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Nightstalker: The Ritual

Deutlich psychedelischer, was etwas zu Lasten des Grooves geht
Wertung: 8/10
Genre: Stoner Rock, Heavy Rock
Spielzeit: 26:46
Release: 12.02.2000
Label: The Lab Records

Die Griechen Nightstalker hatten zur Jahrtausendwende schon einiges zu feiern: Eine erfolgreiche EP sowie eine bärenstarke Debüt-Full-Length waren bereits erschienen und die Band konnte sich zumindest in ihrer Heimat und schnell auch darüber hinaus eine treue Fanbase erspielen. Im Februar 2000 stand deshalb mit „The Ritual“ die dritte Veröffentlichung, wieder in Form einer EP, ins Haus.

Die Scheiblette fiel deutlich psychedelischer aus als der Vorgänger „Use“, die düsteren Elemente wurden zugunsten von schwurbeligen Passagen gekürzt, und Sänger Argy musste sich mit seinen wunderbar prägnanten Ausrastern erst mal zurückhalten. Im Gegensatz zu den vorherigen Platten konnte man hier im ersten Durchlauf nur schwerlich sofort ein absolutes Highlight benennen, musste sich stattdessen erst ein bisschen in die knappe halbe Stunde Spielzeit hineinfühlen, wurde dann aber erneut mit dreckig-staubigen Sounds belohnt.

Titel wie „Galactic Revolution“ weisen schon recht deutlich auf die Ausrichtung zum Psychedelic Rock hin, vor allem das Intro bringt aber noch mal die Tanzbeine zum Zucken, der Bass ist schön dominant und das Stück bietet schon alleine deswegen einen super Einstand. Man spürt aber auch, dass Nightstalker hier fast beschwingt zu Werke gehen, obwohl der leicht nölige Gesang des Fronters dann wieder ein bisschen Tempo rausnimmt. Überhaupt haben die Griechen auf „The Ritual“ ein wenig an Groove eingebüßt – dabei wird die EP bei Fans als mit das Beste gehandelt, was die Band in ihrer beinah 30-jährigen Schaffensgeschichte abgeliefert hat.

Vielleicht ist der etwas gebremste Groove auch damit zu erklären, dass mittlerweile nur noch eine Gitarre parat steht, das Quartett also zum Trio eingeschrumpft wurde – dennoch, auch solide Nightstalker sind immer noch starke Nightstalker, da kann man kaum glauben, dass die Truppe bis heute nicht wesentlich bekannter geworden ist. Zumal solche Brecher wie „Hide Your Sun“ es schon beim zweiten Durchlauf ins Stoner-Herz schaffen, sich drängend und mit mitsingtauglichem Refrain präsentieren, der sich recht schnell ins Hirn frisst. Noch ein Klecks psychedelischer Gitarrensoli obendrauf und fertig ist ein grandioser Nightstalker-Track!

„Missing Link“ verbreitet dann mit seinem basslastigen Intro eine absolute Wüstenstimmung, man kann regelrecht den Staub zwischen den Zehen spüren und sich bildlich vorstellen, wie die Truppe nach dem Genuss einiger Peyotekakteen durch die Wüste irrt, auf der Suche nach einer Kneipe oder dem nächsten Mescalin-Nachschub.

Nightstalker, obwohl etwas weniger groovig als zu Beginn, zementieren ihren Ruf als lässige Rockband, die aber nie oberflächlich wirkt, sondern im Gegenteil wahnsinnig eindringliche Musik produzieren, die zwar mit etwas weniger Psychedelic- und mehr Stoner-Anteilen mehr zu gefallen weiß, aber sich trotzdem bärenstark präsentiert und auf der Punkteskala weiterhin im oberen Bereich campieren darf.

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