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Noah Veil And The Dogs Of Heaven: Forever Immortal

Nicht ganz fehlerfrei, aber deutlich überdurchschnittlich
Wertung: 8,5/10
Genre: Gothic Rock / Gothic Metal
Spielzeit: 55:09
Release: 13.01.2017
Label: 7Hard

Aus Kanada kommt das Duo Noah Veil And The Dogs Of Heaven. Außer einem ziemlich stupiden Text über die fiktive Herkunft des Protagonisten gibt es über die beiden Musiker nicht viele Informationen. Jedoch scheint es so zu sein, dass Noah Veil sich um die meisten Instrumente kümmert und sein Mitstreiter Sylvain Montenegro sich für die Synthies verantwortlich zeichnet.

Die Musik auf der Platte gestaltet sich relativ vielschichtig. Sie bewegt sich vom sehr electro- und dancelastigen Clubsound bis hin zu düster-rockigen Metalkrachern. Nicht selten wird das Genre auch während eines Songs gewechselt.

Während der ersten paar Songs auf dem Datenträger bewegt man sich im eher uninteressanteren und ziemlich ausgelutschten Standard-Gothic-Rock-Revier. Hier ertrinkt man schon sehr im Klischeesumpf. Negatives Glanzlicht ist das schon namentlich an Stereotypie kaum zu übertreffende „God Told Me To Have Sex With Me“. Leider ist die Musik hier auch keinerlei Bereicherung.

Im Verlauf ändert sich allerdings die Musik deutlich (die Texte leider nicht). Noah Veil And The Dogs Of Heaven driften zur Mitte der Scheibe hin immer mehr in rockige bis metallische Gefilde ab, wo sie sich sichtlich wohl fühlen. Hier kann man dann und wann Parallelen zu Genregroßmeistern wie The Sisters Of Mercy oder The 69 Eyes ziehen. Billige Kopien dieser Ausnahmebands wird man aber keine finden.

Die rockigen Nummern, allen voran „Little Blue Pill“ und „Whores In The Temple“ stehen dem Duo sehr gut zu Gesicht. Die Stücke wirken unverbraucht und verspielt, ohne dabei sperrig zu werden. Griffige Refrains nehmen den Hörer mit und die liebevoll arrangierte Musik sorgt für langanhaltende Hörfreude.

Doch nicht nur wenn es kracht kann man den beiden zuhören. Auch in ruhigeren Fahrgewässern verstehen Noah Veil And The Dogs Of Heaven durchaus zu überzeugen. Da wäre einmal der noch recht kräftige Down-Tempo-Stampfer „Magnificent“, der durchaus nicht nur wegen der coolen Arrangements, sondern vor allem auch wegen der stimmlichen Vielfalt des Masterminds überzeugen kann. Noch ruhiger gestaltet sich die Gothic-Ballade „After Hours“. Kräftig-dunkel drücken die Gitarrenriffs aus den Boxen und machen trotz ihrer Härte die zerbrechlich-melancholische Stimmung keineswegs kaputt. Auch hier hat vor allem die Stimme einen großen Anteil an der Attraktivität des Stückes, da Noah Veil es wunderbar versteht, viele Facetten in einer Stimme zu vereinen.

„Forever Immortal“ muss man ein wenig Zeit geben um zu wirken. Während man am Anfang noch versucht sein könnte, die Scheibe als eine von vielen Gothic-Rock-Platten abzukanzeln, sollte man spätestens nach dem ersten bewussten Hördurchgang merken, dass hier mehr geboten wird. Also einfach mal in Ruhe wirken lassen. Es könnte sich lohnen.

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