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Nervus: Everything Dies

Ein sehr persönliches Album
Wertung: 7,5/10
Genre: Punk, Indie, Emo
Spielzeit: 37:35
Release: 09.03.2018
Label: Big Scary Monsters

Es heißt ja immer, die beste Kunst entsteht aus Leid. Bei Nervus-Sängerin, -Gitarristin und -Songwriterin Em Foster mag das auf jeden Fall zutreffen, begann die Geschichte der Band doch eigentlich notgedrungen in den eigenen vier Wänden, wo Foster begann Texte zu schreiben, um ihrer Sucht und ihren Geschlechtsidentitätsproblemen entgegenzuwirken. Quasi eigentherapeutisch. Herausgekommen ist damals das Album „Permanent Rainbow“, mittlerweile steht mit dem deutlich düsterer betitelten „Everything Dies“ das zweite Album der Truppe in den Regalen und mit der Rock‘n‘Roll-Truppe Funeral Shakes scheint die Musikerin sich gerade ein zweites Standbein aufzubauen.

Geblieben ist der Stil der Band, eine irgendwie beschwingte, aber keineswegs oberflächliche Mischung aus Indie, Punk und Emo, mit Instrumenten, die – abgesehen von den Drums – komplett im eigenen Schlafzimmer aufgenommen wurden. Entgegen dem doch eher deprimierenden Titel versprüht das Album aber dennoch immer auch Hoffnung; Hoffnung, dass all die Scheiße, die täglich auf einen niederprasselt doch irgendwann wieder weniger werden wird und vor allem Hoffnung, dass viele engstirnige Menschen vielleicht endlich mal eine Erleuchtung haben und ihr intolerantes Denken zumindest teilweise aufgeben können.

Dabei startet die Scheibe mit „Congratulations“ fast noch zögerlich, dennoch eindringlich, was in erster Linie an Ems Gesang liegt, der von einer überraschend dominanten Bassspur unterstützt wird. Im Verlauf kommt der Song deutlich mehr aus sich heraus, vor allem das Keyboard gibt dem Ganzen einen fast schon hymnischen Anstrich. Schon bei „Nobody Loses“ geht es dann sehr viel flotter zu, „nobody loses all the time“ gibt einem dann schon beinah ein bisschen Hoffnung, die man in „It Follows“ schon recht bald wieder verliert, handelt der Song doch davon, niemals seine persönlichen Dämonen zu vergessen und es sich nicht zu gemütlich zu machen - „my own personal hell, it follows me“.

In diesem Hin und Her zwischen „Hey, es scheint ja gerade alles gut zu laufen“ und Murphy‘s Law finden sich vor allem textlich einige Perlen, Kampfansagen wie in „The Way Back“, aber auch eher resignierte Songs wie das finale „Fall Apart“, denen man anmerkt, wie viel Kraft die Texterin schon aufgebraucht hat. Ist „Everything Dies“ musikalisch zwar gut, aber nicht überragend geworden, kann man sich zumindest an den meisten Texten der Platte nicht satthören und -lesen. Unterm Strich liegt hier also ein sehr emotionales Werk vor, das vor allem durch die persönliche Note von Fronterin Em Foster ordentlich Punkte sammeln kann.

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