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Neverland In Ashes: 8:16

Melodic Death + Eurocore = Ofenkäse? - Ein Frage des Geschmacks
Wertung: 6/10
Genre: Metalcore/Melodic Death Metal/Eurocore
Spielzeit: 48:31
Release: 01.05.2010
Label: Eigenproduktion

„Melodic Death Metal meets Metalcore meets Synthesizer meets Ofenkäse“. So bezeichnen Neverland In Ashes ihre Musikrichtung und damit beschreiben sie diese ziemlich genau – sogar der Schabernack alias „Ofenkäse“ ist deutlich auf „8:16“ auszumachen. Was die Jungs aus Köln-Mülheim dabei aber unterschlagen, ist der musikalische Anteil an Eurocore, der auf ihrem Album wiederzufinden ist. Dieses sehr kleine Subgenre hat es sich zur Aufgabe gemacht, Metal mit der Musikrichtung Eurodance zu verbinden. Diese erlangte in den 90er Jahren mit Künstlern wie Scooter oder Dr. Alban seine größte Popularität. Viele werden sich fragen, wie man Scooter nun mit Metal kreuzen kann. Diese Frage ist berechtigt und wird auf dem Album „8:16“ in Teilen beantwortet, aber dazu später mehr.

Neverland In Ashes setzen wie im typischen Metalcore auf gerufene, raue Vocals, die mit dynamischer Musik kombiniert werden. Die Gitarren sind passend herausgearbeitet und führen wie in dem Lied „Porcelain“ teils die Musik innerhalb eines ruhigen Breaks weiter, bevor Neverland In Ashes zu einem weiteren Schlag ausholen. Die Band hat ein gutes Zusammenspiel und versprüht auf ihrem Album eine gewisse Energie, die aber durchaus noch steigerbar wäre. Auch wenn dieses Album vielleicht nicht so sehr mitreißt wie andere CDs aus diesem Bereich, so ist sie aber trotzdem auf keinen Fall langweilig.

Neverland In Ashes haben viele Ideen und setzen diese vielseitig um. In „Playground Wars“ beispielsweise wissen sie geschickt eine verspielte Melodie mit stampfenden Metalcore zu verbinden – wobei auch hier noch mehr Druck kommen könnte. Da dieses Album der fünfköpfigen Band eine Eigenproduktion darstellt, ist der Grund für diese Schwachstelle aber verständlich.

Der Einsatz der Synthesizer ist bei diesem Album sehr hoch und zudem auch äußerst markant. Neben einem reinen Electro-Intro, das jeden Metaller, der nicht damit rechnet, erst einmal kurz erschrecken wird, nehmen Synthesizer noch einmal einen sehr dominanten Platz im Lied „Never Knows“ ein. Die hier eingesetzte Synthesizer-Melodie erinnert so stark an Electro, dass gerade dieses Lied sehr gewöhnungsbedürftig ist. Der Melodic Death Metal und der Eurocore scheinen hier zudem nicht miteinander, sondern gegeneinander zu agieren. Im Weiteren ist es sehr irritierend, dass die hier angesprochene Melodie entfernt an das Lied „Maria“ von Scooter erinnert, welches in der Electro-Szene sehr populär ist. Nicht gerade das, was man bei einer Melodic Death/Metalcore-CD erwartet. Zum Glück sind markante Ausrutscher wie dieser auch nicht die Regel – dafür bleibt er dem Hörer aber leider umso mehr im Gedächtnis. Der Rest von „8:16“ beinhaltet dafür wieder sehr soliden Metalcore, der zwar keine Mauern einreißt, aber durchaus gut gemacht ist, wie beispielsweise bei „The Smoke, The Whore And The Village“ deutlich wird.

Den Abschluss bildet der Hidden Track hinter dem Lied „NIA“, bei dem die verrückten Jungs von Neverland In Ashes ein Akustik-Gitarren-Lied eingefügt haben, das nicht mehr dem Metal, sondern eher einem lustigen Lagerfeuerabend mit Freunden zuzuordnen ist. Dieses ist wirklich fernab von Professionalität und deutlich auch nicht das Genre der Band. Da es aber genauso deutlich auch einfach nur Spaß ist, wertet es vielleicht nicht das Album, dafür aber die Sympathie gegenüber der Band deutlich auf.

Im Ganzen ist zu sagen, dass dieses Album Fans verschiedenster Musikrichtungen ansprechen wird – jedoch jede auch nur in Teilen. Während Anhänger des EBMs sich eher noch mehr Synthesizer-Kombinationen wünschen, wird der Otto-Normal-Death Metaller wahrscheinlich eher Aversionen gegen diese hier vorgelegte teils extreme Kombination haben. Keine Frage, die Jungs von Neverland In Ashes schaffen dafür aber etwas ganz Eigenes. Ideenlosigkeit oder der schlechte Abklatsch einer anderen Band zu sein, kann man ihnen nicht vorwerfen. Ob diese eigenwillige Musik von Neverland In Ashes einem nun zusagt oder nicht, dass muss aber jeder Hörer für sich selbst beantworten. Fest steht: Neverland In Ashes haben Metal für sich ganz individuell interpretiert und stellen sich dabei auch gar nicht mal so schlecht an.

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