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Neume: Weltuntergangsmaschine

Interessant und spannend – aber auch mindestens genauso verbesserungswürdig
Wertung: 4/10
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 45:49
Release: 01.03.2008
Label: Eigenproduktion

Duos, die aus einem überwiegend stummen Schlagzeuger und einem singenden Gitarristen bestehen, gibt es zur Genüge. Johnossi und die White Stripes zählen wohl zu den prominentesten Vertretern dieser Gattung. Nun machen sich Neume aus dem verträumten Berliner Underground daran, ihnen nach zu eifern. Im Gegensatz zu ihren bekannten Vorreitern setzen sie dabei allerdings nicht auf möglichst kurze, eingängige Killer-Indie-Dancefloor-Kracher, sondern auf epische Prog-Rock-Nummern, zu denen man eher nicht so gut tanzen kann.

Eine gute Dreiviertelstunde füllen sie somit mit gerade mal sechs Songs. Das meiste davon ist das, was man guten Gewissens als Geschrammel bezeichnen kann. Laut und krachig. Es ist nicht einfach, es klingt unsauber, es eckt an – es ist eben progressiv. Musik zum Träumen, die einen unsanft aus seinen Träumen reißt. Dazu gibt es verwirrende Songtitel, die auf ungewohnte Sprachen vermuten lassen. Das gesamte Album ist jedoch mit englischen Texten durchzogen.

Der Gesang steht dabei allerdings viel zu oft zu sehr im Hintergrund. In den meisten Passagen fällt erst gar nicht auf, dass es ihn überhaupt gibt. Dazu kommt, dass Tim Bathelt´s Englisch nicht das sauberste zu sein scheint. Deutscher Gesang hätte auch allein deshalb gut getan, um sich von der internationalen Konkurrenz der vielen Gitarre-Schlagzeug-Duos abzusetzen. Seine Stimme jedenfalls ist auf dem gesamten Album viel zu leise abgemischt, die Texte daher nicht zu entziffern.

Die Songs jedoch sind jeweils recht abwechslungs-, jedoch wegen der minimalen Instrumentalisierung nicht sehr facettenreich. "Weltuntergangsmaschine" kommt eher wie eine Aufnahme eines spontanen Jams, nicht aber wie ein typisches durchüberlegtes Progressive-Album daher. Das verleiht dem Album zwar Frische und sorgt für viele Überraschungen, oft fehlt jedoch der rote Faden und die Songs scheinen sich in etwas zu verrennen.

Vor allem das alberne "Pussycat" lässt an der Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit der "Weltuntergangsmaschine" zweifeln, macht jedoch auch einigen Spaß. Passt halt nur nicht zum Rest. Man hört das Album gerne am Stück, aber es besticht nicht mit Einzelleistungen der Songs oder bietet besondere musikalische Highlights.

Fazit: "Weltuntergangsmaschine" ist interessant und spannend – aber auch mindestens genauso verbesserungswürdig.

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