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Nightrage: Wearing A Martyrs Crown

Nightrage - das neue Album so hochwertig wie der Knightage
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 51:48
Release: 19.06.2009
Label: Lifeforce Records

Mastermind der ursprünglich griechischen, inzwischen aber in Schweden beheimateten Melodic-Death-Metal-Kombo Nightrage, Marios Iliopoulos, muss entweder eine äußerst schwierige Persönlichkeit sein, oder aber verflucht. Schließlich ist das Line-Up seiner Band nicht gerade mit Beständigkeit gesegnet, so stieg unter anderem Gründungsmitglied Gus G. im Jahr 2006 aus. Auch Schlagzeuger Fotis "Benardo" Giannakopoulos verließ die Band noch im selben Jahr, da Marios ein schwedisches Line-Up aufbauen wollte – das letztendlich, für die Aufnahmen des schwächeren 2007er Albums „A New Disease is Born“ aus Jimmie Strimell (Gesang), Henric Karlsson (Bass), Alex Svenningson (Schlagzeug) und natürlich Marios selbst bestand. Noch im Jahr 2007 sollte Mister Iliopoulos jedoch schon wieder alleine dastehen, da seine feinen Kollegen sich um Songwriter Pontus Hjelm scharten um die Pop-Metal-Band Dead By April ins Leben zu rufen, die inzwischen sogar Chart-Erfolg hat (Platz Zwei in den Albencharts, nach Green Day und vor Eminem).

Soweit zur Vergangenheit der Band, nun steht Antony Hämäläinen (Burn Your Halo, Slaves for Scores) hinter dem Mikrophon. Glücklicherweise wurde wieder ein zweiter Gitarrist - Olof Mörck (Rapture, Amaranthe, Dragonland) - an Bord geholt und mit Anders Hammer (Disdain) am Bass sowie dem jungen Johan Nunez (Suicide Of Demons) als Schlagzeuger wurde das Line-Up endlich wieder komplettiert um die neue, melodische Todesmetalscheibe „Wearing A Martyr’s Crown“ einzuprügeln. Wie bereits erwähnt, war es eine äußerst gute Entscheidung, wieder mit zwei Gitarristen zu arbeiten, so klingen die Songs des neuen Albums gleich wieder enorm abwechslungsreich, eigenständig und treibend. Auch dem Groove kommt das frische Blut zu gute, so kann der neue Mann an der Schießbude ohne Probleme den Songs eine nötige Härte verleihen, aber ebenso nackenschädigende Rhythmen zurechttrommeln.

Extravagante Soli findet man natürlich auch auf diesem Album, die darüber hinaus häufig noch ziemlich gut klingen und nicht nur scheinbar zur Demonstration technischer Fertigkeiten dienen, wie man oftmals bei vielen anderen Bands den Eindruck hat. Für einige Erholungspausen auf dieser ziemlich gut nach vorne preschenden CD sorgen einige akustische Gitarrenklänge, die häufig als Intro beziehungsweise als Outro Anwendung finden. Der Song „A Grim Struggle“ steht den großen Melodic Death Metallern der Göterborger Schule in nichts nach, so werden alle Fans von Dark Tranquillity oder Arch Enemy hier ihre helle Freude haben. Ein ähnlich erhabener Song folgt mit „Among Wolves“, der abermals die Perfektion der Band zeigt, brutale Parts mit hymnenhaften, melodischen, gebrüllten Hooklines zu kombinieren. Auf klaren Gesang wurde nicht gänzlich verzichtet: Auch wenn viele Songs komplett ohne auskommen, offenbaren unter anderem der Titeltrack „Wearing A Martyr’s Crown“ oder „Futile Tears“ ruhigere Parts mit einem kleinen Aufgebot klarer Vocals.

Bei den letzten Songs des (limitierten) Albums handelt es sich zum einen um eine Demo-Version des Tracks „Failure Of Human Emotions“ sowie das Instrumental „Sting Of Remorse“, auf dem sogar tatsächlich Gründungsmitglied Gus G. zu hören ist, der hier den ersten, sowie den letzten, siebten, Part des Songs spielte, natürlich beides Soli. Wer über eBay oder andere Plattformen eine japanische Version des Albums ergattern kann, wird sich sogar noch über eine Cover-Version des Metallica-Songs „Holier Than Thou“ freuen können.

Alles in allem kann man nur unterschreiben, dass das neue Line-Up von Nightrage der Band gut tut – nach dem schwachen letzten Album überzeugt „Wearing A Martyr’s Crown“ mit grandiosen Soli und starken Melodic-Death-Metal-Knallern, die problemlos für den ein oder anderen Hörgenuss sorgen werden. Zwar verliert das Album in der zweiten Hälfte etwas an dem so mitreißenden Effekt, der die ersten Songs umweht, allerdings sind die späteren Songs natürlich keineswegs zu verachten. Hoffen wir, dass dieses Line-Up nun von etwas beständigerer Natur ist, sodass man die Band auch live mal zu Gesicht bekommen kann.

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