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Nils Patrik Johansson: Evil Deluxe

But not so bad
Wertung: 8,5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 57:40
Release: 25.05.2018
Label: Metalville Band & Label Pool

„Evil Deluxe“ titelt sich das erste Soloalbum von Nils Patrik Johansson, der dem Einen oder Anderen noch von Astral Doors, Civil War oder Lion’s Share bekannt sein mag. Und besagtes Album braucht sich nicht zu verstecken - ein bisschen schräg und noch ein bisschen mehr heavy, dazu noch Melodien, die im Kopf bleiben.

Nach einem Intro, welches sich anhört wie ein Rudel Werwölfe mit fortgeschrittener Lungenerkrankung und Darth-Vader-Maske in einem Raum von der Größe einer Kathedrale geht es ohne viel Federlesens mit dem Titelsong „Evil Deluxe“ los. Hier wird mithilfe einer schrägen Mischung aus Karussell- und Piratenmusik großzügig ein schaurig-schönes Kirmesfeeling mit Tetris-Anklängen verbreitet - ohne jedoch zu sehr ins Partygenre abzurutschen.

Einen Hauch Blues und Folk gleichzeitig bringt hingegen das stolze siebeneinhalb Minuten lange „Estonia“ mit sich. Hier wird weder an Drama noch an Schlagzeug gegeizt und trotz seiner Länge ist dieses Stück keinen Moment langweilig, sondern aufgrund der verschiedenen Einflüsse höchst abwechslungsreich.

Ziemlich fett kommt das unmittelbar darauf folgende „Gasoline“ daher sowie das vom Stil her ähnliche „Kings And Queens“ einige Tracks später: düster, handfest und mit einem dezenten Anflug von schwarzen Glamour.

Eingängig und später auch kratzbürstig schließt sich dann „How The West Eas Won“ an, eine Geschichte verpackt in einen zunächst langsamen Song, welcher im Anschluss aber noch richtig aufdreht. Direkt danach folgt mit dem noch eine Nummer heftigeren „September Black“ noch ein richtig schöner Brecher.

Ein weiterer Tipp: „Burning“ - ein wahrhaftiger Klopper mit mehr als nur dezenten Old-School- Anklängen. Hier braucht auch der frisch geduschte Headbanger eher keinen Fön mehr - zu sehr wird hier geschrammelt, gescheppert und mit schrägen Harmonien förmlich um sich geworfen.

Auch eine schön dramatische Hymne an die eigene Szene findet sich mit „Metalhead“ auf diesem Album - mit ordentlich Power, Gloria und einem gewissen Augenzwinkern hinter energisch geschrammelten Riffs.

Sehr melodiös dagegen schon das Intro „Circle In The Sky“. Außerdem punktet dieses klangvolle Stück mit einem sehr markanten Chorus und einer gehörigen Portion Pfeffer -  an dieser Stelle ein Tipp an den Hörer.

Etwas flotter und weniger heavy wird’s mit „Dark Evolution“, bevor es zum Abschluss mit „A Waltz for Paris“ wieder zurück auf das bereits erwähnte, rabenschwarze akustische Kirmeskarussell geht - ein sehr interessante Mischung von Stilbrüchen.

Die Stimme mag etwas gewöhnungsbedürftig sein - trotzdem ist dieses etwas abgefahrene Album eine Sammlung ziemlich gelungener, schräger und handfester Songs. Die Lyrics sind einfach nur schräg bzw. teilweise derart martialisch bis klischeebehaftet, dass es dem Hörer durchaus mal ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Von mir gibt es für dieses rundum gelungene Album daher insgesamt 8,5 Punkte.

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