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Nihilion: Truth Is A Lie

… mit Ohrwurmgarantie
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 35:07
Release: 15.05.2010
Label: Eigenproduktion

Diese junge Band namens Nihilion gehört zum Underground aus Münster und hat ihre Bestimmung im Melodic Death Metal gefunden. Mit ihrer neuen EP „Truth Is A Lie“ wollen sie nun ihr Können erneut auf die Probe stellen.

Wie man schon bei ihrem Einstiegslied erkennen kann, haben sie auch einiges an Können vorzuweisen. Die Musik von Nihilion ist sehr detailverliebter und sauberer Metal. Der Sound ist genauso dynamisch wie klar. „Truth Is A Lie“ zeigt sich durchgehend abwechslungs- und ideenreich und kann einiges an Groove aus den Instrumenten heraus kitzeln. Besonders hervorstechend sind, wie sollte es beim Melodic Death auch anders sein, die E-Gitarren, die während der Stücke ordentlich aufdrehen. Die Gitarristen beweisen ein gekonntes Fingerspiel, was kaum Wünsche offen lässt. Die Soli sind ausgefuchst, technisch sehr überzeugend dargeboten und dadurch sehr mitreißend.
Die Drums bilden eine solide Grundlage, ohne große Experimente vorzuführen. In ihrer beständigen Art klingen sie jedoch nicht stumpf zusammen gezimmert, sondern bilden eher eine angenehme rhythmische Basis, die sofort zum Mitnicken einlädt.
Sogar der Bass ist bei Nihilion auszumachen. Ein Instrument, was bei viel zu vielen Bands einfach übergangen wird. Besonders „Drowned“ tut dies sehr gut, da hier einiges an Stimmung vom Bass ausgeht.

Die Vocals waren bei dieser EP besonders überraschend. Wer nur auf die Pressefotos achtet, dem wird der unschuldige fast schon schüchterne Blick von Sänger Lusch nicht entgangen sein. Dieser erste Eindruck täuscht aber gewaltig. Von Anfang an bedient sich Sänger Lusch rauen, energischen Screams, die ein großes Engagement durchscheinen lassen, auch wenn sie nicht die Individualität in Person sind. Aber auch den sauberen gerufenen Parts, die Nihilion immer wieder auf ihrer EP unterbringen, ist er stimmlich gewachsen und meistert diese gekonnt. Schade daran ist nur, dass Nihilion gerade in diesen Parts ihren Druck verlieren und die Lieder somit stocken lassen. Anders sieht dies beim Lied „Truth Is a Lie“ aus. Auch hier wurden saubere Vocals verarbeitet. Diese passen sich aber mehr in das Stück ein, so dass es im Fluss bleibt und davon nicht aufgehalten wird. Auch das Spiel mit diversen Breaks wirkt sehr gelungen und lenkt die Aufmerksamkeit des Hörers auf sich. Außerdem versteckt sich hier noch vor allem ein sehr interessantes, experimentelles Gitarrensolo, das anzuhören sich lohnt. Ein würdiger Song, um dem Album einen Titel zu geben.

Ein weiteres Lied, was überzeugt ist „Drowned“. Dieses fällt durch seinen dunkleren und dreckigeren Sound aus dem Rahmen und setzt sich vom Rest des Albums ab. Besonders schön ist dabei die Mischung aus dem groovigen Bass und den hohen Akzenten der E-Gitarren.

Nihilion scheint eine sehr engagierte Band zu sein, deren Musik von Anfang an einladend ist und dem Hörer nach einmaligen Hören einen Ohrwurm aufdrückt. Die Dynamik ist hier deutlich spürbar, so dass man beim Hören unweigerlich mitgroovt. Besonders erstaunlich ist es, wie diese Band, die erst seit 2007 besteht, so eine enorme Selbstproduktion zustande bekommt, obwohl der Großteil der Bandmitglieder sich angeblich ohne jegliche Banderfahrung zu Nihilion zusammen gefunden hat. Selbst die Live-Songs auf der EP sind verblüffend sauber. Nihilion beweist daher nicht nur eine für ihre kurze Bandgeschichte enorme Leistung, sondern durchaus auch Bühnentauglichkeit. Trotz allem meint man heraus zu hören, dass diese junge Band noch lange nicht alles gegeben hat und die Fähigkeit besitzt, diese EP noch toppen zu können. Fazit: Wo bleibt das Album?

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