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Nevertrust: Veto

Thrash Metal mit Höhen und Tiefen
Wertung: 6/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 58:04
Release: 08.10.2011
Label: Running Pulse Records

„Veto“ heißt das aktuelle Album der Dresdener Thrasher Nevertrust, das sie im Oktober veröffentlicht haben. Thrash Metal mit Höhen und Tiefen begegnet dem interessierten Hörer, der, wenn er sich darauf einlässt, durchaus Spaß daran finden kann.

„Insulin“ fängt schön klassisch an, denn es ertönen die Achtziger. Die ersten Klänge erinnern an das Intro von „Battery“, dem Brecher, mit dem Metallica ihr Meisterwerk „Master Of Puppets“ einläuteten. Ganz so brachial wie damals geht es zwar nicht weiter, aber dennoch kann sich der Song hören lassen. Aber hier erkennt man auch schon die leichten Schwächen in der Produktion, denn gelegentlich fehlt es der Lead-Gitarre besonders am Anfang an rhythmischer Akkuratesse und auch dem mehrstimmigen Refrain mangelt es ein wenig daran.
Was die Stimme betrifft, wird dem Hörer eine überraschend hohe Vielfalt geboten, einerseits was die Stimmfärbung betrifft, andererseits aber leider auch hinsichtlich der Qualität. „Metabolic Maze“ ist da ein durchaus positives Beispiel, erinnert stellenweise an Mat Heafy von Trivium und im Refrain hat die Stimme eine sehr ähnliche Färbung wie die von Michael Robert Rhein von In Extremo. „Heavy Lies The Crown“ lebt insbesondere davon. Das spricht für eine sehr gute Qualität, möchte man meinen.

Leider gibt es dann eben mit der Halb-Balade „My Story“ auch einen Ausfall. Es beschleicht einem das Gefühl, dieser Song wurde Jahre vorher aufgenommen, denn qualitativ kann er mit dem restlichen Material überhaupt nicht mithalten. Der Gesang ist hier einfach nur schlecht. Es kommt der Wunsch auf, die Jungs nochmal in den Gesangsunterricht zu schicken. Dabei beweisen sie gegen Ende der Platte dann doch ihr Können beim klaren Gesang.

„Riding On The Winds“ startet mit einem tollen Chor-Gesang, um dann in einem Mix aus schnellen Parts und Midtempo-Passagen zu münden. Am Ende wird das gesangliche Anfangsthema wieder passend aufgegriffen. So sollte es laufen. Da möchte man meinen, „My Story“ käme von einer gänzlich anderen Band.
Den Abschluss bildet „Violent Crisis“, der an sich nicht sonderlich spannend ist. Interessanter ist da aber der Hidden Track am Ende. Damit erlauben sich die Jungs einen Spaß und experimentieren mit Gesang als Rhythmus-Instrument. Das muss nicht jedem gefallen, aber deshalb ist es ja auch versteckt am Ende.

Wie eingangs erwähnt, sind die Kompositionen recht klassisch und eher dem Old School Thrash Metal zuzuordnen. Einige moderne Töne hört man aber auch raus. Schön ist, dass die Bass-Gitarre klar herausgehört werden kann. Die Gitarren sind auch schön definiert, ihnen mangelt es aber oft an Volumen und Druck.

Über die Spielzeit von knapp einer Stunde zeigen uns Nevertrust ihr gesamtes musikalisches Spektrum. Sie sind geschickt im Song-Writing und abwechslungsreich. Im Allgemeinen bewegen sich alle Songs im Mittelfeld. Viele bleiben leider nicht hängen, aber zum einen oder anderen hebt man doch sehr gerne die Pommesgabel - wenn da nicht der eine große Ausfall wäre.

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