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New Native: Asleep

Zu zaghaft, zu schüchtern und verträumt
Wertung: 5,5/10
Genre: Indie, Emo, Dream Pop
Spielzeit: 43:41
Release: 23.03.2018
Label: Midsummer Records

Wenn man fast eine Handvoll EPs veröffentlicht hat, wird es langsam mal Zeit sich über eine Langrille Gedanken zu machen – das dachten sich anscheinend auch New Native, die sich im Frühjahr letzten Jahres für gerade mal zehn Tage im Studio einschlossen, um das vorliegende „Asleep“ einzuspielen; eine Mischung aus Indie, Emo und verträumten Arrangements, untermalt von zwei Sängern. Klingt alles in allem eher smooth?

Ist es auch. Man schwebt fast eine Dreiviertelstunde wie auf Wolken vor sich hin, fast ein wenig zu ruhig geraten die elf Songs größtenteils, immer wieder wünscht man sich wenigstens kleinere Ausbrüche. Das Drumintro der ausgekoppelten Single „Until It All Stops Spinning“ lässt kurz hoffen, zieht aber im Verlauf auch kaum Tempo an, etwas gewöhnungsbedürftig, wenn nicht auf Dauer gar leicht entnervend schlägt dann auch der etwas nasale Gesang von Michael und/oder Christian zu Buche.

Ein Track wie „Tied Down“ darf sogar mal ein bisschen beschwingter beginnen und bietet ein schönes Zusammenspiel von Gitarre und Drums, das sich gut in die Emo- und Indie-Ecke einfügt, die die Jungs sich auf die Fahne schreiben – keine Spur von „Dream Pop“-Einflüssen hier, der Gesang leicht verschnupft und etwas in den Hintergrund gerückt, aber insgesamt ein schönes Stück, zu dem man sich auch mal enthusiastischer als mit bloßem Schunkeln oder Nicken bewegen kann.

Dieser vorübergehende Schwung hat sich beim nachfolgenden „Wash Away“ spätestens wieder erledigt, in „Parochial V“ schleicht sich dann sogar noch ein Klavier mit in den Song, das zwar eine schöne Grundstimmung erzeugt, den Song aber nicht unbedingt dynamischer macht. Erst in Richtung Refrain wird ein Hauch mehr aufs Gas getreten, dieses kurze Zucken vergeht aber flott wieder. Es ist fast, als würden sich New Native nicht trauen, ein bisschen schneller zu spielen, aus Angst, ihre Hörer zu (v)erschrecken.

Andererseits gibt es natürlich sicherlich unzählige Menschen, die auf die zaghafte, ja beinah schüchterne Musik der Truppe steht. Als FreundIn der etwas schnelleren Töne und des extrovertierten Gesanges muss man sich aber fast ein bisschen durch „Asleep“ quälen; schöne und hörenswerte Passagen gibt es alleweil, insgesamt bildet die Platte aber einen sehr ruhigen und vorsichtigen Debüt-Versuch, der sich eher am Pop denn am Rock orientiert – im finalen „On A Lighter Note“ verhalten sich die Herrschaften sogar fast progressiv und erbauen auf die Schnelle eine sehr schöne Soundwand, bei der man sich ein Tränchen verdrücken muss und die sogar für jede Post-Hardcore-Band eine Einladung zum nachfolgenden Ausrasten wäre. Darauf wartet man dann letzten Endes aber doch vergeblich – der Truppe das Prädikat „Dream Pop“ aufzudrücken, ist also sicherlich nicht ganz falsch.

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