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Neuser: Selbstauslöser

Universalheld
Wertung: 9/10
Genre: Indie Pop/Rock
Spielzeit: 36:17
Release: 07.03.2008
Label: Songpark

Do it yourself – immer noch die beste Attitüde, wenn man genau weiß, was man will. Nach einem Jahr mit dem Großkonzern Universal schien das Maß an Unpersönlichkeit weit überschritten worden zu sein, sodass die Kölner Indie Pop/Rock-Band Neuser mit der Gründung ihres eigenen Labels Songpark und der DIY-Veröffentlichung ihres zweiten Albums in dieser Besetzung und unter dem Namen Neuser nun endlich wieder eigene Wege gehen, ohne sich den Zwängen des Marktes unterwerfen zu müssen. Da wird dem „Indie“ vor der eigentlichen Genrebezeichnung doch endlich mal genug Aufmerksamkeit beigemessen.

Neuser existiert eigentlich erst seit 2006, davor musizierte ein Teil der Band als „Luka Neuser“ relativ erfolgreich. In diesem Jahr kam nach der selbstbetitelten Scheibe von 2002 das Full Length Album „Alles wird leichter“ heraus. 2009 feiern die Musikstudierten dann ihr zehnjähriges Jubiläum, aber bis dahin ist noch genug Zeit, Deutschland mit dem „Selbstauslöser“ zu beschallen.

Genug zum Hintergrund. Was zählt, ist nämlich ganz klar die Musik. Und ebenjene geht direkt und ohne Umwege ins Ohr. Der Sound von Neuser bewegt sich in den Spuren von Wir sind Helden, den Fotos, Mia. und Tocotronic. Klingt hoch gegriffen? Ist es aber nicht! Neuser vereinen alles, was ein gutes Indie Pop/Rock-Album so braucht. Knackige Keyboardmelodien, rockende Gitarren, emotionale, aber zu keinem Zeitpunkt kitschige Gesangslinien und die perfekte Abwechslung aus zackig und gemäßigt. Auch bei den Texten präsentiert man sich nachdenklich und bietet die volle Bandbreite an menschlichem Gefühlschaos. Die Grundstimmung ist nicht genau auszumachen. So verschieden wie die Qualität vieler Bands in diesem Musikstil ist auch die Atmosphäre der einzelnen Songs auf „Selbstauslöser“.

„Autopilot“ ist ein geradliniger Rocker und auch „Mach lauter“ schickt sofort Impulse ans Tanzbein. „Weltraumtouristen“ offenbart die einprägsamste Hookline des Albums, wohingegen „Immun“ spritzig-unentschlossener Indie Pop, „Es ist nie zu spät“ und „Wohin“ schön schmalzige Balladen sind. Abwechslung und eingängige Melodien durchziehen den gesamten Langspieler und lassen die etwa 36 Minuten zu keinem Zeitpunkt langweilig werden. Wenn man nicht gerade den pointiert simplen, doch eindringlichen Texten lauschen möchte, kann der gepflegte Indie-Fan auch einfach den „Selbstauslöser“ im Hintergrund laufen lassen.

Gitarrist und Sänger Henning Neuser hört man seine professionelle Gesangsausbildung deutlich an. Seine warme Stimme wirkt mal zerbrechlich und mal fröhlich-rockend. Tastenakrobat Philipp Sutter, welcher auch schon von Beginn an bei Luka Neuser spielte, entlockt seinen Instrumenten auch unglaublich klare und gar nicht so künstlich anmutende Beats. Tim Rashid und Michael Klaukien würzen das gesamte Gebilde dann noch mit treibenden und einfachen Bass- und Schlagzeugrhythmen, sodass man der professionellen Produktion mit der Musikqualität durchaus gerecht wird.

Fazit: Neusers neuester Streich „Selbstauslöser“ ist ein Universalheld. Er funktioniert sowohl auf Parties, als auch beim konzentrierten Hören zu Hause, selbst als Hintergrundmusik eignet sich die Scheibe wunderbar. Melodien mit hohem Wiedererkennungswert, sympathischer Gesang von Mastermind Henning Neuser und ein ordentlicher Tanz- und Rockfaktor machen den Silberling in der bunten Digi-Verpackung zu einem Pflichtkauf für alle Indie Pop/Rock-Freunde, die auch den ein oder anderen Schuss Elektronik im System vertragen können. Neuser haben also alles richtig gemacht, den Schritt in die Unabhängigkeit zu wagen. Weiter so!

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