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Neuronia: Follow The White Mouse

Auf der Suche nach dem eigenen Stil
Wertung: 3.5/10
Genre: Death'n'Roll/Thrash Metal/Crossover
Spielzeit: 32:50
Release: 20.03.2010
Label: Eigenproduktion

Neuronia melden sich mit ihrem zweiten Longplayer Output zurück. Dies zwar nur knapp 31 Minuten, aber immerhin. 2003 gegründet und mit einem Rock'n'Roll-Metal-Mischmasch gestartet, hat sich nach Besetzungswechseln nun eine stärkere Ausrichtung auf metallischere Klänge herauskristallisiert, zumindest laut der einhelligen Bandmeinung. Schauen wir mal, was den Hörer da aus polnischen Landen erwartet.

„Inside“ ist ein wirklich gelungenes Intro, modern und absolut spannungserzeugend, allerdings auch nicht wirklich Musik. Man fühlt sich irgendwie ein wenig spacig. Das ändert sich dann mit den ersten Schlagzeugtönen zu Beginn von „Make Them Die“. Was irgendwie im Death'n'Roll beginnt, driftet ins Thrashlager ab, um irgendwie mit Stoner-Bassgitarre auch einmal in heftiges Death Metal-Gedresche auszuarten. Der Gesang von Acid und Tektur nötigt dem Hörer aber schon einiges an Toleranz ab. Man springt zwischen langweilig sonoren Passagen, aggressivem Gebrülle, Death Metal-artigen Growlversuchen und weiteren Experimenten hin und her.

„Slipping Into Oblivian“ wurde dann auch noch mit punkigen Viren infiziert. Durch die, nennen wir es mal variablen Songstrukturen, geht aber so etwas wie ein roter Faden verloren. Auch käme man wohl nur schwer auf die Idee, das Vorgetragene in die Progressive-Ecke stellen zu wollen. Irgendwie hört es sich teilweise eher danach an, als ob unterschiedliche Songs etwas lieblos zusammengekleistert wurden, aber eher mit Packband als mit geeignetem Kleber. Da kreuzen Frickelsoli, melodische Parts und absolut raue Attacken das Trommelfell. Trommelfell ist ein gutes Stichwort, denn das Schlagzeug klingt in etwas musikalisch reduzierten Phasen ein wenig rumpelig.

„White Mouse“ besticht mit recht verstört wirkenden  „No! No More!“-Schreien, die sich extrem von den sonst eher melodisch angesiedelten Parts abgrenzen. Dazu wird eine Sitar ausgepackt und gibt dem Ganzen eine zugegebener Maßen angenehme Soundbereicherung. Aber als Gesamtwerk doch zu sehr zusammengewürfelt.

Irgendwie schwingt zur Eröffnung von „November Skies“ dann auch kurz ein wenig Metallica mit, welches dann aber in einem etwas längeren, fast schon episch zu bezeichnenden Songteil übergeht. Der Gesang in Verbindung mit den Glockenschlägen sorgt für richtig gute Stimmung, zumal die Band hier nicht zu sehr versucht, komplex zu wirken. Man schafft es, eine weitestgehend nachvollziehbare Linie in einem Song zu vereinen. Damit steht der erste Anspieltipp.

„Faster“ beginnt mit Maschinengeräuschen  die aber abrupt von punkigen Death'n'Roll -Tönen abgelöst werden. Das kann gut klingen, tut es hier aber nicht, denn das wirkt wirklich ein wenig zu rau und undifferenziert. Der Gesang beginnt recht schnell zu nerven und die Gitarrenfraktion von Misiek und Lewy kann hier auch nicht viel rausreißen, auch wenn das Gespielte eigentlich keine wirklichen Mängel aufweist. Aber es kann halt auch keine positiven Akzente setzen.

Leider beschreitet man mit „Death Has Come To Town“ den gleichen Weg und man versumpft somit immer tiefer im Niemandsland, denn wirklich festsetzen konnte sich bis dato noch kein einziger Song, selbst „November Skies“ nicht. Recht unwirsch wird Tempo und Melodie geändert, das klingt roh, wirkt aber auf Grund des unvorteilhaften Sounds und dem Gesang recht unterdurchschnittlich.

„Put Your Dukes Up“ versucht dann, wieder mit etwas mehr Klargesang zu punkten. Eine klarere Linie ist erkennbar, aber der Song grenzt sich natürlich deutlich vom Rest ab. Aufgrund des recht niedrigen Wiedererkennungswertes kann er die Gesamtpunktzahl aber auch nicht nach oben korrigieren. Den Abschluss bildet dann „Outside“, welches aber wie schon der erste Track nicht wirklich was mit Musik zu tun hat und lediglich ein kleines Outro ist.

Fazit: Leider liefern die Polen hier viel zu wenig ab. Mit diesem Album werden sie ihre Chancen am Markt wohl eher nicht steigern können, geschweige denn in den Genuss eines vernünftigen Plattenvertrages gelangen. Zu roh, zu wenig strukturiert wirkt das Schaffen auf diesem Album. Man hat stets den Eindruck, als ob die sechs Leute musikalisch noch nicht zu einander gefunden haben. Das wird in der Zukunft sehr, sehr schwer für die Band, denn man muss nicht nur seine Instrumente beherrschen,  man muss auch Songs schreiben können.

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