Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Nion: Firebird

Orientalischer Mystic-Metal mit ausgeprägten Texten
Wertung: 8/10
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 53:20
Release: 24.09.2010
Label: Artist Station Records

Die saarländische Band NION bezeichnet sich selber als Mystic-Metal und präsentiert mit „Firebird“ ihren ersten Longplayer. NION ist eine 2004 gegründete female-fronted Metal Band und unterscheiden sich dennoch, vor allem aufgrund ihrer orientalischen Einflüsse, von Bands wie Nightwish oder Leaves Eyes. Sängerin Marzena vereint zusammen mit dem Schlagzeuger Marc Bollow und dem Gitarristen Siggi Schüßler ähnlich wie Xandria orientalische Einlagen, ohne allerdings an deren Größe heranzukommen. Was unter anderen an der noch recht durchschnittlichen Stimme von Marzena liegt.

„Firebird“ enthält insgesamt elf verschiedene Tracks und beginnt mit „Firebird“ flott und dem Hörer wird direkt deutlich, hier hat eine neue GothicMetal-Band ihr Debüt: schnelle Gitarren, mystischer Text. Der Feuervogel wird kurzerhand zum Synonym für Phoenix (aus der Asche). Leider hat der Titelsong am wenigsten Kraft, die Erscheinung des Feuervogels wird durch das Spiel der Instrumente nicht fassbar. Schade, denn hier müssten sich die Tore für die Ankunft Nions öffnen.

Bezogen auf die Texte und die behandelten Themen leisten NION mit ihrem Erstlingswerk Großes. Themen wie die Erscheinung des Todes, der einen auserwählt („Touch“), die Ankunft des Phoenix („Firebird“) oder die Schönheit des Paradieses („Transformation“) werden mystisch umgesetzt, der Hörer erkennt direkt, welches Thema angesprochen wird, ohne dass das Thema ein einziges Mal beim Namen genannt wird. Generell werden fast alle gotischen Themen angesprochen und doch finden NION textlich ihren eigenen Weg und machen hier deutlich, was sie mit Mystic-Metal meinen.

Wer NION schon live gesehen hat (Support Letzte Instanz oder auf dem Rock Area bzw. dem Saarbangers) weiß um die Live-Qualitäten der noch jungen Band und es ist sicher gut, dass sich die vormals als Studio-Band geplante Combo umorientiert hat, ihr Können live zu zeigen. Fehlt es dem Titelsong „Firebird“ noch an Power, machen NION dies mit „Immortality“ wieder gut. Erzählt der Song von dem Vollkommenheit der Unsterblichkeit, von samtenen Küssen, wissen die Gitarren eine ganz andere Geschichte zu erzählen: von Kraft und Zerstörung. Diese Zwiespältigkeit führt sich fort in „Conversation“. Geht es hier um die gefühlte Unverstandenheit, singt Marzena samtweich, müsste sie aber todtraurig klingen.

Diese Zwiespältigkeit macht das erste Album der Saarländer interessant. Ein genaues Hinhören ist Pflicht, ein Nebenbei-Gedudel versteckt den wahren Kern des mystischen Bandprojekts. Und genau das scheint Absicht zu sein, hört man „Wizard & Sage“ an. Hier ist innerhalb des Textes dieses Verirrte erkennbar, Schneeflocken werden mit dem Gefühl von warmen Blüten gleich gesetzt. Siggi Schüßler und Marc Bollow geben, mit dem Einsatz ihrer Instrumente, auch eher den Anschein von Zerstörung und Verwüstung. Das Album ist eine schöne Mischung zwischen Stücken zum Träumen „Immortality“, „Soulflower“ und „Prophecy“, und Nummern, die zum Tanzen einladen, wie „Transformation“, „Firebird“.

Orientalische Einflüsse, die sich auch in Marzenas liebster Garderobe erkennen lassen, spiegeln sich vor allen in Stücken wie „Immortality“ und „Soulflower“ wider, fühlt man sich hier in Teilen wie in 1001 Nacht. Gut überlegte Texte, eine noch ausbaufähige Stimme, die mal nicht für die Oper ausgebildet wurde, machen NION zu einer schönen Abwechslung in der Summe der female-fronted Gothic Metal-Bands. Um hervorzustechen, fehlt dem Album die konsequentere Betonung ihres Stils, dies gelingt leider nur in nur einem kleinen Teil des Debüts „Firebird“.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna