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Night Viper: Night Viper

Souverän, authentisch und Old School
Wertung: 8,5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 38:38
Release: 04.12.2015
Label: Svart Records

Hach, Schweden, immer wieder ein Füllhorn neuer Bands, und die Fans in Resteuropa und auch darüber hinaus kommen aus dem Staunen nicht heraus, wie dieses beschauliche Ländle doch immer wieder die Szene aufmischt, egal in welchem Rockgenre. Nun gesellen sich auch Night Viper mit ihrem selbstbetitelten Debüt aufs Metaltableau und stellen insofern schon eine kleine Ausnahme dar, als dass schwedische Frontfrauen nun nicht immer so sehr im Vordergrund stehen (oder ich die Bands dann einfach schlichtweg nicht kenne; Anm. d. Verf.).

Und wie es der Zufall so will, da hört man gerade aus dem Slingblade-Lager, dass dort wieder Proben anstehen, dabei sollte doch schon in 2014 ein neues Album angegangen werden. Warum hier der Querhinweis? Ganz einfach: Ist die einzige, eher klassisch agierende Metalband aus Sverige, die ich halt aktuell auf dem Schirm habe, auch wenn ein Vergleich gerade wegen der Produktion doch arg hinkt, denn Night Viper haben es geschafft, eine recht roh und damit extrem authentische Aufnahme für eine Platte hinzubasteln, die sehr von der ausgezeichneten Stimme von Frontfrau Sofie-Lee Johansson geprägt ist, die in den rotzmetallischen Momenten gerne auch mal an Leather Leone (Chastain, Sledge Leather) heranreicht.

Und wenn dann schon die Nachtviper ihr Gift verspritzt, dann ist das glatt mal so abwechslungsreich, dass einem die knapp mehr als 38 Minuten wie zwei Züngelbewegungen vorkommen. Da wäre das mit schöner Candlemass-Note startende doomige „Warrior Woman“, welches nicht zu bedrohlich auf den Zuhörer zurollt um dann in einem rifflastigen, klassischen Metalsong zu münden und Frontröhre Sofie-Lee mit aggressivem Shouting den kriegerischen Ansprüchen gerecht wird. Ebenfalls doomig, dabei aber wesentlich eindringlicher beschwörend, tönt stilgerecht das mit Rabenkrächzen eingeleitete „Curse Of A Thousand Deaths“, wobei Miss Sofie-Lee hier defensiv lieblich den Hörer umgarnt und so ganz nebenbei nachweist, dass ihr auch die ruhigeren Töne liegen, die sie dabei auch gesanglich etwas höher abliefert. Die Nummer selbst nimmt nach gut zwei Dritteln deutlich an Fahrt auf und entwickelt sich zu einem perfekten Powerfaust-Headbanger mit pumpenden Drums und frech dazwischen funkenden Leads.

Night Viper können es aber auch viel direkter: „Run For Cover“ ist ein straight galoppierender Song mit kurz aufblitzendem Gitarrensolo und einer Sofie-Lee, die spätestens hier an die oben schon erwähnte Leather Leone erinnert, „Faces In The Mirror“ zimmert noch unmittelbarer an dem Old-School-Zankapfel und auch der Opener und Titeltrack „Night Viper“ ist ein Paradebeispiel dafür, dass klassischer Metal niemals an Faszination verlieren wird. Das etwas verspielter auftrumpfende „Never Be Enslaved“ oder auch der einfach aufreizend cool rockende Rausschmeißer „The Wolverine“ untermauern die These, dass auch anno 2015 noch authentische Musik das Maß aller Dinge sein kann.

Hat jemand eigentlich schon einen Begriff wie Post Heavy Metal kreiert? Scheiß auf solche Diskussionen, denn auch heute hat Old School einen festen Platz im Metalgenre, und wenn man dann so frisch wie Night Viper auf ihrem Debüt klingt, dann braucht man sich um die Zukunft einer alternden „Schublade“ nicht fürchten. Was auch immer Screamer, Slingblade und meinetwegen auch Enforcer in Zukunft kreieren, der Weg führt nur an Night Viper vorbei.

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