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New Soul Cowboys: New Soul Cowboys

So wird man auch als Europäer ein Cowboy-Liebhaber
Wertung: 9/10
Genre: Hard Southern Blues Rock
Spielzeit: 46:09
Release: 05.09.2009
Label: Eigenproduktion

Meine Güte, was ist denn dieses Jahr los, es gibt jede Menge absolut professionell aufgemachte Eigenproduktionen aus den USA. Nun ist wieder ein Paket eingetroffen und New Soul Cowboys sind die erste Band daraus. Momentan scheint der Rock in den Vereinigten Staaten ja prächtig zu gedeihen. Da kommen Perlen wie Beitthemeans, aber auch deutlich schwächere Scheibletten.

Mit doch deutlicher Skepsis betrachtet man natürlich erstmal das Cover: Da stehen zwei moderne Cowboys und ein Ledermann mit deutlich weniger Cowboycharme. Nun ja, da fehlt mir hier in Deutschland ein wenig der Bezug zu. Okay, es gibt The Bosshoss, das Sat1 Hype-Wunder, nun ja, wenn das hier in die Richtung geht, dann klappt das mit dem Schlafen heute Abend bestimmt sehr gut, falls ich nicht schon früher wegdöse. Also Augen zu und die CD eingelegt.

„Painted Horse“ wird schön kraftvoll von einem starken Riff eröffnet. Viel Groove sorgt für einen ersten freudigen Adrenalinschub. Im Hintergrund gesellt sich dann auch noch ein Banjo dazu, cool. Southern Rock der gehobenen Güteklasse. Recht einfach, aber effektvoll gehalten, vergleicht sich der Sänger mit Jesse James und kommt zu dem Schluss, dass er doch böser ist. Auch wenn der „Bang Bang Bang“ sehr banal ist, der Song als ganzes ist ein Hammer.

Mit einwenig mehr Hard Rock-Flair donnert dann auch schon „Rebel Highway“ daher. Gefühlvoll mit einigem zeitweise auftauchenden britischen Blues Hard Rock-Flair werden die Mundwinkel fast schon schmerzend nach oben gezogen. Der Kopf nickt deutlich vor und zurück, einen guten Mitsingpart gibt es auch, den man live sicher um einige Minuten aufstocken kann. Schöne Nummer mit viel verstecktem Spaß in den Backen.

„Gamblin` Man“ hätte irgendwo auch von Thunder stammen können. Geile Gitarren mit Druck und trotzdem viel Gefühl. Hätte nicht gedacht, dass die drei Cowboys hier derart gut rocken. Coole Blues-geschwängerte Hard Rock-Nummer mit einiger Power und großem Gitarrenfinale. Die Orgel im Hintergrund nimmt man eigentlich gar nicht wirklich wahr, trotzdem trägt sie zum Gesamtsound gut bei.

Bei „What It`s All About“ ist ein Ohrwurm mit Chartcharakter entstanden. Irgendwie eine typische amerikanische Nummer. Definitiv gelungen, aber irgendwie auch trotz der tollen Melodie und des Refrains eine Spur zu einfach gehalten, zumindest für meinen Geschmack.

Deutlich blueslastiger ist dann „Somebody`s Missing“ ausgefallen. Irgendwie zwischen Bon Jovi, Cinderella und Whitesnake zu bluesiger rockigen Zeiten angesiedelt. Eine geniale, balladeske Nummer, die fast schon Tränen in die Augen treiben kann. Trotzdem nickt der Kopf zeitweise kräftig vor und zurück. Der Whisky in der Hand sorgt für noch mehr Stimmung, aber da sollte man dann doch aufpassen, denn es geht deutlich kräftiger weiter.

„Purple Whiskey Sack“ geht deutlich energetischer und rauer vor. Das macht Spaß, das ist Lebensgefühl pur. Der Song treibt mit tollen Gitarrenattacken, wie man sie eher aus den Siebziegern oder Achtzigern kennt. Man sieht Sänger und Gitarrist Anthony Gomes quasi auf einem Bein mit der Gitarre im Anschlag auf der Bühne umherhüpfen. David Karns kugelt sich mit seinem Bass auf dem Bühnenboden und Drummer Peter Lang hält das Ganze im Takt. Schön, dass alle drei Mitglieder Vocals beisteuern, denn so bleibt das Gesamterlebnis abwechslungsreicher.

„Born To Ride“  ist dann der nächste Kracher. Starke Gitarre, die Anthony Gomes da zockt. Schade, dass die Wahrscheinlichkeit, dies mal auf deutschen Bühnen zu sehen, wohl eher gering sein wird. Diese Mucke ist für große Stadien prädestiniert. Sie rockt genug, um nicht zu große Chancen auf die Charts zu haben, hat aber mehr als genug Melodie, um die Herzen in der Welt zu erwärmen.

Dies wird noch behaglicher mit dem Herzensbrecher „Carolina“. Zwar mit einigen platten Anmachsprüchen garniert, aber trotzdem ein wirklich toller Song, der noch zig Mal im Player rotieren wird. So etwas mit Happy Banjo im Hintergrund wurde, denke ich mal, auch noch nicht so häufig veröffentlicht. Trotz aller Geradlinigkeit  verkommt der Song aber nicht im Allerweltseinheitsbrei.

Noch etwas mehr Herzschmerz verbreitet dann „You`re Amazing“. Empfinde ich eigentlich trotz guter Qualität auf dieser Scheibe ein wenig störend. Passt nicht so wirklich und kommt nach „Carolina“ nicht richtig zur Geltung. Könnte eine Singleauskopplung sein, die aber ein wenig zu zuckersüß geraten ist.

Das ändert sich mit „New Soul Cowboy“ schlagartig. Stripped down Hardrock mit viel Groove und einigen Klangüberraschungen. Das muss man erstmal so hinbekommen. Irgendwie schwebt so ein wenig Bon Jovi Westernstyle durch die Luft, auch wenn man hier durchaus auch Lynyrd Skynyrd oder Whitesnake, Aerosmith, Bon Jovi hätte stammen können.

Fazit: Ein unerwartet starkes Debüt einer Band, die es wohl eher schwer haben wird, in Deutschland Fuß zu fassen. Das liegt aber weniger an der Qualität als daran, dass der Rock momentan nicht so im Vordergrund steht bei den Fans. Auch wenn es sich hier nur um eine Demo handelt, so sollte man das Album trotzdem finden können, denn mit „just for kicks music“ hat man einen Vertrieb in Deutschland gefunden. Kein Wunder, bei dem Album.

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