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Noblesse Oblige: In Exile

Kultige Scheibe zum Chillen
Wertung: 8/10
Genre: Alternativ / Indie / Electro
Spielzeit: 53:1
Release: 19.09.2008
Label: RepoRecords/Al!ivew

Noblesse Oblige – hinter diesem Bandnamen, der zu deutsch „Adel verpflichtet“ bedeutet, verbergen sich Songwriter und Produzent Sebastian Lee Philipp und die französische Schauspielerin / Sängerin Valerie Renay. Diese beiden haben sich also im Jahre 2004 in London zusammengetan. 2006 brachten die zwei Künstler dann ihr Debut raus und „In Exile“ ist das zweite Werk, das im bandeigenen Berliner Studio das Licht der Welt erblickt hat.

„4 A.M.“ beschreibt in relaxten Klängen, jedoch mit einem Groove, der so locker fluffig aus den Boxen kommt, wie es ist, wenn man um vier Uhr morgens aufwacht. Gerade Valerie´s Stimme vermittelt so richtig die Stimmung, in der man sich befindet, wenn man zu dieser nachtschlafenen Zeit aus den süßen Träumen geholt wird.

„Das Soldatenglück“ ist zweifelsohne das Highlight der Scheibe. Außerordentlich gut umgesetzt wurde hier das zum Nachdenken anregende Gedankengut, das zudem auch noch mit melancholischen Melodien untermalt wird. Beim Hören dieses Songs kommt mir immer wieder Sting mit seinem Song „Englishman in New York“ in den Kopf, denn die Stimmung ist der hier vorhandenen sehr ähnlich.

In dem unendlich entspannt daherkommenden „Jalouse“ bekommt man endlich mal mehr von Valerie´s samtweicher Stimme geboten. Die kühle Brise am Meeresstrand meint man zu spüren bei „Seaside Suicide“, das, zwar auch ruhig, aber etwas zwingender wirkt. Möwengeschrei und Meeresrauschen bekommt man überdies inklusive.

„Tanz, Mephisto!“ wurde am 29.08.08 als Onlinesingle veröffentlicht. Hier werden barocke Klänge einfach mal ganz ungeniert gemischt mit Diskobeats. Gänzlich nonkonform, aber gerade deshalb so gut. „Barracuda“ lässt den Geist der guten, alten Siebziger wieder aufleben. Meine Gedanken schwenken hierbei in Richtung der US-Fernsehserien aus dieser Zeit, die teilweise auch ähnliche Themes verwendeten. Sehr gut gemacht.

“Hit The Bongo” kommt mit genau dem um die Ecke, was man vom Songnamen schon erwartet: Bongotrommeln und dazu chillige elektronische Töne. “East Of Eden” und “Duel” vermitteln eine Leichtigkeit, die zwangsweise zu guter Laune führt, ohne das mit Albernheit zu tun. Oder man kann sich in den elektronischen Klangwelten verlieren, die von Valerie´s schöner Stimme beherrscht werden.

“Monkey Business” dagegen ist nicht so ganz mein Fall, da hier alles ein bisschen hektischer rüberkommt, wenn man es mit dem Rest der Scheibe in Verbindung bringt. Ein Rest an Chillfaktor ist auch hier gegeben, aber da gefallen mir andere Stücke aufgrund der dort vorhandenen Harmonie eindeutig besser. “Forbidden Time” zum Beispiel ist da wieder ein solches Beispiel, bei dem man den Stress des Tages ganz easy vergessen kann. Mal was anderes: Neben Tasteninstrumentklängen ertönt eine orientalische Stimme in „Partners In Crime“, das in seiner Melodieführung auch gewisse orientalische Einflüsse nicht von der Hand weisen kann.

Mit einem sich im Kopf des Hörers sicher festsetzenden Pfeifen beginnt das an Relaxtheit kaum zu übertreffende „All Or Nothing”. Nur komisch, dass man den beiden ihre Motto, nämlich „All Or Nothing“ aufgrund der hier herrschenden Stimmung irgendwie nicht so recht abnehmen kann, aber egal, unterm Strich bleibt ein wahnsinnig tolles Stück zum Chillen wie des weiteren auch das mitunter entfernt an Didgeridoo-Klänge erinnernde “Shame”.

Ganz unerwartet treffen dann die leicht punkigen Töne mit einer Akustikgitarre, einer E-Gitarre und einem Chor in “Under The Floorboard”. Ziemlich schräg, wenn man mich fragt, aber auch irgendwie kultig. Als Bonus fungiert dann „Tanz, Mephisto!“ als Quicktime Movie.

Ich für meinen persönlichen Geschmack hätte gehofft, dass es vielleicht noch mehr Songs der Marke „Das Soldatenglück“ auf dieser Scheibe gegeben hätte. Dieser melancholische Unterton steht den beiden Künstlern nämlich außerordentlich gut.

Fazit: Diese unglaublich vielfältige Scheibe kann ich schlecht nur einer gewissen Spezies von Musikfan empfehlen, denn sie ist sogar für Extreme Metal-Fans geeignet (glaubt mir, ich hab´s selbst getestet), nämlich dann, wenn diese beispielsweise von einem richtig heftigen Gig nach Hause fahren. Aber auch für den Otto-Normal-Hörer ist diese Musik richtig gut dazu geeignet, zu chillen, denn das Teil hat einen unglaublich hohen Entspannungsfaktor. Luftig leicht, fluffig, manchmal verträumt, dann wieder melancholisch schmeicheln die Songs den Ohren.

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