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Nihilism: Beyond Redemption

Revolutionen werden überschätzt
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 44:55
Release: 14.10.2016
Label: Overpowered Records/Cargo

Das hört sich doch mal oldschoolig an. Death Metal aus den Neunzigern des letzten Jahrtausends: Jawollll!!! Was soll man jetzt noch mehr schreiben? Eigentlich ist doch alles gesagt. Saucool. Review fertig.

Natüüüürlich könnten Kritiker bemängeln, dass es schon jede Menge Bands gibt, welche diese alte Suppe immer wieder aufwärmen. Ja, vielleicht erfinden die Franzosen von Nihilism das Rad nicht unbedingt neu und eventuell hat man das ein oder andere auf „Beyond Redemption“ schon mal so ähnlich irgendwo gehört. Aber das ist völlig egal, wenn es so viel Spaß macht wie hier.

Tendenziell eher schwedisch angehauchter Death Metal mit tiefen und brutalen Growls wird hier mit einer ordentlichen Portion Groove angereichert. Genau dieser treibende Groove ist es, der für den nötigen Spaßfaktor sorgt und dem Album die gewisse Würze verleiht. Nihilism finden in ihren zehn Liedern die richtige Kombination aus Melodie und Härte. Das beste Beispiel dazu ist der Opener „Ocean’s War“, aber auch die folgenden Songs machen im Grunde so weiter und fügen sich zu einem (dis-)harmonischen Gesamtbild. Kurz unterbrochen und aufgelockert wird das alles vom ruhigen Zwischenstück „APXN“, bevor „The Black Fish“, eine der stärksten Nummern, die zweite Hälfte des Albums einläutet. Auf „Beyond Redemption“ sind nicht nur die kurzweiligen Songs gelungen, diese werden zusätzlich noch durch einen äußerst passenden Sound präsentiert, an welchem es nichts zu bemängeln gibt: knackig und druckvoll. Dabei klingt hier nichts zu modern und das Old-School-Feeling bleibt auch soundtechnisch erhalten.

Was beim Lesen der Tracklist auffällt, sind Titel wie „Ocean’s War“, „The Old Tree Died“ oder „The Black Fish“. Verbirgt sich hier etwa ein ernstes lyrisches Konzept hinter dem Ganzen? Haben wir es gar mit aktiven Umweltschützern zu tun? Bei genauerer Betrachtung der Texte fällt auf, dass diese den Menschen und seinen Umgang mit der Natur zumindest recht kritisch thematisieren. Auch beim Inhalt der übrigen Lyrics merkt man, dass sich hier anscheinend Gedanken gemacht wurde und man bei Nihilism Texte nicht nur als notwendige, aber inhaltlich leere Begleiterscheinung zur Musik versteht, was auch einmal recht angenehm ist.

Aus den durchaus zahlreich bestehenden Death-Metal-Bands der alten Schule stechen Nihilism aufgrund des groovigen Spaßfaktors zumindest etwas heraus, dieser macht auch Lust darauf, die Herrschaften einmal live zu sehen, denn das Material auf „Beyond Redemption“ ist perfekt dafür geeignet, einer Meute ausgelassener Headbanger um die Ohren geballert zu werden. Selbstverständlich wird das Genre hier nicht revolutioniert (wer will das auch schon?), aber man lässt zumindest das Mittelmaß deutlich hinter sich, weshalb man Nihilism durchaus weiterempfehlen kann.

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