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Netherbird: Monument Black Colossal

Unterm Strich zu wenig
Wertung: 6/10
Genre: Symphonic Black Metal
Spielzeit: 38:12
Release: 09.07.2010
Label: Pulverized Records

Die Schweden von Netherbird haben nach „The Ghost Collector“ aus dem Jahre 2008 mit „Monument Black Colossal“ dieser Tage ihren zweiten Longplayer am Start. Ob das zweite Werk denn besser ankommen wird in der Musikwelt als das vielerorten kritisierte Debüt? 

Ein Gewitter zieht auf… Nein, es ist nur das beginnende Intro namens „Looming Majesty“, das dank seiner Perfektion und der Stimmungserzeugung schon mal erste Ausrufezeichen zu setzen vermag. Zudem vernimmt man hier zwischendurch auch schon mal – wenn auch ganz vage – die Klänge des Mainriffs vom ersten regulären ersten Track „White Noise Sky In Overdrive“.

Ohne Gefangene zu machen, reißt dieses oben schon erwähnte Mörderteil den Hörer mit rasender Geschwindigkeit mit. Was im Intro noch als Andeutung zu hören war, tritt nun in vollem Glanz zutage: Dieses geniale melodische Mainriff, das neben den fast schon gekeiften Vocals einen perfekten Kontrast abgibt. Doch weit gefehlt, wer annimmt, dass sich dieser Song nur im Highspeed abspielt; vielmehr zeichnet sich dieses Stück durch äußerst geschickte Variabilität in Sachen Tempo aus.

Gut, das knapp halbminütige Interludium, in dem man ein paar Pianoanschläge nebst Sturmgeräuschen vernimmt, hätte man sich eventuell auch sparen können, zudem es schon vom unmittelbaren Beginn des Knallers „A Shadow In The Garden Of Darkness“ so richtig einen auf die Mütze gibt, und „The Faraway View“ somit noch nicht einmal eine Überleitung in den folgenden Song darstellt.

Sehr schön intoniert haben die Jungs die choralen Klänge, für die - wenn sie gut gemacht sind – ich immer wieder gerne zu haben bin. Wieder zeigt sich das überaus gute Händchen der Band für Melodie, die eine Verbindung eingeht mit rasenden Passagen, welche aber dann auch immer wieder durchzogen werden von ruhigen Parts.

Orgelklänge, Glockenschläge, ein wuchtiges Drumming, tiefes Growling und melodisches Riffing – das sind die Attribute, die „Strindbergian Fire“ am ehesten umreißen. Durch die Chorklänge im Hintergrund der ruhigen Passagen hat das Ganze etwas Erhabenes, Sakrales – sehr gut gemacht. Die schnellen Parts reißen dagegen wieder richtig mit.

Wieder ganz ruhig beginnt auch „The Weight Of Vapour“: Diesmal mit flüsternder Stimme, die vom Piano und Streichern begleitet wird – welch ein Beginn! Auch als sich die flüsternde Stimme in das gewohnte Kreisch-Growling verwandelt und das Tempo forciert wird, nimmt dies nichts der Rezensentins Begeisterung. Durch die im Hintergrund auch im weiteren Verlauf existenten gothicesken Melodien haben die Schweden auch mit diesem Stück wieder voll ins Schwarze getroffen.

Ganz dick mit allerlei Synthiesounds aufgetragen wird bei “At The Bottom Of The Crystal Artery” – was schon fast einen kleinen Tacken zuviel scheint. Hier wirkt der langsamere Mittelpart etwas zu schleppend, was diesen Song zu einem kleinen Durchhänger dieses Longplayers macht.

Dagegen weiß “In The Eyes Of Time” wieder alle positiven Attribute der Schweden bestens in Szene zu setzen.

Im Midtempo uberrollt den Hörer das leider schon letzte Stück „Across The Chasm“, welches anfangs gleichzeitig aber grimmiger als alles bisher Gehörte zusammen wirkt. Die eingespielten, hohen Choreinsätze wirken hier leider nicht so gut wie bei den Highlights der Scheibe und stören den Höreindruck ziemlich; lediglich das Riffing kann begeistern.

Fazit: Größtenteils wissen die Schweden zu begeistern. Was allerdings ziemlich dürftig ist, ist die knappe Spielzeit von unter 40 Minuten. Zudem müsste man eigentlich noch das Intro und Interludium von der Spielzeit abziehen. Das ist echt zu wenig, um es als Longplayer durchgehen zu lassen und es nicht EP zu schimpfen. Um auch die eingangs aufgeworfene Frage zurück zu kommen: Die Schweden scheinen wohl so langsam auf die richtige Schiene zu kommen. Da wird das dritte zu veröffentlichende Album wohl ein weiteres der schon so oft zitierten „Make-it-or-break-it“s werden.

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