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Nitrogods: 10 Years Of Crap - Live

Nitrogods: 10 Years Of Crap – Live

Kurzweilig ohne Geruch, rockig ohne Rempelei
keine Wertung
Genre: Hard Rock / Heavy Metal / Rock'n'Roll
Spielzeit: 77:12
Release: 27.05.2022
Label: Massacre Records

Livealben darf man immer gerne mit gemischten Gefühlen entgegen nehmen, haben sie zwar doch oft den Vorteil, dass man einen schönen Querschnitt der Bandschaffensphase abgreifen kann, selten aber das Livefeeling wie bei einer wirklichen schwitzigen Sause eingefangen wird. Und genau daran krankt auch das aktuelle Release aus dem Hause Nitrogods ein wenig. Auf der einen Seite sind alle Trademarks einer Rockshow dieses Trios vertreten, wie man sie seit Jahren in den Clubs abbekommt und wo man keine Minute missen möchte, doch eben Überraschungen fehlen gänzlich. Alles richtig oder eben doch nicht?

Mitnichten. „Wollt ihr Rock'n'Roll?“, so Bassist und Frontröhre Oimel schon zur Einladung – ja klar, deswegen legen wir doch auch die Nitrogods ein. Dabei kommt das Publikumsfeedback soundtechnisch ein bisschen dünn rüber, aber damit haben eh alle Bands auch live zu kämpfen, gehören sie eben nicht gerade zu den Big 4. Herrlich, dass auch Klaus Sperlings Bierflaschen-Livebattle mit Klampfer Henny Wolter zu tonalen Ehren kommt, ist es doch bis heute ein gern erlebter Bestandteil einer Nitrogods-Show. Auch immer wieder klasse, dass sie das Thunderhead-Cover „Take It To The Highway“ mit Henny am Mic einbauen, wobei man da auch gerne mal mit der Zeit was Neues einstreuen dürfte – nur mal so als Hinweis für die Shows nach dem Livealbum.

Abwechslung bringen sie ja dadurch schon rein, dass eben Henny (ein paar) und Oimel (ein paar mehr) Vocals teilen, was dann auch mal den Motörhead-Unterschnitt abmildert. Ja, schon gut, Oimel lässt ja vor „Damn Right“ wissen, dass sie sich damit abgefunden haben, mit den „Vorbildern“ aus England verglichen zu werden – da ging eh nie ein Weg dran vorbei und allein schon der Bass-betonte Start des Songs schlägt neben der Stimme in die Motör-Kerbe.

Doch da ist nicht nur Motörklau im Nitrogods-Kosmos, genauso könnte man auch Status Quo oder noch deutlicher Rose Tattoo in die Waagschale werfen. Letzteres merkt man dann besonders bei dem für wirklichen Livesound plädierenden „Lipsynch Stars“ und den oben schon erwähnten Bierflaschenjam, wobei seit jeher die Drei die Antwort exemplarisch offen lassen, welche Band denn nun wirklich nicht live spielt. Zurück aber zu den Stärken der Zehn-Jahres-Verwerter: „Wasted In Berlin“ (dürfte bei einer Show in Berlin ja wohl Standard sein) weiß mit seiner treibenden Rock-Attitüde genauso zu überzeugen wie das mitsingbare „Gasoline“.

Bei der Live-Best-Of-Karambolage kommen gerade die Fans der Frühphase auf ihre Kosten, sind doch die Tracks der „Steamhammer"-Phase eindeutig im Vordergrund gerückt – irgendwie klar, konnten die Drei doch ihr Massacre-Debüt „Rebel Dayz“ mit der beeindruckenden Chartplatzierung nur bedingt in Corona-Zeiten live vorstellen und den Fans schmackhaft machen. Und so bleibt das Fazit wie bei vielen Live-Alben dann doch etwas mit „Geschmäckle“: Kann man mitnehmen, muss man aber nicht. Dann lieber zu den Liveshows gehen, denn dort wird der Rock'n'Roll gelebt und nett sind die Drei dann obendrauf auch noch. Kurzweilig ohne Geruch, rockig ohne Rempelei, „10 Years Of Crap“ bei zwölf Jahren Bandbestehen, und auch wenn die drei wissen lassen wollen, dass alles „im Geiste der klassischen 70er und frühen 80er Jahre Live-Doppelalben“ geschmiedet wurde, haben wir eben 2022 und neue Songs wären da einfach schöner gewesen in einer weiterhin anwachsenden VÖ-Flut.

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