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Nightmare: The World Ruler

Solides Album, das sich sehr stark an das Schema des Visual Rocks hält
Wertung: 7.5/10
Genre: Visual Rock
Spielzeit: 51:33
Release: 30.05.2008
Label: Gan Shin Records

Nightmare ist eine japanische Visual Kei-Rock-Band, die 2001 gegründet wurde. Nach ihren Alben „Anima“ und „Libido“ erscheint nun ihr neustes Studiowerk „The World Ruler“.

Die Japaner spielen typischen Visual Rock, der durch großen Abwechslungsreichtum geprägt ist. So finden sich auf dem Album sowohl eher metal-ähnliche Stücke, wie auch sehr ruhige, symphonische Tracks. Doch auch innerhalb der Songs treten häufige Wechsel auf. So zum Beispiel bei „Gianizm Shichi“, bei dem sich die Stimmung des Tracks häufig extrem ändert, ebenso wie Tempo und Rhythmus. Daraus resultiert, dass viele Titel sehr komplex klingen. Bei „Alice“ findet man hingegen vor allem ein interessantes Wechselspiel von Rhythmus und Melodie, schnellen Drum-Parts und langsamen Keyboard-Passagen.

Der Gesang ist gut, jedoch birgt die Stimme nicht zu viel Überraschungspotential, da sie nicht besonders facettenreich scheint, was aber im Zuge der häufigen musikalischen Änderungen positiv zu bewerten ist. Zumeist sind die Gesangslinien harmonisch gehalten, nur bei „18 Sai (18 Years Old)“ ertönen diese sehr abgehackt aus den Boxen. Teilweise wurden auch im Refrain von „Gianizm Shichi“ und „Black Sick Spider“ Shouts eingebaut.

Zu den ruhigen Songs des Albums zählen „Crevasse“ und „Alumina“. Letztgenannter hat vor allem einen interessanten Mittelteil, bei dem die Vocals gedämpft klingen und durch die Melodie des Gitarrensolos getragen werden.

„Criminal Baby“, „Black Sick Spider“ und „Morpho“ zählen zu den flottesten Tracks des Longplayers. Charakteristisch für all diese Titel ist das Gitarren-Geschrobbel, welches häufig den Höreindruck dominiert, allerdings immer wieder durch Melodie-Passagen aufgelockert wird.

Zusätzlich beinhaltet „The World Ruler“ auch einige eher poppige Stücke, wie den Opener „Boys Be Suspicious“, „Lulu“ oder „The World“. Überraschend ist auch der Titel „Alice“, welcher einige Jazz-Anklänge beinhaltet. Es erstaunt aber vor allem „The World“, da der Song klanglich gesehen sehr fröhlich, lustig herüberkommt, während sonst ein eher leicht melancholischer, nachdenklicher oder emotionaler Klang vorherrschend ist.

Zwei Besonderheiten sind „Phantom“ und „The Fool“. Dies sind sehr kurze Songs, die mehr die Funktion eines Intros ausfüllen, als die eines eigenständigen Titels. So geht „Phantom“ auch direkt, ohne Unterbrechung in den folgenden Track „The World“ über. Zum Sound lässt sich sagen, dass er gut abgemischt ist. Die Drums klingen meist sehr heftig und im Vordergrund, dadurch treiben sie die Musik beständig voran. Bei Gitarre und Bass wurde aufgepasst, dass sowohl das Geschrobbel, die härteren Riffs, aber auch die melodischen, ruhigen Parts gut zu erkennen sind, ohne zu dominant zu werden. Das Keyboard wurde häufig für Effekte eingesetzt. So hört man bei „Phantom“ ein Intro, welches an Kirchen-, Orgelmusik erinnert, wodurch der Song seine ganz eigene Note erhält. Bei „Lulu“ übernimmt das Piano die Melodieführung, wird bei schnelleren Passagen dann zurückgedreht, sodass man es nur noch als Klangteppich hört, bis es in ruhigen Parts wieder in den Vordergrund tritt.

Fazit: „The World Ruler“ ist ein solides Album, welches sich sehr stark an das Schema des Visual Rocks hält. Dabei geht aber leider die Aufgeschlossenheit etwas verloren, die man von anderen Bands des Genres wie zum Beispiel MUCC kennt. An Kreativität mangelt es der Band nicht, was man an dem großen Abwechslungsreichtum ihrer Musik sieht, jedoch könnte diese noch besser eingearbeitet werden. Denn durch die häufigen musikalischen Wechsel erhalten die einzelnen Songs ein so komplexes Gewand, dass es schwierig sein kann zu folgen. Alles in allem aber ein gutes Album, was musikalisch überzeugen kann und durch seine hohe Eingängigkeit und Tanzbarkeit der Songs, bei vielen Fans wohl häufiger im Player landen wird.

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