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No Existence: ...not exist?

Nicht existierende Musik klingt erstaunlich gut!
Wertung: 8.5/10
Genre: Darkwave, Gothic-Synth, Electronic Rock
Spielzeit: 43:30
Release: 01.07.2007
Label: Eigenproduktion

Nach ersten Gehversuchen mit dem Drum'n'Bass-Projekt "Holy", startete der aus Russland stammende Paul Mist 2006 die Darkwave/Synth-Goth Band "No Existence". Zuerst als rein elektronisch geplantes Projekt, entschieden sich Paul und Mask - der nach einiger Zeit als Keyboarder hinzugestoßen war - Gitarren hinzuzufügen. So wurde dann Alex als fester Gitarrist in die Band aufgenommen.

Aus der Mischung von ergreifendem Gesang, sowohl harmonischen, als auch powervollen Synths und E-Gitarren ergibt sich nun No Existence. Ihr Debüt-Album "...not exist?" wurde von April bis Mai 2007 in Russland aufgenommen und anschließend im "A.R.M. Studio" gemastert. Entstanden ist so eine CD mit neun Songs und einer Laufzeit von 44 Minuten:

Der Opener "...not exist?" beginnt mit atmosphärischen Waves und einer Melodie, die den Hörer gleich gefangen nimmt. Bass und Drum treiben den Song anschließend stark nach vorne, allerdings immer mit leichten Flächen im Hintergrund, die zum Träumen einladen.

"No Emotions Left" fängt daraufhin ähnlich wie der Opener an, ist aber um einiges gitarrenlastiger. Durch die große Variabilität von Mists Stimme merkt man deutlich, wie er auf die im Text verarbeiteten Emotionen eingeht.

"Видения", was soviel bedeutet wie "Visionen", wird überraschenderweise komplett auf Russisch gesungen. Das Klanggerüst ist ansprechend aufgebaut und weiß, mit einigen Feinheiten garniert, durchaus zu überzeugen. Der Gesang mag für den ein oder anderen zwar befremdend anmuten, kann aber auch als interessante Variante, die sich in der Tat sehen lässt, interpretiert werden.

Sobald "Impulses" aus den Boxen dröhnt, frisst sich der Ohrwurm in den Gehörgängen fest.

Der hauptsächlich elektronisch gehaltene Song weiß sowohl in den abwecheselungsreichen Versen, als auch im Refrain zu überzeugen. Mal melancholisch und verträumt, dann wieder satt und kraftvoll - ein toller Song.

"Тень" (Schatten) beginnt gleich auf eine - für No Existence - relativ harte Art und Weise.

Erneut komplett in Russisch gehalten, verzichtet der Song ganz auf Gitarren, was ihm allerdings auch sehr gut zu Gesicht steht. Durch das angehobene Tempo und den nahezu zwingenden Mitwipp-Reflex würde sich dieser Song beachtlich gut im Club - oder in dem Gewand eines Club-Mixes machen.

Im Kontrast dazu beginnt "It's All Done" eher ruhig, allerdings wird das Tempo mit der Zeit etwas erhöht. Hauptsächlich jedoch überzeugen der melodiöse und erstaunlich gut gelungene Gesang, die feinen Arrangements und die mitreißende Gitarre.

"Nothing" ist wieder ein härterer Song, klingt aber dennoch nicht überzogen oder monoton.

Zudem kommt ein faszinierend fesselnder Refrain dazu, der einen so schnell nicht mehr los lässt.

Die softere Seite von No Existence zeigt sich in der Ballade "Belong To You", die sich durch eine wunderschöne Melodie, verträumte wie sehnsüchtige Synths und eine fetzige Gitarre auszeichnet. Ein gigantischer Song, der lange hängen bleibt und stark zum Mitsingen einlädt.

Beendet wird die CD mit "Забери меня с собой" - zu deutsch "Nimm mich mit". Ein elegischer Song, der nahezu perfekt für das Finale der CD geeignet ist. Ruhig und sanft anfangend, entsteht ein absoluter Ohrwurm mit härteren und gedämpfteren Passagen, der noch mal die gesamte Stimmung der CD Revue passieren lässt und einen krönenden Abschluss bildet.

Insgesamt ein mehr als gelungenes Debüt, das durch die vielen abwecheselungsreichen Songs nicht langweilig wird und für Fans von elektronischer Rockmusik mit einem Touch Gothic sicherlich eine empfehlenswerte CD ist. Mich haben besonders "Impulses", "Nothing" und "Belong To You" überzeugt.

Das Pendel zwischen Härte und Ruhe wird sehr gut ausbalanciert. Dazu bedient man sich vieler unterschiedlicher Elemente, so dass es relativ schwer fällt, No Existence einer bestimmten Kategorie zuzuordnen. Am ehesten vergleichbar wären sie evtl. noch mit einer Mischung aus "The Count", "[SOON]" und "Heavy Current". Sie selbst beschreiben sich allerdings als eine Darkwave/Synth-Goth-Band. Dafür dass sie noch bei keinem Label unterschrieben haben, ist die CD auffällig gut produziert.

No Existence haben ein enormes Potenzial und ich bin mir sicher, dass man noch einiges von ihnen hören wird. So arbeiten sie zurzeit schon an einer neuen Single, die einen - mit Hilfe eines deutschen Freundes verfassten - deutschsprachigen Bonus-Track enthalten wird. Das neue Album, welches für 2008 geplant ist, soll überdies noch weiblichen Gesang, der vor kurzem neu hinzugestoßenen Sängerin, "Brightness", und gelegentlich verzerrten Gesang aufweisen.

Wer mal reinhören möchte, kann dies auf ihrer MySpace-Seite www.myspace.com/notexist oder ihrer - in russisch und englisch gehaltenen - Homepage www.no-existence.com tun.

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