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Niflhel: A Warrior Comes Home

Vom müde stampfenden Krieger...
Wertung: 6/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 37:18
Release: 22.10.2016
Label: Eigenregie

Oha, da melden sich also Niflhel aus dem nordöstlichen Ruhrgebiet, genau genommen aus Hamm, mit „A Warrior Comes Back“ zu Wort und auch diese CD versackt beinahe in der Stapelflut an Einsendungen – mea culpa, da nicht früher einen Blick drauf geworfen bzw. einen Lauschlappen riskiert zu haben, denn: NRW first, will ich wohl meinen. Nun, leider spielen die Vier da nicht ganz mit, denn schon allein vom Sound her wirken sie ein bisschen drucklos, was eben viel von der Viking-Melo-Death-Wirkung nimmt und man sie daher auch heute noch schnell in die Demo-Eck abstempelt. Aber gut, ist der erste Gehversuch, in Eigenregie, da neigt man vielleicht nicht dazu, den ganz großen Maßstab anzulegen, allerdings haben Legionen an Bands mit knappem Etat bewiesen, dass das schon längst kein Makel mehr sein muss.

Und wenn man sich einmal kurz mit der Biographie der Band auseinandersetzt, so zeigt sich lediglich Gitarrist und Sänger Michael Grün, den vielleicht einige auch von seiner Ex-Band Deathstruction her kennen, als einzige Konstante im Lineup, der Rest ist dann immer wieder ein Kommen und Gehen – zweite Gitarre und Bass sind allesamt 2017 neu hinzugekommen, Daniel an den Drums sogar erst 2018. Solch ein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel kann ja auch gut für das Harmoniegefüge sein, allerdings auch der bisherigen kleinen und übersichtlichen Fanbase vor den Kopf hauen.

Am Ende müssen eh die Mucker selbst entscheiden, was sie da machen, schließlich sind sie ja auch für „A Warrior Comes Home“ verantwortlich. Und da hat der stündlich finanzierte Zeitdruck im Studio dann doch ein wenig einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn über Standard kommen sie nicht hinaus, zumal die Drums immer wieder pappig klingen und so der Hörgenuss verloren geht. Dabei punkten sie eigentlich schon mit dem mächtigen und langen Intro der Marke „das Horn soll erschallen in der Klamm“, wo durchaus das orksche Unwesen in Herr der Ringe Inspiration gewesen sein mag. Nun gut, passt zur Mucke und auch zum Bandnamen ganz gut, da will man ja nicht meckern. Erster Punkt im Sack.

Mit dem Opener und Titeltrack „A Warrior Comes Home“ wird aber auch schnell klar: Niflhel kredenzen mehr Viking als Melodeath und feiern sich im teilweise stumpf stampfenden Midtempo, wo leider Abwechslung oder mal über den Tellerrand hinaus gehende Ideen vollkommen fehl am Platze sein sollen. Und wenn sie schon Amon Amarth selbst als einer ihrer Haupteinflüsse angeben, dann hört man das in „All Men Must Die“ auch sehr deutlich, ohne jemals das Niveau der Schweden zu erreichen, wo schleppend eben schleppend bleibt und die eindimensionalen Drums abtörnen. Schon bei „Seven Gods“ erinnern sie im Refrain stark an Johan & Co., wobei sie gerade bei diesem Song mit einer schönen Melodie, die eine Mischung aus Sehnuscht und Melancholie symbolisiert, durchaus positive Ansätze aufweisen.

Im Grunde ist es aber immer schnell Ernüchterung, die sich da breit macht. Standard-Melo-Viking-Geschrubbe bei „Ships Landing“, immer wieder die gleich stampfenden Drums in „Naglfar“ – doch halt, gerade letzteres Beispiel hinkt ein wenig, bauen Niflhel doch hier ein paar sanfte Tempoverschärfungen ein und wagen sich sogar kurz an einen nahezu schon epischen Part – da hat wohl nur noch der Mut für ein bisschen mehr Wagnis gefehlt. Und auch wenn sie wie in „Raven Pair“ mit dramatischer Riffeinleitung starten und anschließend ein bisschen zügiger zu Werke gehen, so verfallen sie wieder schnell ins uninspirierte Midtempo-Gestapfe, bauen hier aber überraschend mittendrin eine Akustikzäsur ein, nur um dann doch wieder ein wenig brachialer zu agieren. Highlight ist auch hier eher die Leadklampfe, die im Finale nochmals mit schöner Melodie im Vordergrund steht. Ein bisschen mehr Mut riskieren sie bei dem mit einem Akustikintro startenden „Fenris Wolf“, doch leider kommen hier die pappigen Drums wieder voll zum Tragen, da täuscht das teilweise Powerdrumming nicht drüber hinweg. Dennoch ragt der Track schon ein wenig von den anderen Nummern trotz Midtempo heraus, was allein am feinen Gitarrensolo liegt.

Am Ende ist beim Debüt „A Warrior Comes Home“ dann doch der eine oder andere Krieger vom Weg abgekommen, zumal der Sound der CD nur bedingt nach Heimatsehnsucht klingt. Zudem lässt es die Truppe aus Hamm auch ein wenig an Mut und Entschlossenheit missen und klingt im stampfenden Midtempo eher wie ein schlapper Krieger, der sich noch mit Mühe über die Hausschwelle schleppen kann. Mehr als sechs Punkte sind so nicht drin.

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