Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Nightstalker: Great Hallucinations

Nicht ganz so farbenprächtig wie das Artwork
Wertung: 8,5/10
Genre: Stoner Rock
Spielzeit: 42:40
Release: 04.10.2019
Label: Heavy Psych Sound Records

Die meisten Katastrophen haben ja auch irgendwie ihr Gutes, und sei es noch so mickrig: Da sind wir pandemiebedingt gerade alle freizeitmäßig auf unsere eigenen vier Wände zurückgeworfen, hat also viel Zeit, auch mal durch vergessene Abteile der Schränke zu stöbern, und stolpert über so manchen Schatz. Oder, wie in meinem Fall, über so manche Lücke: Mit Schrecken darf man feststellen, dass nicht nur kein Review zur 2019er Nightstalker-Scheibe „Great Hallucinations“ im Archiv zu finden ist, auch die Platte fehlt als einzige im CD-Regal unter „N“. Die Platte ist bestellt, ein Review folgt auf dem Fuße.

Der im Herbst 2016 erschienene Vorgänger „As Above, So Below“ konnte seinerzeit „nur“ 8,5 Punkte einheimsen, hat sich aber mittlerweile zum echten Grower entwickelt: Tracks wie „Zombie Hour“, „Forever Stoned“ oder „My Electric Head“ laufen heute noch in der heimischen Playlist – das muss die nun nicht mehr ganz so neue, aber immerhin noch aktuelle Platte erst mal schaffen. Dass die Griechen mit ihrem stets etwas entrückten, psychedelischen Stoner Rock schon seit über 30 Jahren ihre Fans becircen und sich dabei soundtechnisch bis auf die üblichen Weiterentwicklungen erstaunlich treu geblieben sind, ist ja ein durchaus gutes Zeichen. Entsprechend entspannt kann man sich beim Studieren der Tracklist zurücklehnen: „Half Crazy“? „Sad Side Of The City“? Und natürlich „Great Hallucinations“? Das alles klingt schwer nach Nightstalker.

Wird man im Opener „Black Cloud“ noch recht flott und drängend abgeholt, gaukelt „Sweet Knife“ dem geneigten Hörer dann beinah schon balladeske Strukturen vor, womit sich Nightstalker natürlich nicht allzu lange aufhalten. Da mag man Argys Stimme finden wie man will, in dem leicht nasal-weinerlichen Ton steckt jede Menge Intensität. Die ersten beiden Anspieltipps hat man somit schon mal im Gepäck.

Auch „Cursed“ reiht sich ein in die Liste typischer, mitreißender Nightstalker-Song, die einen ordentlichen Groove besitzen, ohne sich abzunutzen oder stumpf zu werden – dafür sorgen eingewirkte Gitarrensoli und Bassfills. Auch das bereits erwähnte „Half Crazy“ weiß mit euphorischen Instrumentalparts zu überzeugen, und vor allem Drummer Dinos darf sich hier reichlich austoben.

Im Gegensatz zum knallbunten Artwork kommt „Great Hallucinations“ akustisch eher etwas düsterer daher als man es von Nightstalker erwartet hätte. Klar haben die Griechen immer wieder auch dunklere Töne angeschlagen, hier scheinen sich diese Songs aber zu häufen. Insofern schert „Great Hallucinations“, obwohl es unverkennbar nach Nightstalker klingt, doch um ein Mü aus dem übrigen Backkatalog aus. Überzeugen kann das Quartett aber nach wie vor – auch nach über drei Jahrzehnten Bandgeschichte.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna