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Neverland In Ashes: Conversations

Mit Keyboardpassagen sollte gespart werden
Wertung: 7,5/10
Genre: Metalcore, Modern Metal
Spielzeit: 52:59
Release: 19.05.2017
Label: Eigenproduktion

Sieben Jahre ist es mittlerweile her, dass die Kölner Neverland In Ashes mit ihrer „Earth:June“-EP in die heimische Soundanlage gestolpert sind, damals noch mit einer Mischung aus Metalcore und Trancecore. Mittlerweile ist einiges passiert, Sänger Christian hat die Segel schon lange gestrichen, dafür steht der mittlerweile ehemalige Gitarrist Julian am Mikrofon, die letzte Scheibe „Conversations“ ist auch schon anderthalb Jahre draußen und hatte recht verspätet den Weg auf den eigenen Schreibtisch gefunden. Da die Band aber derzeit einige Tourstops hinlegt und auch in der Nähe der Schreiberin dieser Zeilen gastieren wird, wurde es jetzt doch mal Zeit für eine Besprechung.

Soundtechnisch hat die Truppe den Trancecore-Anteil deutlich zurückgefahren, obwohl immer noch Synthie-Anteile vorhanden sind. Es geht härter zur Sache, weiterhin natürlich unter der Flagge des Metalcore und entsprechend modern – da werden Klargesang und Growls gemischt, die Gitarren braten stellenweise ordentlich und dankenswerterweise wird das Keyboard nur an wenigen Stellen überstrapaziert (ein Beispiel ist hier „To The Stars“, bei dem das Geschwurbel echt nicht hätte sein müssen).

Im Großen und Ganzen preschen Neverland In Ashes aber ganz ordentlich nach vorne: „Of Change And Fall“ ist so eine rasante Abrissbirne mit deftigen Screams, zwischendurch kurz ausgebremst durch eher störenden, glücklicherweise verschwindend geringen und im Hintergrund gehaltenen Klargesang, dafür garniert mit einigen hübschen Breakdowns. Hübsch gestalten sich auch einige Melodien, die die Kölner Jungs hier eingebaut haben, beispielsweise beim etwas absurd mit viel Geklimper startenden „#9“, das sich aber zu einem der stärksten Tracks der Platte mausert, was sicherlich mit an den überraschenden „Ohohoh“-Gesängen liegt, die eigentlich eher an die Neunziger erinnern, aber hier erstaunlich gut wiederbelebt werden.

„Fight Or Flight“ kommt dann mit einem aberwitzig schlecht platzierten Keyboard daher, das auch noch wahnsinnig hochfrequente Samples von sich gibt – hier entscheidet man sich für die Flucht und skippt schnell weiter. Oder überspult zumindest das Gepiepse. Eigentlich ziemlich schade, denn gerade zu Beginn der Platte hatten Neverland In Ashes dem Tasteninstrument zwar auch viel Raum eingeräumt, es aber zumindest gut platziert, wie im bärenstarken Opener „Letters Of The Lost“, bei dem die Keyboardmelodie schließlich von der Gitarre abgelöst wird, bevor Julians herzhafte Shouts einsetzen.

Ist natürlich alles Geschmackssache, aber so wie Neverland In Ashes das Keyboard manchmal einsetzen, bekommt es dann eher einen Kirmes-Touch statt sich in die Songs sinnvoll einzufügen. Dem entgegen stehen aber starke Tracks wie der Opener und sein Nachfolger „I Vs. I“, „Of Change And Fall“ oder „#9“, die einmal mehr beweisen, dass die Kölner ziemlich gute Songs schreiben können. Nur mit dem Keyboard sollte ein bisschen gespart werden…

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