ein wenig getriggert, hauen dafür aber auch ordentlich rein. Aber da das Album beziehungsweise der Sound ohnehin sehr technisch gehalten ist, fügt sich das klinische Schlagzeug gut ein. Vergleiche mit anderen Bands lassen sich nur schwer ziehen. Als grobe Richtung kann man versuchen, sich eine Mischung aus Behemoth und Morbid Angel auf Speed vorzustellen und würde der Band dennoch nicht gerecht.

Ich persönlich brauche, wenn es um Death oder Black Metal geht, immer etwas Struktur in der Musik. Noctem erforderten daher meine volle Aufmerksamkeit und ich werde dennoch mit einem Teil des Materials nicht warm. Songs wie der Quasi-Opener „In The Path Of Heleim“ sind auf ein bestimmtes Klientel zugeschnitten, dem ich nicht entspreche. Auf der anderen Seite gibt es auch immer wieder Momente wie das brutale „The Sanctuary“ und „Religous Plagues“, wo der Stil der Band viel besser funktioniert. Vor allem „Religous Plagues“ hat bei aller Abwechslung immer einen roten Faden und offenbart, welch kreatives Potential in dieser Band steckt.

Das titelgebende Stück „Divinity“ ist gleich in zwei Versionen enthalten. Den Anfang macht die „Orchestral Version“, von der man aber keine lieblichen Geigenmelodien und besänftige Pianoklänge erwarten sollte. Hier hat sich vielmehr ein (gut klingendes) Keyboard in den Sound verirrt, das allerdings nur eine unterstützende Rolle übernimmt. Auch hier fallen Vergleiche schwer, aber ein Schuss Bal-Sagoth ist auf jeden Fall dabei. Die „reguläre“ Version verzichtet auf diese zusätzlichen Klänge und geht mehr nach vorne los. Gut gelungen sind aber beide Versionen.

Fazit: Schwer verdaulicher Stoff, den uns Relapse Records da vorsetzen. Aber „schwer verdaulich“ ist ja keinesfalls gleichbedeutend mit „schlecht“. Noctem bedienen nur eine kleine Zielgruppe, aber die wird mit „Divinity“ mit Sicherheit glücklich werden. Mir persönlich erscheint die Platte häufig zu planlos und sperrig. Anhand der genannten Highlights wie „Religous Plagues“ kann ich aber mit Fug und Recht behaupten, dass wir es hier mit talentierten Musikern zu tun haben.

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