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Neverland In Ashes: Earth:June

Einige vielversprechende Ansätze
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Death Metal, Trancecore
Spielzeit: 23:02
Release: 09.12.2011
Label: Eigenproduktion

Neverland In Ashes sind im The-Pit.de-Lager kein gänzlich unbeschriebenes Blatt mehr, trudelte doch 2010 bereits die „8“-Scheibe bei uns ein, die zwar mit gerade mal sechs Punkten nicht unbedingt in den Himmel gelobt wurde, der aber eine große Sympathie und Ideenreichtum bescheinigt werden konnte. Nun melden sich die Ofenkäse-Fetischisten mit „Earth:June“ und fünf neuen Tracks zurück – eigentlich sogar neun, wenn auch vier davon „nur“ als instrumentale Zwischenpassagen gehandelt werden müssen. Die Songs pendeln sich dabei irgendwie zwischen Melodic Death Metal und Trancecore ein, heftige Shouts wechseln sich ab mit etwas freakigen Keyboardpassagen – dabei können die Tracks aber auch durchaus Leuten gefallen, die sonst eher wenig mit dem Tasteninstrument anzufangen wissen.

Zu Zeiten von „8“ wurde dem Kölner Fünfer gerne mal unterstellt, den Neunziger-Eurocore à la Scooter und Konsorten zu verwursten; ich habe mir absichtlich die alten Stücke noch nicht angehört, aber auf der neuen Scheibe merkt man zum Glück herzlich wenig von solchen Eskapaden. Ja, es gibt Samples und die Herren klingen durchaus schon mal teilweise wie gedopte 8-Bit-Fans, aber das hat mit dem verhassten Eurocore doch recht wenig zu tun.
Alle fünf Songs sind von ein- bis anderthalbminütigen Klangpassagen durchbrochen, die für sich als eigene Stücke auf der Tracklist fungieren. Nun mag das etwas zusammengewürfelt klingen, funktioniert in der Praxis aber erstaunlich gut. 

„Delilah Destroy“ macht hier als Opener den Anfang, und hier wird als Manko gleich der nicht unbedingt druckvolle Sound offenbar, wie bei Eigenproduktionen ja öfters mal der Fall. „Earth 1“ kündigt dann unheilschwanger den ersten Anspieltipp in Form von „Empress“ an: Der Song setzt auf die härtere Gangart und groovt ordentlich nach vorne; so was passt wirklich gut zu Neverland In Ashes, davon sollte es in Zukunft mehr geben. Wirklich genial kommt dann gegen Ende die Kombination von sphärischen Keyboards, treibenden Gitarren und Christians Geschrei rüber – ein Song, der sich sicherlich noch öfter in den Playlisten der Fans tummeln wird. Mit „Earth 2“ wird ein Übergang geschaffen zu „Elsewhere“, das direkt beim ersten Durchgang für fette Gänsehaut sorgt und auf Dauerrotation gestellt wird. Allein für die Keyboards im Refrain muss man die Band lieben und wenn sich dann noch die geile Dynamik dazugesellt, bleibt einem nichts anderes übrig als den Track auf die Liste der Anspieltipps zu setzen – und je länger man das Lied hört, desto eher schießen einem mal die Tränen in die Augen. Was für ein scheißgeiler Track!

Bei „For The Flies“ keift sich Shouter Christian in bester Melo-Death-Attitüde durch die Strophen, garniert mit einer Prise Metalcore. Nicht übel, muss man sagen, und auch das zugegebenermaßen etwas dominante Keyboardgeplänkel passt wirklich gut dazu, obwohl der Track an seinen Vorgänger nicht ganz herankommt. „Cinnamon“ bietet dann eine flötenmäßige Keyboardmelodie, bei der NIA klingen wie Jethro Tull auf Speed – der dazu passende, schneller werdende Drumrhythmus macht den Track nicht nur hibbelig, sondern fast schon tanzbar; natürlich erst bevor die genialen Gitarren auftauchen, die zwar das Tempo rausnehmen, aber dem Song unendlich mehr Tiefe verleihen. Hier wäre ein besserer Sound natürlich wünschenswert gewesen, aber man kann ja nicht alles haben im Leben.

Fazit: Neverland In Ashes haben einige vielversprechende Stücke in petto, so dass man sich natürlich unwillkürlich fragen muss, ob auf der nächsten Scheibe dieser Standard gehalten werden kann. Die Bewertung gestaltet sich dann eher als etwas problematisch: Man schwankt so zwischen 7,5 und acht Punkten, entscheidet sich dann aber für die niedrigere Punktzahl – schließlich ahnt man, dass da noch Größeres kommen kann.

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