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No Consequence: In The Shadow Of Gods

Wie ein engelsgleicher MacGyver vom Bau
Wertung: 8/10
Genre: Technical Metalcore
Spielzeit: 37:31
Release: 17.08.2009
Label: Basick Records

Scheinbar steuert der Metalcore auf einen ausgeprägten technischen Seitenzweig zu. Zwar gibt es nach wie vor sehr gute und auch eher weniger prächtige Standard-Metalcore-Truppen, aber die Anzahl der technisch ziemlich anspruchsvollen Kapellen nimmt mehr und mehr zu. Eine davon sind No Consequence aus Großbritannien. Was den Engländern beim Elfmeterschießen fehlt, das machen sie an ihren Instrumenten wieder wett, denn dieses Sixpack hat wirklich einiges drauf.

Ja, sogar der Titel des Openers klingt kompliziert: „Ocular Gyro Crisis“ heißt dieser und ist einer der besten Songs des Albums. Gerade noch treffen abgehackte Riffs auf verzwicktes Drumming, dann werden die Gitarren tragend und hauptsächlich die Bassdrum begleitet einen getragenen Refrain, in dem der Sänger unglaublich gut zu hohen Screams wechselt . Abwechslung wird auf diesem Album extrem groß geschrieben, so sind manche Songs nur knapp über der Zwei-Minuten-Grenze, während beispielsweise „The Arrival Of Predators“ gute fünf Minuten andauert und von schleppenden Deathcore-Riffs über rasante Blast-Attacken und beinahe schon an Emo-Sounds erinnernde klare Vocals alles anbietet. Langeweile kommt hier zwar nie auf, allerdings wäre es hin und wieder angenehm, das Gefühl zu haben, dass die Songs mehr aus einem Guss sind. Zwar sind die Übergänge zwischen den Riffs immer flüssig und problemlos ausgeführt, allerdings teilweise doch zu unterschiedlich, sodass man nicht ganz in den Fluss des Songs findet.

Zum einen gibt es drückende und aggressive Stücke wie „The Fallen“, aber auch harmonische Songs der Marke „Latitudes“. Der hier zum Einsatz kommende Klargesang passt sich hervorragend in den Sound ein und bildet, wie bei einigen anderen Songs auch, eine nette Erweiterung – allerdings ist er manchmal auch ein klein wenig holprig ausgefallen. So könnten die klar gesungenen Passagen der Tracks „Ashes“ oder „Shallow Be Thy Name“ durchaus noch etwas Feinschliff vertragen, allerdings ist die Band bereits im Begriff dafür zu sorgen, da sie zur Zeit bereits fleißig auf der Suche nach einem zweiten Sänger ist. Das kurze instrumentale Zwischenspiel „Longitudes“ bildet noch mal eine spannungsgeladene, aber auch gewissermaßen erholende Zwischensequenz, bevor mit dem letzten Track „Inevitable Silence“ wieder ein starker Song zwischen melodischen Riffs und anstrengenden Blasts geboten wird. Das Album ist zwar nicht durchweg perfekt, allerdings sind viele sehr gute und unterschiedliche Songs enthalten, die schon in sich enorm variierend und überzeugend sind.

Irgendwo kann es mit diesen sechs Mannen um No Consequence doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Wie sonst kann man derart detaillierte, komplizierte und komplexe Stücke von solch einer Klasse schreiben, geschweige denn möglichst fehlerfrei live präsentieren? Die Musiker schwingen im einen Moment noch mit viel Wucht die Abrissbirne in Form von magendrückendem Breakdowns, steigen dann jedoch strahlend mit engelsgleichen Melodien vom Himmel herab um kurz darauf den Heiligenschein abzunehmen, sich in einen musikalischen Giganten von Hulk- oder Godzilla-Ausmaßen zu verwandeln und mit brutalen Riffs und markerschütternden Screams die Schallwellen in die Gehörgänge des verstörten Hörers zu schmettern. Dabei sind sie natürlich durchweg auf technischer Ebene ungefähr so versiert wie der berühmt-berüchtigte MacGyver. Und so schnell wie dieser eine Bombe entschärft, sollte man als Liebhaber technischen, experimentell-bombastischen Metalcores auch diese CD kaufen.

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