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Night In Gales: Five Scars

Melodic Death Metal aus Good Old Germany
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 44:40
Release: 04.11.2011
Label: Lifeforce Records

Night in Gales ist eine dieser Bands, die oft mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätten, sie aber nie bekamen. Der Grund dafür kann hier nicht geklärt werden. Das muss er auch nicht. Die Gruppe hat mit „Five Scars“ ihr fünftes full lenght Album vorgelegt. Dieses gilt es zu besprechen.

Die Combo hat sich über die Jahre ihren Stil bewahrt, der auch immer noch deutlich zu erkennen ist. Night in Gales klingen wie Night in Gales. Erfreulicherweise hat sich das auch bei „Five Scars“ nicht geändert. Einen Großteil dieses Wiedererkennungswertes macht Fontmann Björn Gooßes aus, der mit seiner ganz eigenen Singweise schon immer sehr charakterbildend für die Musik der Band ist. Auf dem vorliegenden Album präsentiert er seine Künste wieder hervorragend, vor allem bei Songs wie „Blackmouth Blues“.

Eine weitere Eigentümlichkeit von Night in Gales sind die ganz besonderen Gitarrenrhythmiken, die sich immer wieder einschleichen. Eine bestimmte Triolenkombination begleitet die Band schon sehr lange und tritt auch bei „Five Scars“ wieder in Erscheinung. Doch gibt es nicht nur altgewohntes, auch frische, neue Elemente werden eingebracht. Die mehrstimmigen Parts sind im Vergleich zu früher deutlich mehr geworden und stehen der Band sehr gut. „Life Denied“ ist hier ein gutes Beispiel.  Stilistisch hat sich die Gruppe eh erweitert. Der Umfang der Melodiensätze in den Gitarrenläufen ist mehr geworden. Die Harmonien wirken allerdings niemals bremsend oder störend. Oftmals geben sie den Titeln noch den nötigen, richtigen Drive.

Doch nicht nur im Hochgeschwindigkeitsbereich wurden die Songs auf „Five Scars“ konstruiert. „The Tides Of November“ beispielsweise bewegt sich hauptsächlich im schleppenden Temposegment, was eine willkommene Abwechslung darstellt, auch wenn der Titel für sich allein gestellt nicht als ewiges Highlight der Band gelten wird.  

Das Album ist mit viel Liebe erschaffen worden und hat einen grandiosen Sound erhalten. Fein skizzierte Instrumentensounds verbinden sich zu einem gewaltigen Einen. Der Klang des Rundlings sticht und schlägt gleichzeitig zu. Am besten gelungen ist der Gitarrensound, der so brillant und filigran wirkt, dass er keiner Fliege was zu Leide tun könnte, und doch streckt er den Zuhörer im nächsten Moment mit einem wahren Killerriff nieder.  Das wirkt deutlich weniger verwunderlich, wenn man bedenkt wer die Regler im Aufnahmestudio drehte. Kein geringerer als Dan Swanö hat die Scheibe nämlich produziert, was man dem guten Stück auch sofort anhört. Herausgekommen ist eine saubere, druckvolle und modern klingende Produktion.

Da die Band seit zehn Jahren kein Album mehr veröffentlicht hat ist es umso erfreulicher, dass nun ein so gelungener Output das Licht der Welt erblickt. Natürlich kann man bekritteln, dass die Gruppe nichts grundlegend neues erfunden hat. Dafür hat sie sich selber aber auch nicht aus dem Blick verloren.

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