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Nervine: Rebel Hell

Ganz starke erste Hälfte, etwas schwächere zweite
Wertung: 7.5/10
Genre: Grunge, Dirt Rock
Spielzeit: 54:13
Release: 25.04.2008
Label: Bad Land Records

Grunge is back? – Nicht ganz. Denn auch wenn die zu besprechende Band einen ähnlichen Namen wie die legendären Seattle-Grunger Nirvana trägt und der Sänger und Gitarrist, der eigentlich Steffen Angerbauer heißt, sich „Kurt“ nennt, man in der gleichen Besetzung wie Nirvana auftritt (als Trio mit Drummer, Bassist und eben Sänger/Gitarrist) und viele Elemente Parallelen aufweisen, muss man Nervine schon Eigenständigkeit zugestehen.

Gerade die ersten drei Songs – „Rebelhell“, „Inside Of Me“ und „Far Away“ (allesamt Hits, die sofort im Ohr hängenbleiben; „Far Away“ hat echt ’nen mörderischen Chorus) – erinnern vom Songwriting sehr stark an Nirvana, insbesondere das letztgenannte mit seinem dynamischen Wechsel zwischen cleanen und verzerrten Gitarren; aber wenn dann das äußerst angepisste „Fuck The Marsh“ ertönt, ist eine rock’n’rollig-punkige Attitüde auf keinen Fall zu überhören. Auch wenn ich selbst die Band noch nicht live gesehen habe, bin ich mir sicher, dass dieses Stück auf Konzerten ein tierischer Mitgröler sein dürfte.

Das Riffing vom „H-Song“ wiederum hat sogar etwas von Motörhead; überhaupt weiß gerade der dreckige Gitarrensound sehr zu überzeugen und trägt einen Großteil dazu bei, dass man hier keineswegs trotz etlicher melancholischer Momente und vielen Kurt-Cobain-artigen Schreien nicht nur an Grunge, sondern auch an Rock and Roll denken muss.

Irgendwie schafft es die Band, in Songwriting und Sound diese beiden Elemente sehr gut unter einen Hut zu bekommen; hört euch nur mal den bereits erwähnten „H-Song“ an oder „Out There“ mit seiner Kombination aus Heavy-Riffing und Depri-Gesangslinien im Chorus an und ihr wisst, was ich meine.

Egal, ob nun Grunge oder Rock ’n’ Roll – diese Band versteht es in erster Linie, mitreißende und eingängige Stücke zu schreiben, die einen hohen Wiedererkennungswert haben. Äußerst starkes, auf den Punkt gebrachtes Songwriting, das besonders in der ersten Hälfte des Albums völlig überzeugt – die ersten sechs Stücke killen einfach durch die Bank; der Rest ist vielleicht nicht mehr ganz so stark, gerade „Rain“, „Run“ und „Seperate“ fallen etwas vom restlichen Niveau ab, aber da ich die Gelegenheit hatte, auch in das Debütalbum hereinzuhören, muss man sagen, dass Nervine sich deutlich verbessert haben und viel abwechslungsreicher agieren. Dafür, dass es erst die zweite Full-length-CD des Trios ist, ist das Gesamtergebnis zweifelsohne mehr als respektabel. Das Coole ist eben auch, dass man bei aller Eingängigkeit trotzdem kompromisslos und authentisch bleibt und einfach geil abrockt, woran nicht nur der angesprochene Gitarrensound seinen Anteil hat, sondern auch das herrlich rotzige, verrauchte und trotzdem vielseitige Organ von Kurt Angerbauer, das im letzten Track „Wonderland“ sogar einen Whiskey-getränkten Southern-Rock-Touch offenbart.

Übrigens tun solche ruhigeren Momente wie bei „Wonderland“ oder teilweise in „Rain“ vorhanden, dem ohnehin schon recht abwechslungsreichen Album zwischen den harten Gitarren, die zwischen metallischen, grungigen und rock’n’rollig-punkigen Riffs schwanken, natürlich noch mal zusätzlich gut.

Was den an sich positiven Gesamteindruck ein klein wenig schmälert, ist nur der miese Schlagzeugsound, der verdächtig nach Trigger riecht und so gar nicht zur sonstigen Atmosphäre passen will (wenngleich das immer noch besser ist als das Geschepper auf dem Debüt) und die Tatsache, dass am Ende eine Viertelstunde Leerlauf steht, die das Album künstlich und unnötig in die Länge zieht, bevor dann noch mal für eine Minute was kommt. Tut mir leid, aber ich hasse Hidden Tracks einfach!...

Trotzdem ein gelungenes Album, das man sich gerne öfter anhören und zu dem man definitiv amtlich rocken kann.

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